LeBron James hat noch nicht genug – Wohin zieht es den "King"?

LeBron James verlässt LA
LeBron James verlässt LACHRIS TORRES / EPA / Profimedia

Kaum war LeBron James auf dem Markt, da standen die Interessenten Schlange. "Haben gehört, dass er Free Agent ist", schrieben etwa die Green Bay Packers mit einem Augenzwinkern bei X und steckten den Basketballstar per Fotomontage in ein Trikot des Footballteams. NFL-Konkurrent Buffalo Bills ("Sag niemals nie"), zog nach, auch der Eishockeyklub Winnipeg Jets, und die PGA Tour ("Warten auf Dich, Bron") präsentierte James im Golfdress. Die Sozialen Medien wurden mit Memes regelrecht geflutet.

Es ist eine witzige Note am Rande der großen Entscheidung, denn "King" James hat die Los Angeles Lakers lange geprägt, ihnen nach zehn Jahren den Titel zurückgebracht. Und nun geht er mit 41 Jahren, sucht für seine 24. (!) NBA-Saison eine neue Herausforderung. (Ernsthafte) Interessenten gibt es wohl genügend, zuerst war von den Golden State Warriors die Rede, doch auch eine Rückkehr zu seinen früheren Klubs Cleveland und Miami ist denkbar.

Jeanie Buss, Besitzerin der Lakers, wünschte James in einem Statement "alles Gute für die Zukunft". Er sei "einer der größten Sportler der Geschichte" und der Klub werde ihm "immer dankbar" sein.

James gab die warmen Worte zurück: "Nein, ICH danke Euch", antwortete der viermalige Champion. Es sei eine Ehre gewesen, "Lila und Gold zu tragen und dabei zu versuchen, die Größe und das Vermächtnis derer fortzuführen, die vor mir kamen! Ich hoffe, ich habe während meiner Zeit hier einige stolz gemacht."

James wandelte bei den Lakers auf den Spuren von Legenden wie Kareem Abdul-Jabbar und Magic Johnson, er ist wohl recht offen, was mögliche Ziele angeht. Laut ESPN hat der umworbene Weltstar seinen Agenten Rich Paul angewiesen, mit allen interessierten Teams zu sprechen und ihm die verschiedenen Optionen zu präsentieren. Dabei soll es weniger ums Geld gehen, James will auf seiner nächsten – und wahrscheinlich letzten – Station angeblich vor allem eines sein: glücklich.

James muss "nichts mehr beweisen"

Nach dem Playoff-Aus im Mai gegen Oklahoma City Thunder hatte James die Entscheidung über seine Zukunft noch offengelassen. "So, wie die Dinge stehen, habe ich viel Zeit, um mich zurückzulehnen", sagte er damals. Er müsse "in dieser Liga nichts mehr beweisen. Ich habe alles erreicht, ich habe alles gesehen", so James. Es gehe vielmehr um die Frage, ob er sich "weiterhin voll und ganz dem Prozess hingeben kann". Er kann.

Nach Stationen bei den Cleveland Cavaliers (2003–2010 und 2014–2018) und Miami Heat (2010–2014) holte James 2020 mit den Lakers seine bislang letzte Meisterschaft. In der vergangenen Saison überzeugte er mit durchschnittlich 20,9 Punkten, 7,2 Assists und 6,1 Rebounds in der Hauptrunde und kam in den Playoffs auf ähnliche Werte. Ohne den verletzten Luka Dončić waren die Lakers gegen den damaligen Champion OKC im Viertelfinale allerdings chancenlos.

Durch den Abschied trennen sich auch die Wege von Vater und Sohn, denn Bronny (21), mit dem LeBron James gemeinsam für L.A. auflief und sich einen Traum erfüllte, bleibt nach derzeitigem Stand bei den Lakers. Egal, wo es auch hingeht, es kommt zum großen Schnitt.