Winners & Losers: De Zerbi rettet Tottenham – La Coruna kehrt in La Liga zurück

Roberto De Zerbi hat die Spurs zum Klassenerhalt in der Premier League geführt.
Roberto De Zerbi hat die Spurs zum Klassenerhalt in der Premier League geführt.Action Images via Reuters/Andrew Couldridge

Das furiose Finale der regulären Saison in der Serie A, La Liga und der Premier League hielt reichlich Überraschungen und dramatische Endspiele bereit. Doch auch in den unteren Ligen ging es am vergangenen Wochenende drunter und drüber.

Winner: Hull City

Der Aufstieg der Tigers in die Premier League grenzt an ein Wunder: Nachdem sie im Vorjahr nur haarscharf dem Abstieg entronnen waren und danach zwei Transferperioden lang mit einer Registrierungssperre belegt wurden, stürmten die Schwarz-Gelben nun ins Oberhaus.

Im Playoff-Finale in Wembley schalteten sie nach Millwall auch Boro aus – dank eines eiskalten Treffers von Oli McBurnie in der zweiten Halbzeit zum 1:0-Sieg.

Winner: Roberto De Zerbi

Auch auf der Insel bewies der italienische Coach sein Retter-Gen und bewahrte Tottenham mit einem 1:0-Sieg gegen Everton am letzten Spieltag vor dem bitteren Gang in die Championship. Die Spurs hielten damit ihren direkten Konkurrenten West Ham auf Distanz. Den "Hammers" half auch ein klarer Erfolg gegen Leeds nicht mehr, um den Rückstand von zwei Punkten noch wettzumachen – sie steigen ab.

Die Spurs konnten sich am letzten Spieltag retten.
Die Spurs konnten sich am letzten Spieltag retten.Flashscore

 

Für Tottenham wäre der Abstieg ein historisches Desaster gewesen, doch der ehemalige OM-Trainer hielt dem immensen Druck stand. Er hatte die Londoner erst am 31. März übernommen und alles auf die Rettung gesetzt.

Winner: Deportivo La Coruna

Dank eines 2:0-Erfolgs bei Valladolid machte das galicische Traditionsteam den direkten Aufstieg schon eine Runde vor Schluss perfekt. Damit spielt Depor im nächsten Jahr wieder in der Primera División – genau wie ein anderer schlafender Riese, Racing Santander.

Nach dem Abstieg 2018 war La Coruña zwischenzeitlich sogar in die dritte Liga durchgereicht worden, bevor nun die Rückkehr auf die große Fußballbühne gelang.

Der glorreiche spanische Klub wurde im Jahr 2000 Meister fegte und 2004 die AC Mailand mit einem legendären 4:0 aus der Champions League, nun ust man zumindest zurück im Oberhaus.

Winner: Getafe

Für eine faustdicke Überraschung am letzten Spieltag der spanischen Liga sorgte Getafe mit der Qualifikation für die Conference League. Es ist zwar nicht die erste Europapokal-Teilnahme der Azulones, aber die Art und Weise ist verblüffend: Die Mannschaft von Trainer Bordalás beendete die Saison mit gerade einmal 32 erzielten Toren in 38 Spielen und dem ligaweit geringsten Ballbesitz (40,1 %).

Dass dieser minimalistische Kraftakt für Platz sieben reichte (sogar Platz sechs war greifbar), passte perfekt ins Bild: Die Entscheidung fiel natürlich durch einen 1:0-Sieg.

Winner: Torreense

Das ultimative Fußballmärchen des Wochenendes schrieb ein kleiner portugiesischer Klub: Torreense schlug den Titelverteidiger Sporting Lissabon im Finale der Taça de Portugal nach Verlängerung. Die Mannschaft aus Torres Vedras ist damit der erste Zweitligist der Geschichte, der den portugiesischen Pokal gewinnt – und darf sich dank dieses sensationellen Triumphs nun auf Europa freuen.

Loser: Dukla Prag

In der tschechischen Liga spielte sich ein beispielloses Drama ab: Dukla Prag verlor das entscheidende Direktduell gegen Baník Ostrava und muss den Gang in die zweite Liga antreten. Die Art und Weise war jedoch völlig skurril: Die Gastgeber besiegelten ihren Abstieg quasi selbst, indem sie sich bei der 0:3-Niederlage gleich drei Eigentore einbrockten.

Loser: AC Mailand

Während das Scheitern von Juventus Turin schon vor dem Spieltag feststand, herrscht seit der 38. Runde auch beim AC Mailand bittere Gewissheit: Die Rossoneri verpassen die kommende Champions League. Das Team von Massimiliano Allegri, das monatelang vom Scudetto träumte und Inter im Derby gleich zweimal bezwang, brach auf der Zielgeraden komplett ein.

Luka Modric
Luka ModricREUTERS/Daniele Mascolo

Nach den Heimpleiten gegen Sassuolo und Atalanta verloren die Mailänder auch das letzte Saisonspiel im San Siro gegen Cagliari – und das, obwohl es für die Sarden um absolut nichts mehr ging.

Loser: Lechia Gdansk

Die polnische Mannschaft verabschiedete sich als Drittletzter aus der Ekstraklasa – und das mit einer kuriosen Statistik: Lechia stellte gemeinsam mit dem Meister Lech Posen den besten Angriff der Liga. Zum Verhängnis wurden den Danzigern jedoch die letzten fünf Saisonspiele, die allesamt verloren gingen. Bei insgesamt 13 Gegentoren in dieser Phase zeigte sich das große Manko: Mit 65 Gegentreffern stellte Lechia zusammen mit Termalica B-B die Schießbude der Liga.

Loser: Bari

Am Freitagabend stieg die SSC Bari zum ersten Mal seit 1983 in die Serie C ab. Nach zwei torlosen Unentschieden im Playout gegen Südtirol zog die apulische Mannschaft den Kürzeren. Die "Galletti" blicken auf eine extrem enttäuschende Saison zurück, in der sie von Beginn an im Tabellenkeller feststeckten – der Abstieg war somit das folgerichtige Ende. 

Dem Verein, der genau wie die SSC Neapel im Besitz der Familie De Laurentiis ist, droht nun eine schwere Saison in der Drittklassigkeit, inklusive brisanter regionaler Derbys gegen Monopoli, Barletta und Altamura.

Loser: Girona

Vor zwei Jahren feierte das Team der City Football Group noch den dritten Platz in La Liga und spielte danach in der Champions League – nun ist der Abstieg besiegelt. Die Katalanen schafften es in den letzten Monaten einfach nicht mehr, das Ruder herumzureißen. Am letzten Spieltag reichte es im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Elche nur zu einem enttäuschenden 1:1-Unentschieden.

Besonders bitter: Im hochkarätig besetzten Kader von Girona stehen namhafte Akteure wie ter Stegen, Witsel, van de Beek, Stuani, Blind, Echeverri, Ounahi und Gil.

Besondere Erwähnungen

An diesem vollgepackten Wochenende gab es noch weitere Highlights: Sunderland schaffte als Aufsteiger sensationell den Sprung in die Europa League, während Como den AC Mailand in letzter Sekunde niederrang.

Außerdem feierte Lens den Gewinn des französischen Pokals, Bačka Topola stieg in Serbien ab und in den Niederlanden kam es zu einem echten Krimi: Volendam rettete sich gegen Willem II in die Playoffs, weil der gegnerische Torhüter Hödl in der Schlussphase einen Elfmeter verschoss.

In Saudi-Arabien feierte Al-Diriyah den Aufstieg gegen Al-Ula – auch dank eines absolut kuriosen Slapstick-Tors, das den Spielern wohl selbst bei tausend weiteren Versuchen nie wieder so gelingen würde.