Denn der überzeugende 6:2-Sieg gegen Österreich am Samstagabend, der eigentlich ein Meilenstein auf dem Weg ins Viertelfinale sein sollte, war nicht mehr allzu viel wert. Die Chancen, dass die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach schwachem WM-Start doch noch die K.o.-Runde erreicht, waren rapide gesunken.
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"Das war ein mentaler Breakdown für uns", sagte Stürmer Maximilian Kastner. Und Tiffels ergänzte: "In so einer Situation möchte man nicht stecken. Aber das können wir jetzt nicht mehr ändern."
Seider "bibbert" um Weiterkommen
Die Lage ist in der Tat frustrierend: Weil die deutsche Mannschaft gegen Lettland vor einer Woche 0:2 verlor und danach gegen die USA beim 3:4 nach Penaltyschießen zwei Punkte kurz vor Schluss aus der Hand gab, reicht nun ein Sieg am Montag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) gegen Aufsteiger Großbritannien allein nicht mehr zum Weiterkommen. Lettland oder die USA müssten bei ihren verbleibenden Pflichtaufgaben noch patzen.
"Jetzt stehst du da und bibberst", sagte Kapitän Moritz Seider sichtlich verärgert dem SID, "das sollte nicht unser Anspruch sein." Richtig freuen konnte sich der NHL-Verteidiger deshalb über den zweiten WM-Sieg nach dem 6:2 gegen Ungarn nicht. "Wir haben das Turnier vorher verloren, wir haben dem Gegner zu viel auf dem Silbertablett präsentiert."
Jetzt hilft nur noch "ein Wunder", wie Torhüter Philipp Grubauer es formulierte. Sonst stünde das dritte enttäuschende Turnier in Folge zu Buche - nach dem Vorrunden-Aus vor einem Jahr in Dänemark und dem schwachen 2:6 im Olympia-Viertelfinale mit allen NHL-Stars um Leon Draisaitl gegen die Slowakei. Und die Diskussion um Bundestrainer Harold Kreis nähme richtig Fahrt auf. Denn ein Jahr vor der Heim-WM in Düsseldorf und Mannheim mit dem Auftaktspiel auf Schalke wäre die Stimmung in Eishockey-Deutschland nur drei Jahre nach dem Silbercoup von Tampere im Keller.
Reichel über Teamchemie
Grund zur Freude hatte zumindest Lukas Reichel. Der NHL-Stürmer, der kurz vor der WM einen neuen Einjahresvertrag bei den Boston Bruins unterschrieben hatte, erzielte seinen ersten Dreierpack in der Nationalmannschaft. Zusammen mit Tiffels und NHL-Neuling Joshua Samanski bildet der 24-Jährige in Zürich die einzige Sturmreihe, die offensiv internationalen Ansprüchen genügt.
"Wir verstehen uns gut auf dem Eis", sagte Reichel, "Freddy motiviert uns immer gut auf der Bank, Josh hat immer ein Lachen im Gesicht. Es macht Spaß mit den beiden." Wenig spaßig ist dagegen die Aussicht, nach dem Spiel gegen Großbritannien noch einen Tag länger in Zürich bleiben und zusehen zu müssen, wie die Konkurrenz in der Tabelle der Gruppe A höchstwahrscheinlich vorbeizieht.
