15. Juli 2013 - Der Start
Mit 16 Jahren gibt Zverev dank einer Wildcard in seiner Heimatstadt Hamburg sein Debüt auf der ATP-Tour. Er verliert am Rothenbaum in der ersten Runde gegen den Spanier Roberto Bautista Agut 3:6, 2:6. Wochen zuvor hatte sich Zverev ins Junioren-Finale der French Open gespielt, im Januar 2014 gewinnt er dann die Junioren-Einzelkonkurrenz bei den Australian Open. Deutschland hat wieder ein Toptalent.
25. September 2016 - Der erste Titel
Bei der dritten Endspielteilnahme der erste Erfolg: Zverev, Kind russischer Eltern, gewinnt das Hallenturnier in St. Petersburg. Im Finale schlägt der 19-Jährige den Schweizer Grand-Slam-Gewinner Stan Wawrinka in drei Sätzen.
21. Mai 2017 - Der Durchbruch
Der erste Masters-Titel: Im Finale von Rom bezwingt Zverev den großen Novak Djokovic glatt mit 6:4, 6:3. "Das ist ein ganz besonderer Moment für mich, ich werde mich den Rest meiner Karriere daran erinnern", sagt Zverev nach seinem Coup.
18. November 2018 - Der Fingerzeig
Bei den Grand-Slam-Turnieren lässt der Durchbruch noch auf sich warten, doch beim Saisonfinale der acht besten Männer des Jahres in London siegt Zverev zum ersten Mal durch ein 6:4, 6:3 im Endspiel gegen Djokovic. Es ist der erste Triumph eines deutschen Spielers bei diesem Turnier seit Boris Beckers Erfolg 1995 (damals noch ATP-WM).
13. September 2020 - Die verpasste Chance
Nur zwei Punkte fehlen Zverev zum ersten Grand-Slam-Erfolg eines Deutschen im Herren-Einzel seit Becker bei den Australian Open 1996. Was folgt im Endspiel der US Open, ist die bis dato heftigste Niederlage für den Hamburger. 6:2, 6:4, 4:6, 3:6, 6:7 heißt es nach mehr als vier Stunden gegen seinen Kumpel Dominic Thiem (Österreich). "Das tut weh. Das ist vielleicht seine schmerzhafteste Niederlage. Aber das ist der Sport", kommentiert Becker.

1. August 2021 - Der goldene Sonntag
Zverev holt einen Erfolg, der weder Becker noch dem großen Roger Federer vergönnt war: Olympiasieger im Einzel. Zverev dominiert im Finale von Tokio den Russen Karen Khachanov 6:3, 6:1, eine Runde zuvor schlug er im vorweggenommenen Endspiel Djokovic.
Zverev gegen Alcaraz ganz nah dran
23. Februar 2022 - Der Ausraster
Beim Turnier in Acapulco hämmert Zverev mit seinem Schläger auf den Schiedsrichterstuhl ein, beschimpft den italienischen Referee Alessandro Germani als "Idioten". Die ATP schließt Zverev vom Turnier aus, bittet ihn zur Kasse und sperrt ihn auf Bewährung. Zverev bittet wenig später um Entschuldigung: "Es ist schwer in Worte zu fassen, wie sehr ich mein Verhalten bereue."
3. Juni 2022 - Die Verletzung
Zverev ist in der Form seines Lebens, im Halbfinale der French Open agiert er gegen Roland-Garros-Rekordgewinner Rafael Nadal auf Augenhöhe - bis er beim Stand von 6:7, 6:6 böse umknickt. Zverev wird im Rollstuhl vom Court befördert, er klettert danach zwar erstmals auf Rang zwei der Weltrangliste, muss aber mit dem Hätte-Wäre-Wenn leben - und vor allem: Er fällt wegen seiner schweren Sprunggelenkverletzung ein halbes Jahr aus.

9. Juni 2024 - Die Erkenntnis
Zverevs Weg zurück ist lang und beschwerlich. Doch fast auf den Tag zwei Jahre später steht er endlich im Finale von Paris - nachdem er in der ersten Runde am alternden Nadal spektakulär Revanche genommen hatte. Und Zverev führt auch im Finale gegen Carlos Alcaraz 2:1 nach Sätzen, dann dreht der geniale Spanier auf - Zverev verliert 3:6, 6:2, 7:5, 1:6, 2:6 und erklärt anschließend, dass er das Match "nicht weggegeben" habe wie 2020 in New York. Alcaraz sei schlicht zu stark gewesen: "Seine Intensität unterscheidet sich von allen anderen."
26. Januar 2025 - Der Angstgegner
Auf sein drittes Grand-Slam-Endspiel muss Zverev nicht lange warten - doch schnell ist es vorbei. Beim 3:6, 6:7, 3:6 gegen Jannik Sinner in Melbourne hat Zverev keine echte Chance. Der Deutsche ist bei der Siegerehrung geknickt und ratlos - tatsächlich wird er gegen Sinner auch die folgenden sieben Duelle ohne Satzgewinn verlieren.

1. Juli 2025 - Der Breakdown
Wimbledon, 1. Runde: Der Rasenklassiker war nie Zverevs Lieblingsturnier, doch nach der Auftaktniederlage gegen den französischen Außenseiter Arthur Rinderknech ist der Hamburger nicht nur sportlich am Boden, Zverev räumt mentale Probleme ein: "Ich fühle mich generell gesprochen ziemlich alleine in meinem Leben." Er nimmt sich eine dreiwöchige Auszeit, dann geht's weiter.
Zum Match-Center: Flavio Cobolli vs. Alexander Zverev
