Was ist in den letzten vier Wochen passiert?
Nach einer anstrengenden ersten Saisonhälfte gönnten sich die Piloten eine wohlverdiente Pause. Und auch die Mitarbeiter der Teams kamen endlich mal zur Ruhe, die Fabriken wurden abgeschlossen. Mit aufgeladenen Batterien geht es nun in die zweite Halbzeit, und diese hat es in sich: Bis Anfang Dezember stehen planmäßig noch zwölf Grand Prix auf dem Programm. Aufgrund des Nahost-Krieges sind aber Änderungen vor allem bezüglich der letzten beiden Stationen in Katar und Abu Dhabi weiter möglich.
Warum verabschiedet sich die Formel 1 aus Zandvoort?
2021 kehrte die Rennserie auf den modernisierten Kurs im niederländischen Küstenort zurück, Jahr für Jahr sorgten die heimischen Fans für eine orangene Formel-1-Party. Doch nach diesem Wochenende ist Schluss.
"Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern erhalten wir keine staatliche Unterstützung, sodass wir letztendlich selbst für das Endergebnis verantwortlich sind und daher unsere finanziellen Risiken sehr sorgfältig kalkulieren müssen", hatte Robert van Overdijk, Direktor des Rennens, damals die Entscheidung kommentiert. Die hohen Antrittsgebühren der Formel 1 sind vor allem für die traditionsreichen Standorte ein Problem.
Wer erwischt den besten Start nach der Pause?
Mercedes-Überflieger Kimi Antonelli startet mit einem Polster von 50 Punkten auf Lewis Hamilton in die zweite Halbzeit - das klingt zunächst einmal nach einem komfortablen Vorsprung. Doch Teamchef Toto Wolff warnt: "Wir haben Punkte liegen lassen, unsere Konkurrenten haben den Leistungsrückstand verringert, und wir wissen, dass die zweite Jahreshälfte uns mehr abverlangen wird als die erste."
Auf dem Papier reisen die Silberpfeile als stärkste Kraft nach Zandvoort - die Vormachtstellung müssen Antonelli und sein zuletzt enttäuschender Teamkollege George Russell aber auch auf der Strecke untermauern.
Wie sieht es bei den Verfolgern aus?
Vor der vierwöchigen Unterbrechung meldete sich plötzlich Lando Norris eindrucksvoll zurück, in Ungarn dominierte der McLaren-Pilot die Rivalen. Setzt der Weltmeister nun zur großen Aufholjagd an? Zudem wollen Charles Leclerc und Hamilton mit ihren starken Ferraris wieder nach ganz oben - und den Rückstand in der Einzel- sowie Konstrukteurs-WM verkleinern. So oder so verspricht das Sprintwochenende große Spannung, schließlich sind für Freitag und Samstag auch Regen angesagt.
Was macht der Fanliebling?
Auch die Pause brachte keine neuen Erkenntnisse, Max Verstappens Zukunft bei Red Bull ist weiter ungewiss. Klar ist aber, dass der viermalige Champion bei seinem vorerst letzten Heimspiel seinen Fans noch einmal eine große Show bieten will. Dass er seinen vierten Sieg nach 2021, 2022 und 2023 feiern kann, scheint unwahrscheinlich. Doch das Team macht sichtbare Fortschritte, bei den vergangenen vier Rennen schaffte es Verstappen dreimal auf das Podest.
Und sonst so?
In Zandvoort bekommt Verstappen offenbar einen neuen Teamkollegen. Berichten zufolge soll Isack Hadjar mit einer Handgelenksverletzung ausfallen, dafür soll Liam Lawson - mal wieder - vom Schwesterteam Racing Bulls aufsteigen. Den dort freigewordenen Platz soll dafür ein alter Bekannter übernehmen: Yuki Tsunoda, der zur neuen Saison durch Hadjar bei Red Bull ersetzt worden war und aktuell als Testfahrer beider Teams agiert, steht demnach vor einem Blitz-Comeback.
