San Diego FC 2:4 Vancouver Whitecaps
White erwischte einen absoluten Sahnetag: Erst schnürte er im ersten Durchgang einen Doppelpack zur komfortablen 2:0-Halbzeitführung, wobei Rio-Weltmeister Müller den ersten Treffer in der 30. Minute mustergültig servierte, und legte nach dem Seitenwechsel auch noch zwei Assists nach. Müller selbst glänzte über die gesamte Spielzeit hinweg als genialer Vorlagengeber und verbuchte am Ende sensationelle drei Assists auf seinem Konto – damit steht der Ex-Bayern-Star nun bei stolzen elf Toren und sieben Vorlagen in seinen ersten 19 MLS-Einsätzen.
San Diego steckte trotz des Rückstands nicht auf und schnupperte nach dem Anschlusstreffer von David Vazquez in der 53. Minute noch einmal am Ausgleich. Doch die Hoffnungen der Hausherren wurden jäh gebremst, als Luca Bombino nach einer Ampelkarte den Platz vorzeitig verlassen musste. Die Whitecaps nutzten die Überzahl eiskalt: Die eingewechselten Bruno Caicedo und Ralph Priso – der nach vier Jahren Flaute sein erstes Tor bejubelte – schraubten das Ergebnis nach jeweils feinen Müller-White-Kombinationen in die Höhe. Das späte Tor von San Diegos Rookie Bryan Zamblé in der Nachspielzeit war nur noch Ergebniskosmetik.
Während sich San Diegos Anders Dreyer mit zwei Torvorlagen an die Spitze der Liga-Assists-Liste ballerte, feierten die Whitecaps (10-2-2) trotz des Fehlens ihres gesperrten Stammkeepers Yohei Takaoka die erfolgreiche Verteidigung der Tabellenführung im Westen.
Portland Timbers 1:3 San Jose Earthquakes
Historischer Meilenstein für die San Jose Earthquakes! Nach sage und schreibe 15 Jahren und 19 vergeblichen Versuchen (0 Siege, 5 Remis, 14 Niederlagen) gelang den Earthquakes mit einem verdienten 3:1-Sieg bei den Portland Timbers endlich der allererste Dreier im Providence Park seit dem MLS-Beitritt der Timbers im Jahr 2011.
Zum großen Matchwinner avancierte dabei Preston Judd, der die Gastgeber mit einem echten Blitzstart schockte. Bereits in der 2. Minute versenkte er den Ball per Flachschuss von der Strafraumkante und legte nur zehn Minuten später per fulminantem Volleyschuss aus der Mitte des Sechzehners nach, um die Weichen früh auf Sieg zu stellen. Mit diesem Doppelpack trug sich Judd zudem in die Geschichtsbücher seines Klubs ein: Er ist erst der dritte Spieler der Vereinsgeschichte, dem in einer Saison in vier aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen ein Tor gelang.
Die Portland Timbers bewiesen zwar Moral und verkürzten in der 18. Minute durch Antony Alves Santos auf 1:2, doch die Defensive der Earthquakes um den glänzend aufgelegten Torhüter Daniel De Sousa Britto stand an diesem Abend wie eine Wand. Daniel parierte insgesamt sechs hochkarätige Chancen der Hausherren und sicherte den Erfolg ab, den Daniel Munie mit seinem Treffer zum 3:1 endgültig eintütete.
Besonders bemerkenswert: San Jose (9-3-2) fuhr diesen historischen Triumph ohne seine beiden verletzten Offensiv-Stützen Timo Werner (Oberschenkelverletzung) und Youngster Niko Tsakiris (Leisten-OP) ein. Mit nunmehr 32 Punkten bleiben die Earthquakes den punktgleichen Whitecaps im Kampf um die Krone der Western Conference dicht auf den Fersen, haben allerdings ein Spiel mehr absolviert.
Los Angeles Galaxy 1:1 Houston Dynamo
Es hätte ein rauschendes Fußballfest vor der sechswöchigen Unterbrechung für die FIFA-Weltmeisterschaft werden können, doch am Ende blieb bei LA Galaxy ein leicht bitterer Beigeschmack. Vor einer stimmungsvollen, mit 23.638 Zuschauern restlos ausverkauften Kulisse im Dignity Health Sports Park musste sich das Starensemble um Ex-Dortmunder Marco Reus mit einem 1:1-Unentschieden gegen Houston Dynamo begnügen.
Dabei begann die Partie für die Hausherren absolut nach Plan. In der 30. Minute brachte Joseph Paintsil Galaxy mit 1:0 in Führung – ein Treffer, der erst nach einem intensiven Videoschiedsrichter-Studium wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung anerkannt wurde. Kurz darauf hatte Reus sogar das 2:0 auf dem Fuß, verzog jedoch aus kürzester Distanz. Die ausgelassene Großchance rächte sich kurz vor dem Pausenpfiff, als Houstons Guilherme in der 41. Minute mit einem sehenswerten Distanzhammer aus gut 18 Metern den überraschenden Ausgleich erzielte.
In der zweiten Halbzeit verlor die Offensive von Galaxy spürbar an Dynamik, was Houston immer wieder gefährliche Kontergelegenheiten eröffnete. In der Schlussphase rannten die Kalifornier zwar noch einmal verzweifelt an, bissen sich jedoch am eigenen Ex-Keeper Jonathan Bond die Zähne aus, der mit fünf spektakulären Paraden nach dem Seitenwechsel den Punktgewinn für Dynamo festhielt.
Galaxy (5-5-5) klettert durch den Punktgewinn zwar auf den neunten Tabellenplatz im Westen und blickt auf eine strapaziöse erste Saisonhälfte zurück, verpasst es jedoch, sich eine noch bessere Ausgangslage für den Restart am 17. Juli im Derby gegen den LAFC zu verschaffen.
