Hetzjagd kriegt Oberdorf nicht klein: "Voller Fokus" auf heißen Olympia-Sommer

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Hetzjagd kriegt Oberdorf nicht klein: "Voller Fokus" auf heißen Olympia-Sommer

Oberdorf freut sich auf die Olympischen Spiele in Paris
Oberdorf freut sich auf die Olympischen Spiele in ParisProfimedia
Vom Fanliebling zur Zielscheibe für Hass im Netz - Lena Oberdorf hat wahrlich keine einfache Zeit hinter sich. "Ich hoffe, du verletzt dich" und noch heftigere Hassbotschaften prasselten auf die Nationalspielerin in den sozialen Netzwerken ein. Doch von den Schattenseiten des Erfolgs lässt sich die 22-Jährige nicht einschüchtern. Im Gegenteil.

"Ich habe danach einen Schritt weiter nach vorne gemacht. Ich habe die Verantwortung übernommen und meine Leistung gebracht", sagte die 22-Jährige aufgeräumt und selbstbewusst auf dem Podium im DFB-Campus. Dort gab sie beim Nationalteam ihre erste Pressekonferenz seit dem Riesenwirbel um ihren Wechsel vom VfL Wolfsburg zum Rivalen Bayern München.

Im Februar war der Transfer für die kolportierte deutsche Rekordablöse von mindestens 400.000 Euro publik geworden. Dass der Scheinwerfer danach derart unangenehm auf sie gerichtet war, habe sie "ganz gut durchgestanden - und jetzt ist der volle Fokus bei der Nationalmannschaft."

Nach dem DFB-Pokaltriumph mit dem VfL gegen die Bayern hatte sie bereits klargestellt, "nicht der menschliche Mülleimer" zu sein für digitale und anonyme Hasskommentare. "Klar, trifft es einen", führte sie nun aus: "Aber man braucht ein gutes Umfeld. Man weiß, welchen Leuten man vertrauen kann, welche Meinung zählt."

Bayern: Die einzige Alternative?

Dass sie als Schalke-Fan vor gut zwei Jahren sagte, niemals zu den Bayern gehen zu wollen, brachte ihr zusätzlichen Fan-Unmut ein. "Weil ich so'n kleiner Heimscheißer bin, wollte ich nicht weg aus Deutschland", erklärte "Obi" der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung - also kam für die Weltklasse-Abräumerin nach vier Jahren Wolfsburg für einen Tapetenwechsel nur Meister München infrage.

Ein wenig hatte auch ihre gute Freundin Lea Schüller die Finger im Spiel. Schon während der WM im Vorsommer, verriet die Bayern-Stürmerin, habe sich das Duo ausgetauscht, "dass wir gerne wieder zusammen spielen würden, auch Obis Mutter hat gesagt, dass es Zeit wird, dass wir wieder in einer Mannschaft spielen." Wie einst bei der SGS Essen, wo beide ihre ersten Bundesliga-Schritte machten.

Ziel: Die Olympischen Spiele in Paris

Gemeinsam richten sie im deutschen Nationalteam nun den Fokus auf das große Highlight Olympia (25. Juli bis 11. August). Doch vorher will das Team von Horst Hrubesch noch im Eiltempo das Ticket für die EM 2025 in der Schweiz eintüten. Dazu peilt der Tabellenführer der Gruppe A4 zwei Siege gegen Polen am Freitag (20.30 Uhr/ZDF) in Rostock und vier Tage später in Gdynia an.

"Wir wollen uns eine gute Ausgangslage verschaffen, aber auch auf Olympia vorbereiten", meinte Oberdorf. Es ist ein Spagat - genau wie die knapp bemessene Zeit für ihren Umzug: "Bis zum 10. Juni bin ich hoffentlich durch, dann kann ich Urlaub machen."

Vielleicht auch mit ihrem Bruder Tim, der nach dem dramatisch verpassten Aufstieg mit Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga-Relegation auch die Akkus aufladen muss. Gerade mit Blick auf das Elfmeterschießen (5:6) gegen den VfL Bochum war die Vize-Europameisterin "schon sehr stolz" auf ihn: "Seinen Elfer macht er echt in einer guten Innenverteidiger-Manier oben links rein."