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Kritik an FIFA wächst – Lange Halbzeitpause im WM-Finale "nicht unproblematisch"

FIFA-Präsident Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni InfantinoIMAGN IMAGES via Reuters/Maria Lysaker

Beim Finale der XXL-WM in East Rutherford gibt es die erste Halbzeitshow der Turniergeschichte. Dass die Pause länger als üblich ausfallen wird, hat Folgen - auch für das Spiel.

 Madonna, Shakira, Justin Bieber – bei der ersten Halbzeitshow in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft kann die FIFA ihre Begeisterung für die ganz großen Namen und ihren Hang zum Gigantismus kaum im Zaum halten.

Für das hochkarätige Line-up dehnt der Weltverband die bisherige Halbzeitpause. Das läuft es so einigen Fußball-Fans in Europa kalt den Rücken hinunter. Lionel Messi, Lamine Yamal und ihre Teamkollegen stehen vor einer einzigartigen Herausforderung.

"Die Halbzeitdauer von 15 Minuten hat sich nicht zufällig etabliert. Sie stellt einen guten Kompromiss zwischen einer kurzen Erholung und dem Erhalt der körperlichen Leistungsbereitschaft dar", warnt der Kölner Sportmediziner Hans-Georg Predel im Interview mit dem SID. 

Die Trinkpausen bleiben nicht die einzige Veränderung
Die Trinkpausen bleiben nicht die einzige VeränderungREUTERS/Carlos Barria

Eine Verlängerung auf 25 oder 30 Minuten sei "nicht unproblematisch", betont der Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule, sie "verändert die physiologischen Voraussetzungen deutlich".

Der Sportwissenschaftler hat einen Ratschlag: "Idealerweise erfolgt in den letzten drei bis fünf Minuten vor Wiederbeginn ein strukturiertes Reaktivierungsprogramm mit Laufübungen, Mobilisation sowie kurzen Steigerungs- und Sprintbewegungen". 

Match-Center: Spanien vs. Argentinien

"Höhepunkt der größten Show der Welt"

Dass die FIFA vor folgenreichen Veränderungen nicht zurückschreckt, ist spätestens seit der Aufstockung auf 48 WM-Teilnehmer oder der Einführung von Trink- bzw. Werbepausen hinlänglich bekannt. Der Kommerz siegt über die Tradition.

Superlative bestimmen das Bild vor dem Endspiel zwischen Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien am Sonntag (21 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV). Als wäre die WM ein gigantisches Reality-Format im Privatfernsehen, choreographiert bis ins letzte Detail.

Das Spiel im MetLife Stadium in East Rutherford vor den Toren der Metropole New York bezeichnet die FIFA folgerichtig als "Höhepunkt der größten Show der Welt".

Sänger Chris Martin, der mit seiner Band Coldplay zu den erfolgreichsten Tournee-Musikern des Jahrtausends gehört, wurde als Kurator installiert. Für offiziell nur elf Minuten Musikeinlage wird den über 80.000 Fans die A-Riege geboten: der kanadische Popstar Justin Bieber, Pop-Ikone Madonna, WM-Dauerbrenner Shakira, Violinist Gustavo Dudamel und die K-Pop-Band BTS.

Danach steht wieder der Sport im Mittelpunkt. Bis zur nächsten Trinkpause.