Die Spurs legten einen geschichtsträchtigen Start hin, der die Halle zum Kochen brachte. Angetrieben vom heiß ersehnten Seriendebüt ihres Guards De'Aaron Fox, der rechtzeitig nach einer Knöchelverletzung fit wurde, überrannten die Texaner die Gäste mit einem atemberaubenden 15:0-Lauf. Es war die längste Serie zu Beginn eines Spiels in den Conference Finals seit Beginn der detaillierten Datenerfassung im Jahr 1997.
Zum Match-Center: San Antonio Spurs vs. Oklahoma City Thunder
Victor Wembanyama verzückte die Fans mit einem krachenden Dreier nach einem Crossover gegen Isaiah Hartenstein, während der deutsche Center von den Rängen bei jedem Ballkontakt mit einem gellenden Pfeifkonzert für seine physische Gangart aus dem vorherigen Spiel begrüßt wurde.
Doch die Freude in San Antonio währte nur kurz, denn die Thunder bewiesen die Reife eines echten Champion-Anwärters. Sobald "Wemby" für eine Verschnaufpause auf der Bank Platz nahm, wendete sich das Blatt dramatisch. Oklahoma City, das ohne den verletzten Jalen Williams antreten musste, konterte die Spurs noch im ersten Viertel mit einem eigenen 13:2-Lauf und verkürzte den Rückstand bis zum Viertelende auf 26:31.
Angeführt von einem überragenden Shai Gilgeous-Alexander, der am Ende 26 Punkte und 12 Assists verbuchte, und tatkräftig unterstützt von aufeinanderfolgenden Dreiern, eroberten die Thunder beim Stand von 35:31 ihre erste Führung. Es war der Beginn einer Wende, von der sich die Hausherren nicht mehr erholen sollten.

Mit fortlaufender Spieldauer entwickelte sich die Partie zu einer hitzigen, hochemotionalen Schlacht, bei der die Schiedsrichter alle Hände voll zu tun hatten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kochten die Emotionen endgültig über, als San Antonios Stephon Castle bei zwei aufeinanderfolgenden Dunk-Versuchen unsanft zu Boden geschickt wurde. Die zweite Aktion mündete in einem Flagrant-1-Foul gegen Oklahomas Ajay Mitchell, gefolgt von einem heftigen Wortgefecht zwischen Mitchell und Devin Vassell, das den Referees keine andere Wahl ließ, als beide Akteure mit technischen Fouls zu belegen. Diese giftige Atmosphäre schien die Thunder jedoch nur noch mehr anzustacheln, während die Spurs zunehmend den spielerischen Faden verloren.
Der entscheidende Schlüssel zum schlussendlich deutlichen 123:108-Erfolg der Thunder lag in der unfassbaren Tiefe ihres Kaders. Während San Antonio trotz der Bemühungen von Wembanyama (24 Punkte), Vassell (20 Punkte) und Fox (15 Punkte) offensiv die Puste ausging, zerlegte die Bank von Oklahoma City die Reservisten der Spurs mit sage und schreibe 76:23 Punkten.
Allen voran Jared McCain mit 24 Zählern, Jaylin Williams mit 18 Punkten und Routinier Alex Caruso mit 15 Punkten von der Bank aus sorgten dafür, dass OKC die 2:1-Serienführung übernahm. Nach zwei Siegen in Folge haben die Thunder das Momentum nun fest auf ihrer Seite, wenn am Sonntag das richtungsweisende vierte Spiel ansteht.
