"Eigentlich habe ich mich mit ihr total gut verstanden, wir waren keine Feinde oder sowas. Was jetzt passiert ist, keine Ahnung", sagte Korpatsch nach dem Match bei Eurosport. Sie hatte sich verdient mit 6:2, 2:6, 6:3 gegen die Weltranglisten-34. Wang Xinyu durchgesetzt - doch vor allem eine Szene hatte für Zwist bei den Konkurrentinnen gesorgt.
Beim Stand von 5:2 für Korpatsch im ersten Satz verlor Wang ein Stück weit die Nerven und kontrollierte einen Abdruck auf der Spielhälfte der Deutschen - was nicht erlaubt ist und ihr prompt eine Verwarnung einbrachte. Laut TV-Sender Eurosport zeigte das Hawk-Eye-System, dass der von ihr geschlagene Ball im Aus war.
Korpatsch am Ende im Recht
"Das kann sie sich ja anschauen und sich bei mir entschuldigen", sagte Korpatsch, die nun auf Elina Svitolina aus der Ukraine trifft. Wang monierte mit etwas Abstand zum Match zwar weiterhin, Korpatsch habe der Schiedsrichterin den falschen Ballabdruck gezeigt. Sie räumte aber auch ein, dass ihr Auftreten in dem Moment nicht richtig gewesen sei. "Ich möchte mich dafür entschuldigen, ich habe die Situation nicht richtig eingeschätzt und würde nicht wieder auf die andere Seite herübergehen."
Letztlich war es viel Aufregung um einen einzelnen Punkt also, der nicht über das Weiterkommen der Deutschen entschied. Korpatsch jubelt dagegen über ihren Erfolg und schrieb danach fleißig Autogramme. Die Weltranglisten-95., die von ihrem Vater trainiert wird, hat sich ihre Karriere im Familienkreis aufgebaut. "Es war ein sehr harter Weg für uns. Wir haben damals im Auto geschlafen, gezeltet", sagte sie zuletzt in Paris: "Wir haben wirklich keine Hilfe bekommen von irgendwem, keine Wildcards und einfach keine Unterstützung."
Vom Deutschen Tennis Bund (DTB) fühlt sie sich insgesamt über die Zeit ihrer Karriere wenig beachtet. Korpatsch betonte allerdings, dass sie die Berufung von Torben Beltz zum Bundestrainer gut finde. Beltz saß auch bei ihrem Duell mit Wang auf der Tribüne und erlebte die Diskussionen hautnah.
