Pommes-Party und Musical: DFB-Frauen feiern WM-Ticket und Newcomerin Müller

Marie Müller hat einen traumhaften Einstand im DFB-Trikot erlebt.
Marie Müller hat einen traumhaften Einstand im DFB-Trikot erlebt.INA FASSBENDER / AFP

Nach der Party mit Döner, Schnitzel, Pommes und Eiscreme wartete auf Senkrechtstarterin Marie Müller und ihre Kolleginnen noch eine Extrabelohnung. Mit dem WM-Ticket in der Tasche durften die deutschen Fußballerinnen beim Ausflug ins Musical "Moulin Rouge" einen Abend lang abschalten, ehe es am Sonntagmorgen in den Flieger nach Ljubljana ging.

Er sei "unheimlich erleichtert und stolz auf die Mannschaft", schwärmte Bundestrainer Christian Wück nach dem 2:0 (2:0) gegen Norwegen, das die WM-Mission 2027 in Brasilien vorzeitig eingeläutet hatte. Sogar als erstes europäisches Team darf Deutschland für die Titeljagd planen. Und Newcomerin Müller, die den Grundstein zum Gruppensieg gelegt hatte, konnte ihr märchenhaftes Debüt kaum fassen.

Dass sie als Vertretung der verletzten Kapitänin Giulia Gwinn (Schulter-OP) als Rechtsverteidigerin gleich ihr erstes Tor zur Führung schoss (18.), sei "ein unglaubliches Gefühl", erklärte die 25-Jährige nach ihrer Gala mit der Gwinn-Nummer 7 auf dem Trikot. "Ich hatte wirklich Gänsehaut und ein paar Tränen in den Augen."

Wamser gelingt Traumtor

Wücks mutige Entscheidung nach den Ausfällen in der Abwehr ging auf, der 52-Jährige lobte Positionierung sowie Technik der gebürtigen Dortmunderin vom US-Klub Portland Thorns, die eigentlich Anfang 2025 schon debütieren sollte. Dann aber erlitt sie im Training beim DFB-Team einen Kreuzbandriss. "Marie hat noch unheimlich viel Potenzial auf dieser Position, die für unser Spiel so wichtig ist", sagte Wück.

Die erfreuliche Kadertiefe untermauerte Carlotta Wamser (27.) mit ihrem Traumtor vor 33.425 Fans ("Ich habe blind aufs Tor geschossen"). Danach träumte die Linksverteidigerin zur Belohnung von einem "Döner, mit Knoblauch, scharf" im Kölner Teamhotel direkt am Rheinufer.

Noch größer aber ist die Lust auf den nächsten Sommer: "Brasilien, da wollte ich eh schon immer mal hin." Für DFB-Teams war es beim Olympiagold 2016 der Frauen sowie beim WM-Triumph 2014 der Männer bekanntlich ein gutes Pflaster.

Doch bei aller Euphorie blieb Wück auf dem Teppich. Beim Abschluss in Slowenien am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) wird der Bundestrainer kräftig rotieren. Wichtiger wird der Herbst, wenn angestrebte Tests gegen Teams aus Afrika, Südamerika oder Asien dabei helfen sollen, an der Titelreife zu feilen.

Mögliche Freigang-Sperre trübt die Stimmung

"Es fehlt noch sehr viel", bilanzierte Wück, wohl auch mit Blick auf das ernüchternde 0:0 Mitte April in Österreich. Das Hauptaugenmerk liege nun auf der Weiterentwicklung und "unser Spielsystem, unsere Art Fußball zu spielen, weiter zu verinnerlichen."

Wann aber die aktuell aussortierte Laura Freigang dazu wieder die Chance bekommen könnte, steht in den Sternen. Während des Spiels bestätigte die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) drei Meldeversäumnissen der Angreiferin von Eintracht Frankfurt innerhalb von zwölf Monaten.

"Mir ist an der Stelle wichtig zu betonen: Gegen mich besteht und bestand zu keinem Zeitpunkt ein Dopingverdacht", schrieb die 28-Jährige tags darauf bei Instagram. Bei den verpassten Kontrollen habe es sich "nicht um bewusst vermiedene Kontrolltermine" gehandelt, sondern "um Unstimmigkeiten bzw. Missverständnisse".

Für das Disziplinarverfahren gegen Freigang, die das Norwegen-Spiel von der Tribüne aus verfolgte, ist nun der Deutsche Fußball-Bund zuständig, als Strafmaß ist eine Sperre von bis zu zwei Jahren vorgesehen. Der DFB hat bislang nur den Eingang der NADA-Mitteilung bestätigt, Wück wollte sich zur Causa nicht äußern.