Die Schweiz schwelgt im Glück – Schweden ärgern sich über Schiedsrichter

Immer wieder kam es zwischen der Schweiz und Schweden zu unschönen Szenen
Immer wieder kam es zwischen der Schweiz und Schweden zu unschönen SzenenREUTERS/Denis Balibouse

Die Schweizer beweisen gegen den bisherigen Angstgegner Schweden, dass sie auch hart spielen können - auf dem Weg zum ersten WM-Titel.

Die 10.000 Fans in der Züricher Arena feierten ihre weiter ungeschlagene Schweiz noch lange nach der Schlusssirene mit stimmungsvollen Gesängen. 

Die Schweden ihrem Ärger über das "dreckige" WM-Viertelfinale Luft machten. "Es war unglaublich hässlich", meinte Jungstar Ivar Stenberg nach dem 1:3 des elfmaligen Weltmeisters gegen die Gastgeber und schimpfte über "feige Schiedsrichter".

Karriere von Sundqvist nach Foul gefährdet

Die Schweden fühlten sich von den finnischen Referees massiv benachteiligt – vor allem weil diese einen klaren Kniecheck des NHL-Stürmers Timo Meier im zweiten Drittel nicht mit einer großen Strafe geahndet hatten. Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Oskar Sundqvist musste verletzt vom Eis und im Rollstuhl die Halle verlassen.

"Er könnte sechs Monate ausfallen, vielleicht steht sogar seine gesamte Karriere auf dem Spiel", sagte TV-Experte Erik Granqvist, "das war wahnsinnig dreckig." Und auch Schwedens Eishockeylegende Peter Forsberg meinte: "Mit dem Knie so reinzugehen, ist absolut gefährlich."

Sundqvist ist wohl schwer verletzt
Sundqvist ist wohl schwer verletztSEBASTIEN BOZON / AFP / AFP / Profimedia

Zuvor hatte das Schiedsrichterduo Riku Brander und Mikko Kaukokari das vermeintliche schwedische 2:0 durch Sundqvist (12.) nach Videobeweis zurückgenommen, weil er den Puck mit dem Schlittschuh über die Linie gekickt haben soll. Eine knifflige, aber wohl richtige Entscheidung.

Zudem verloren die Schweden ihren Kapitän Oliver Ekman-Larsson, der nach einem harten Check von Nino Niederreiter unglücklich mit dem Gesicht aufs Eis gefallen war.

Nach dem Match kam es zu Diskussionen zwischen den Spielern
Nach dem Match kam es zu Diskussionen zwischen den SpielernREUTERS/Denis Balibouse

"Die Schmetterlinge können auch beißen"

Die Vorwürfe der übertriebenen Härte wiesen die Schweizer natürlich zurück, registrierten sie aber auch als Auszeichnung. "Es war das erste Mal, dass wir die Schweden physisch dominiert haben", sagte Stürmer Christoph Bertschy nach dem ersten WM-Sieg gegen den Angstgegner seit 13 Jahren.

Das Portal watson.ch schrieb von einer "bestandenen Meisterprüfung" und der wichtigsten Lehre: "Die Schmetterlinge können auch beißen." Tatsächlich überwanden die Eidgenossen um ihren überragenden NHL-Kapitän Roman Josi – die in den sieben siegreichen Vorrundenspielen immer spielerische Lösungen gesucht und gefunden hatten – erstmals massive Widerstände mit Härte.

Match-Center: Schweiz vs. Schweden

Halbfinale gegen Außenseiter Norwegen

Der erste Rückstand im Turnier durch Linus Karlsson (7.), die frühe Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Dean Kukan mit fünfminütiger Unterzahl - nichts konnte sie aufhalten. Nach Josis Ausgleichstreffer (14.) schossen Denis Malgin (33.) und Calvin Thürkauf (37.) die Gastgeber ins Halbfinale, nicht die NHL-Stürmer.

Der Weg ins dritte WM-Finale in Folge scheint frei. Am Samstag (15:20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) wartet im Halbfinale mit dem Überraschungsteam Norwegen ein krasser Außenseiter.

Match-Center: Schweiz vs. Norwegen