Zverev, Djokovic & Co. – wer kann von dem dramatischen Sinner-Aus profitieren?

Zverev, Djokovic & Co. wollen vom Sinner-Aus profitieren.
Zverev, Djokovic & Co. wollen vom Sinner-Aus profitieren.REUTERS

Es stand 6:3, 6:2, 5:1. Aryna Sabalenka, die nach ihm auf den Platz kommen sollte, hatte sich bereits warm gemacht. Doch dann passierte das Unmögliche: Nach einem guten Lauf Cerundolos und mehreren Verletzungspausen flog der absolute Top-Favorit Jannik Sinner aus den French Open. Eine Chance für Alexander Zverev, endlich seinen ersten Grand Slam zu gewinnen – aber auch für einen kompletten Überraschungssieger, um den Triumph in Paris davonzutragen.

Nach 30 gewonnen Matches in Folge, scheitert Jannik Sinner nach einer gefühlten Ewigkeit und das in dem Turnier, wo er als haushoher Favorit bei den Buchmachern galt. Nun öffnet sich damit die Tür für eine Vielzahl an Namen, ihren ersten Triumph bei den French Open zu holen. Diese Herren hätten nach dieser beinahe historischen Pleite die größten Chancen im restlichen Turnierverlauf:

Alexander Zverev

Der Mann aus Hamburg spielt bisher eine hervorragende Sandplatz-Saison, scheitert dabei jedoch immer wieder an Jannik Sinner. Nach dem Aus des Mannes aus Südtirol, wären nun die Tore für einen möglichen Grand-Slam-Erfolg sperrangelweit offen. Gerade der 3:0-Erfolg gegen Tomas Machac zeigte, dass der Deutsche dieses Jahr nicht nach Paris gereist ist, um die französische Hauptstadt wieder schnell zu verlassen. Hält er seine aktuelle Form, ist er der neue Top-Favorit auf den Turniersieg und könnte den ewigen Fluch endlich brechen. 

Novak Djokovic

Die magische Zahl für Nole ist die 25, so viele Grand-Slam-Erfolge könnte der Serbe auf seinem Konto haben, sollte es dieses Jahr in Paris reichen. Der Serbe liebt die Stadt und Paris liebt ihn, vor allem jetzt, wo neben Sinner auch Alcaraz und Medvedev nicht mehr im Rennen sind, wird der "GOAT" nochmal mehr motiviert sein, hier seinen wohlmöglich letzten großen Streich zu vollbringen.

Casper Ruud

Bereits zweimal schaffte es der Sandplatz-Spezialist in das Endspiel von Roland Garros. Einmal war der "König", Rafael Nadal, eine Nummer zu groß für ihn, danach scheiterte er an Novak Djokovic. Nun wäre der Weg ohne die neue "Big Two" frei, um auf seinem Lieblingsbelag endlich den Grand-Slam-Erfolg zu holen. Die magischen Schläge gegen Hamed Medjedovic zuletzt haben gezeigt, dass ihn die Bärenhitze in Paris nichts anhaben kann und auch für Fünfsatz-Matches ist sich Ruud niemals zu schade.

Andrey Rublev

Der Russe ist ein Energiebündel, das sich auf dem Sandplatz enorm wohlfühlt und auch in schwierigen Situationen schaffte es Rublev in diesem Turnier, über die Mentalität zu kommen, sich zu pushen und vor allem die Nerven zu behalten. Gelingt ihm das weiterhin in Paris, kann er jedem Spieler, der noch im Turnier ist extrem gefährlich werden. Zwar wurde immer wieder gesagt, dass er das Zeug für einen Grand-Slam nicht hätte, aber die aktuelle Situation des Draws gestaltet das Turnier komplett offen.

Ein Underdog

Selten war die Chance so groß, in Paris Geschichte zu schreiben, wie jetzt. Gustavo Kuerten siegte 1997 als 20. der Setzliste, Mats Wilander war 1982 die Nummer 17 im Draw. Einige Namen hätten dieses Jahr das Zeug, hier für einen neuen Rekord zu sorgen. Arthur Rinderknech (22.) mit dem großen Support der französischen Fans, Francisco Cerundolo (25.), der als absoluter Sandplatz-Experte gilt oder die Youngsters Rafael Jodar (27.) und Joao Fonseca (28.) dürfen sich jetzt allerlei Chancen ausrechnen.

Jaime Faria, der heute erst Jan-Lennard Struff bezwang, dürfte sich als absoluter Underdog, der über die Qualifikation kam, auch Chancen ausrechnen. Vor allem das Mindset könnte bei dem Portugiesen, der nach den Australian Open 2025 von Novak Djokovic explizit gelobt wurde, ein großer Vorteil sein.