Das Titelrennen der ADMIRAL Bundesliga bleibt weiter ein offener Schlagabtausch. Während der LASK mit einer Machtdemonstration in Hartberg die Tabellenführung übernimmt, meldet sich Rapid mit dem nächsten 1:0-Sieg gegen Salzburg eindrucksvoll zurück – mal wieder. Die „Bullen“ müssen dagegen einen weiteren Rückschlag hinnehmen und auch Sturm Graz lässt mit dem nächsten Remis wichtige Punkte liegen – auch hier: mal wieder.
Im Tabellenkeller sorgt Blau-Weiß Linz derweil weiter für Aufsehen. Der Aufsteiger sammelt fleißig Punkte und verschafft sich etwas Luft im Abstiegskampf. In Wolfsberg steht dagegen weniger das Ergebnis als eine harte Szene im Mittelpunkt, die erneut Diskussionen über die Entscheidungen der Schiedsrichter auslöst.
Höchste Zeit das alles in den aktuellen Tops und Flops einzuordnen!
TOP – Grün-weißer 1:0-Hattrick gegen Salzburg
Rapid Wien hat gegen Red Bull Salzburg erneut zugeschlagen und damit eine bemerkenswerte Serie fortgesetzt. Die Hütteldorfer gewannen auch das dritte Duell in Folge mit 1:0 gegen die „Bullen“.
Im Schlager der 29. Runde sorgte schließlich Joker Ercan Kara für die Entscheidung. Der Stürmer traf in der 89. Minute zum 1:0 und bescherte Rapid damit den ersten Sieg nach vier Partien. Vorausgegangen war eine bärenstarke Rettungstat von Matthias Seidl, der den Ball gerade noch im Spiel behalten und ideal zu Yusuf Demir weiterleiten konnte. Der stand bereits in einer aussichtsreichen Position, hatte allerdings das Auge für den noch besser positionierten Ercan Kara.
Über weite Strecken entwickelte sich ein taktisch geprägtes Duell. Salzburg begann druckvoll und kam früh zu ersten Möglichkeiten, konnte diese aber nicht nutzen. Rapid agierte geduldig, lauerte auf Konter und kam vor allem nach der Pause zu besseren Chancen.
Mit den Einwechslungen von Demir und Kara erhöhte Rapid in der Schlussphase nochmals den Druck und belohnte sich kurz vor Ende. Für die Wiener ist es ein Sieg mit besonderer Bedeutung: Drei Siege in Folge gegen Salzburg gab es zuletzt noch vor dem Einstieg von Red Bull, damals gegen Austria Salzburg in der Saison 2003/04. Nicht wenigen grübeln im grün-weißen Lager allerdings: Wo könnte Rapid stehen, wenn sie gegen Hartberg erfolgreicher gewesen wären?
FLOP – Wilder Bodycheck gegen Harakaté bleibt ohne Folgen
Der WAC hat im Abstiegskampf mit einem 1:0-Heimsieg gegen den GAK zwar ein wichtiges Lebenszeichen gesendet, doch im Mittelpunkt der Partie stand vor allem eine umstrittene Szene und erneut eine Schiedsrichterentscheidung, die für viel Diskussion sorgt.
In der 75. Minute kam es zu einem harten Zusammenstoß zwischen WAC-Spieler Fabian Wohlmuth und GAK-Angreifer Ramiz Harakaté. Der Franzose blieb nach dem Bodycheck zunächst regungslos liegen und musste nach einer längeren Behandlung schließlich ausgewechselt werden. Besonders brisant: Wohlmuth kam in dieser Situation sogar ohne Gelbe Karte davon. Ja, nicht mal einen Foulpfiff gab es.
Für GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer war die Sache klar. „Das ist eine ganz klare Rote Karte!“, ärgerte sich der Coach nach der Partie. Die Szene sorgte einmal mehr für Diskussionen über die Entscheidungen der Unparteiischen und das trotz VAR-Unterstützung.
Sportlich blieb für die Grazer zudem eine bittere Niederlage. Der WAC beendete mit dem 1:0-Erfolg eine Serie von 13 sieglosen Spielen und feierte erstmals seit Dezember wieder einen Sieg. Markus Pink sorgte kurz vor Schluss für den entscheidenden Treffer. Vorbereitet wurde das Tor zudem ausgerechnet von Fabian Wohlmuth, der gar nicht mehr am Platz hätte sein dürfen.
Für den GAK dagegen rücken die Abstiegssorgen wieder näher. Immerhin: „Das einzig Positive ist, dass wir es noch in der eigenen Hand haben“, meinte Feldhofer nach dem Spiel.
TOP – LASK (meisterlich?) souverän in Hartberg
Dort, wo sich viele Teams in dieser Saison schwergetan haben, zeigte der LASK eine beeindruckende Vorstellung. Die Linzer feierten beim TSV Hartberg einen klaren 5:1-Auswärtssieg und setzten damit ein starkes Ausrufezeichen im Titelrennen.
Die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer erwischte einen Traumstart: Xavier Mbuyamba brachte die Gäste bereits nach fünf Minuten in Führung. Noch vor der Pause erhöhte Sasa Kalajdzic auf 2:0 (30.).
Direkt nach Wiederbeginn legten die Linzer nach. Moses Usor traf nur Sekunden nach dem Anpfiff zur 3:0-Führung (46.). Zwar konnte Hartberg durch Elias Havel kurz darauf verkürzen (48.), doch der LASK behielt die Kontrolle über die Partie.
In der Schlussphase machten die Oberösterreicher alles klar. Christoph Lang stellte in der Nachspielzeit auf 4:1 (90.+2), ehe Kalajdzic mit einem sehenswerten Distanztreffer aus der eigenen Hälfte den 5:1-Endstand fixierte (90.+5).
Mit diesem überzeugenden Auftritt übernehmen die Linzer vorübergehend die Tabellenführung und senden im Meisterrennen ein mehr als deutliches Signal.
FLOP – Sturm Graz präsentiert sich nur wenig meisterlich
Der SK Sturm Graz ist weiterhin mitten im Titelrennen – wirklich souverän wirkt der amtierende Meister derzeit aber selten. Auch beim Heimspiel gegen Austria Wien reichte es nur zu einem 1:1, womit die Grazer bereits zum vierten Mal in Folge Punkte liegen ließen.
Die Austria ging nach einer Standardsituation durch Tin Plavotic in Führung (54.). Sturm tat sich einmal mehr schwer, gegen die kompakte Defensive der Gäste klare Chancen zu kreieren. Erst in der Schlussphase rettete Paul Koller die Grazer nach einer weiteren Standardsituation zumindest zu einem Punkt (85.).
Die Unzufriedenheit war danach deutlich spürbar. „Für uns ist es ein sehr enttäuschender Nachmittag, weil wir uns mehr vorgenommen haben“, erklärte Trainer Fabio Ingolitsch nach dem Spiel.
Besonders die Schwierigkeiten gegen tief stehende Gegner sorgen beim Sturm-Coach für Frust: „Jeder Gegner kommt hierher, rührt den Beton an und stellt den Mannschaftsbus hintenrein. Und das zu bespielen, ist das Schwierigste auf der Welt.“
Damit verliert Sturm nicht nur erneut wichtige Punkte, sondern auch die Tabellenführung. Vier Runden vor Schluss bleibt das Meisterrennen zwar offen – wirklich meisterlich wirken die Grazer aktuell aber nur selten.
TOP – Blau-Weiß Linz gewinnt schon wieder
Blau-Weiß Linz bleibt im Aufwind. Mit dem 3:0-Heimsieg gegen SCR Altach setzt der Aufsteiger seine starke Serie fort und sammelt weiter wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Vier Spiele, zehn Punkte und ein Torverhältnis von 11:0 – Werte, die eher zu einem Spitzenteam passen als zu einem Klub, der lange Zeit tief im Tabellenkeller steckte. Mit dem jüngsten Erfolg verschaffen sich die Linzer zumindest etwas Luft nach unten.
Trainer Michael Köllner sieht den aktuellen Lauf vor allem als Ergebnis harter Arbeit: „Da sieht man dann auch, wenn die Beine bei anderen schwer werden, zahlt es sich aus, was du die Grundlagen gelegt hast.“
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit drehte Blau-Weiß nach der Pause auf und entschied die Partie mit sehenswerten Treffern klar für sich. Für die Linzer ist es bereits der nächste überzeugende Heimauftritt. Auch dank der Unterstützung von den Rängen. „Hier hat man einfach unglaubliche Fans, die tragen dich, da ist es viel leichter zu laufen“, meinte Simon Seidl.
Im Abstiegskampf ist damit zwar noch nichts entschieden, doch die Linzer haben sich mit dieser Serie eine deutlich bessere Ausgangsposition erarbeitet.
