DER ERSTE SCHMERZ (1970)
1966 hatte es das Schicksal gut gemeint: England gewann in London gegen Deutschland mit dem Wembley-Tor den ersten WM-Pokal. Was damals niemand ahnte: Der Titelwürde für mindestens 64 Jahre der einzige bleiben.
Schon vier Jahre später endete die WM in Mexiko im Viertelfinale bei der Neuauflage des Endspiels – auf dramatische Weise. England führte bis zur 67. Minute mit 2:0. Franz Beckenbauers rechter Fuß und Uwe Seelers Hinterkopf retteten Deutschland in die Verlängerung, ehe Gerd Müller die Träume von der erfolgreichen Titelverteidigung zerstörte.
DIE HAND GOTTES (1986)
Allein durch den Falklandkrieg 1982 besaß das WM-Viertelfinale gegen Argentinien besondere Brisanz. Dann nahm für die Briten das sportliche Drama seinen Lauf: Diego Maradona mit "der Hand Gottes" und einem Solo für die Ewigkeit schoss England aus dem Turnier - das 1:2 ist bis heute eine schmerzende Wunde im Mutterland des Fußballs.
SCHON WIEDER DEUTSCHLAND (1990)
Das WM-Halbfinal-Aus in Italien war nicht nur die zweite schmerzhafte Niederlage bei einem großen Turnier gegen Deutschland, sondern auch der Beginn des englischen Elfmetertraumas. Die Leidtragenden beim 4:5 waren Stuart Pearce, dessen Schuss Bodo Illgner parierte, und Chris Waddle, der das Aus mit einem Fehlschuss besiegelte. England hat seitdem bei Welt- und Europameisterschaften nur drei von neun Spielen, die im Elfmeterschießen entschieden wurden, gewonnen.
"30 YEARS OF HURT" (1996)
Wieder Halbfinale, wieder Elfmeterschießen, wieder gegen Deutschland: Auch bei der EM im eigenen Land verpasste England vom Punkt die Chance auf einen Triumph. Anlässlich des Turniers hatten die englischen Komiker David Baddiel und Frank Skinner den Song "Three Lions" geschrieben. "It's coming home" und "30 years of hurt" bringen die Sehnsucht der Fans nach einem Titel zum Ausdruck. Der Song überdauerte die Jahre als Hymne, aber auch der Schmerz blieb.
DAS DRAMA VON WEMBLEY (2021)
Im Halbfinale 1996 war er der Pechvogel, dessen Elfmeter gehalten wurde – 20 Jahre später übernahm Gareth Southgate als Trainer. Der 57-malige Nationalspieler führte die Three Lions nach einer längeren Durststrecke ins WM-Halbfinale 2018 und 2021 ins erste EM-Endspiel überhaupt. Hier ereilte England im heimischen Wembley-Stadion jedoch erneut das Elfmeterschicksal, der Titel blieb nach einem 3:4 aus.

DER SCHMERZ VON BERLIN (2024)
Während des Turniers in Deutschland hagelte es Kritik, am Ende belehrten Harry Kane, Jude Bellingham und Co. alle eines Besseren: Nach schwachen Auftritte mit wenigen Toren, knappen Siegen und - man staune: einem Sieg im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen die Schweiz - erreichten sie zum zweiten Mal in Folge ein EM-Endspiel. Doch auch gegen Spanien zog England in Berlin mit 1:2 den Kürzeren. Die Konsequenz: Southgate trat nach acht Jahren von seinem Posten zurück.
DIE ANGST IN ATLANTA (2026)
1:0 führten die Engländer, das erste WM-Finale seit 60 Jahren und die große Chance auf das Ende aller Leiden war so nah, da verließ sie der Mut. Trainer Thomas Tuchel ließ seine Mannschaft den Doppeldecker-Bus im eigenen Strafraum parken, das reichte gegen den Titelverteidiger Argentinien nicht. Nach dem 1:2 ist das Entsetzen groß, der Schmerz hält an.

---------------------------------------------------
Verfolge die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™ mit ZDF bei Prime Video – LIVE-Übertragungen, Highlights und Analysen

