Nach einer enttäuschenden Saison ohne Titel richtet sich der Blick bei Real Madrid bereits nach vorn. Laut einem Bericht von "The Athletic" ist José Mourinho der bevorzugte Kandidat von Präsident Florentino Pérez, um den Trainerposten bei den "Königlichen" neu zu besetzen.
Während die Verpflichtung von Xabi Alonso noch von Generaldirektor José Ángel Sánchez verantwortet wurde, hat der Klubchef nun "das Heft des Handelns in die Hand genommen",wie die Journalisten David Ornstein und Mario Cortegana berichten. Sein Ziel ist klar: ein Projekt neu aufzubauen, das intern als gescheitert gilt.
Alonso-Nachfolger Álvaro Arbeloa, der im Januar übernommen hatte, steht demnach vor dem Aus. Nach einer zweiten titellosen Saison in Folge soll er den Klub im Juni verlassen.
Mourinho mit Ausstiegsklausel – Was ist mit Klopp?
Mourinho, aktuell bei Benfica unter Vertrag, wäre grundsätzlich verfügbar. Der Portugiese unterschrieb dort im September 2025 bis Juni 2027. Allerdings enthält sein Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund drei Millionen Euro, die von beiden Parteien bis zu zehn Tage nach dem letzten Pflichtspiel der Saison aktiviert werden kann.
Neben Mourinho prüft Real Madrid weitere Optionen. Mauricio Pochettino und Didier Deschamps stehen ebenfalls auf der Liste. Jürgen Klopp bleibt ein lang gehegter Wunschkandidat, fühlt sich in seiner Rolle als globaler Fußballdirektor bei Red Bull jedoch wohl.
Erinnerung an erfolgreiche Jahre – und alte Konflikte
Eine Rückkehr Mourinhos würde auch ein Wiedersehen mit Pérez bedeuten. Zwischen 2010 und 2013 gewann der Portugiese mit Real Madrid drei Titel, darunter die legendäre Meisterschaft 2011/12 mit 100 Punkten.
Doch nicht alle im Klub sind von dieser Idee überzeugt. Aus vereinsnahen Kreisen heißt es, es gebe "mehrere interne Stimmen gegen eine Rückkeh". Kritiker verweisen auf die Spannungen, die Mourinho einst in der Kabine hinterließ – insbesondere den offenen Konflikt mit Klubikone Iker Casillas.
Kontroverse um Vinícius Júnior
Auch Mourinhos aktuelle Amtszeit bei Benfica sorgt für Diskussionen. Im Februar geriet er nach einem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid (0:1) in die Kritik. Hintergrund war ein Vorfall um Vinícius Júnior, der angab, von Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden zu sein.

Mourinho äußerte sich nach der Partie und stellte die Darstellung des Brasilianers infrage. Sinngemäß ließ er durchblicken, dass der Stürmer den Vorfall selbst provoziert habe – eine Aussage, die in Madrid auf wenig Zustimmung stieß. Die UEFA sperrte Prestianni später für sechs Spiele – allerdings nicht wegen Rassismus, sondern aufgrund homophoben Verhaltens.
