Als DFB-Präsident Bernd Neuendorf aus den Vereinigten Staaten zurück nach Deutschland kam, häuften sich auf seinem Schreibtisch die Probleme.
Die erneute Razzia in der Verbandszentrale, Kritik an seiner Kommunikation – und vor eine Frage, die alles überstrahlt: Wann entscheidet er über die Zukunft von Noch-Bundestrainer Julian Nagelsmann?

Immer mit der Ruhe
Die Scheinwerfer richten sich auf den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der das Rampenlicht bei brisanten Themen gerne meidet. Kritischen Fragen zum Debakel und den Konsequenzen stellte er sich nicht.
Immerhin betonte er in einer vom DFB verbreiteten Pressemitteilung, dass man "nach einem derartigen Tiefschlag" nicht einfach "zur Tagesordnung übergehen" wolle.
Ob Nagelsmann weichen muss, Jürgen Klopp die kochende Volksseele als Nachfolger beruhigen soll und weitere Folgen auf der DFB-Führungsebene zu erwarten sind, ist aber noch nicht entschieden.

In den kommenden Tagen werde man nun "gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern", sagte Neuendorf vor seiner Abreise aus den USA, "weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht hat abrufen können und ihren eigenen und den Erwartungen Fußball-Deutschlands nicht gerecht geworden ist".
Watzkes Wort hat Macht
Es ist ausgeschlossen, dass Neuendorf allein den Daumen senken wird. Schon bei der Installation von Rudi Völler hatte er sich Rat aus der Branche geholt. Die Meinung des DFB-Vizepräsidenten Hans-Joachim Watzke – der durch die gemeinsame BVB-Zeit eine freundschaftliche Beziehung zu Klopp pflegt – besitzt großes Gewicht.
Vertrag läuft erst 2028 aus
Auch Geschäftsführer Andreas Rettig sitzt mit am Tisch der DFB-Führung, die den Vertrag mit Nagelsmann nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM bis 2028 verlängerte.
Obwohl sich die Lage unter Neuendorf beim einst so klammen Verband entspannt hat, dürften auch die Finanzen eine Rolle spielen.

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