"Den Mittelfinger zeigen": Formel-1-Kollegen reagieren auf Hamilton-Sieg

Lewis Hamilton auf dem Podest in Barcelona
Lewis Hamilton auf dem Podest in BarcelonaREUTERS/Bruna Casas

Glückwünsche, Genugtuung - und ernsthafte Sorgen der Konkurrenz: Der erste Sieg von Lewis Hamilton im Ferrari war im gesamten Fahrerlager von Barcelona das größte Thema, nicht wenigen kam als erstes das schwierige vergangene Jahr des Rekordweltmeisters in den Sinn. "Viele Leute haben ja schlecht über ihn gesprochen, er musste sich auch online viel gefallen lassen", sagte Weltmeister Lando Norris von McLaren: "Es ist schön, dass er denen jetzt allen den Mittelfinger zeigen kann."

Hamilton war 2025 mit großen Hoffnungen zu Ferrari gekommen und erlebte dann das schwächste Jahr seiner Formel-1-Karriere: Erstmals blieb er ohne einen einzigen Podestplatz. Die begleitenden Kommentare hätten ihn durchaus erreicht und getroffen, "ich bin nur ein Mensch", sagte Hamilton in Barcelona.

Im vergangenen Winter wirkte der Engländer, als denke er über das Karriere-Ende nach. Es habe in dieser Phase "definitiv Momente" gegeben, "in denen ich dachte: 'Puh, vielleicht stimmt es ja doch, vielleicht verliert man seine Fähigkeiten ab einen gewissen Punkt.'"

Wolff "warnt" vor Hamilton

Am Sonntag gewann er nun im Ferrari vor Mercedes-Pilot George Russell und Norris, WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli fiel kurz vor Schluss mit einem Defekt aus. Dadurch liegt Hamilton, WM-Zweiter, nur noch 41 Punkte hinter dem Italiener im Mercedes. Noch 15 der 22 Rennen sind in diesem Jahr zu absolvieren.

Bei den Silberpfeilen, lange Jahre Hamiltons Team, wird der 41-Jährige nun als Titelrivale wahrgenommen. "Ich fühle mich nicht wohl damit, mit ihm um einen Titel zu kämpfen, weil ich weiß, wozu er fähig ist", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Wenn er Blut riecht, legt er los. Ich habe selbst viele Jahre gesehen, wie der Lewis-Zug loslegt. Er ist dann schwer zu stoppen."