"Wilde" Jahre mit Schumi, Häkkinen & Co.: DTM feiert 40. Geburtstag

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"Wilde" Jahre mit Schumi, Häkkinen & Co.: DTM feiert 40. Geburtstag

Die DTM hat sich als fester Bestandteil der Motorsportszene etabliert.
Die DTM hat sich als fester Bestandteil der Motorsportszene etabliert.AFP
Was im Jahr 1984 im belgischen Zolder begann, war für Hans-Joachim Stuck zunächst "mehr so eine schöne Beschäftigungstherapie" - und diese lief auch hervorragend an. Stuck, mit der Erfahrung von 74 Formel-1-Rennen ein Name in der Motorsportszene, steuerte im ersten Rennen der DTM-Geschichte dem Premierensieg entgegen. In welchem Auto? Da muss er länger nachdenken. "Ich weiß aber noch, dass ich das Radl verloren habe da hinten in der Doppel-Rechts", sagt der Bayer.

Es war der wilde Auftakt in ein "relativ wildes Jahr", so erinnert sich Stuck im SID-Gespräch an diesen 11. März 1984. Und 40 Jahre später ist die DTM noch immer da, am kommenden Wochenende beginnt die Jubiläumssaison in Oschersleben. Mittlerweile unter dem Dach des ADAC ist die Rennserie längst ein Kulturgut des deutschen Motorsports, und sie zehrt durchaus noch von ihren rauen, manchmal unübersichtlichen Anfängen.

Es war eine offene Rennserie für Enthusiasten und Schrauber, in der Stuck in seinem BMW 635 CSi an den Start ging. Ein Handicap-Reglement mit Zusatzgewichten und weiteren Restriktionen sorgte für annähernd gleiche Chancen. 16 verschiedene Fahrzeugtypen gingen im Verlauf der ersten Saison auf die Strecke, sage und schreibe 98 Fahrerinnen und Fahrer stehen in den Ergebnislisten. Darunter die Italienerin Lella Lombardi - die bis heute einzige Frau, die in der Formel 1 in die Punkteränge fuhr. Dazu spätere DTM-Ikonen wie Roland Asch, Jörg van Ommen oder eben Stuck, der 1990 den Titel holte. Und auch ein gewisser Willi Weber, der später Michael Schumacher als Manager ("Mister 20 Prozent") in die Formel 1 brachte und auf dem Weg an die Spitze beriet.

Die DTM wuchs, zog bald auch die großen Werke an - und jede Menge Motorsportfans. "Beim Hockenheim-Finale hatten wir wirklich immer volles Haus", erinnert sich Stuck: "Die Leute haben einen Riesenspaß gehabt, wir haben gerne Autogramme gegeben und mit den Fans Kontakt gehabt."

Auch Schumi fuhr in der DTM

Der Wert der DTM wuchs auch sportlich, die Serie wurde international zur Marke. Michael Schumacher war kurz vor seinem Formel-1-Einstieg noch Gaststarter, für Giancarlo Fisichella, Paul Di Resta, Pascal Wehrlein oder Esteban Ocon diente die DTM gar als direktes Sprungbrett in die Königsklasse. Die Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg und Mika Häkkinen wiederum ließen ihre Rennfahrerkarrieren in der DTM ausklingen.

Die Serie war nicht frei von Krisen. 1996 war erst mal Schluss, 2000 kam es zum Revival. Doch die DTM musste sich auch danach neu erfinden, zuletzt 2021 durch den Wechsel von Prototypen zu GT3-Fahrzeugen. Im vergangenen Jahr übernahm schließlich der ADAC die Serie vom langjährigen Vermarkter ITR. Ab dem Wochenende ist der Österreicher Thomas Preining im Porsche als Titelverteidiger der Gejagte.