Natürlich ist Dennis Schröder früher in der Halle. Er wird "supporten", wird schon "da sein", wenn die deutschen Basketballerinnen in Köln ihre Generalprobe für die Heim-WM absolvieren, sagte der Weltmeisterkapitän mit Blick auf Programmpunkt eins beim anstehenden Double-Header.
Denn nach den Frauen gehen am Donnerstag auch die Männer (mit guten Erinnerungen) in der Lanxess Arena auf das Parkett, der neue Ansatz macht besonders in dieser Woche Sinn – und kommt an.
"Ich finde das super mit den Frauen, finde es geil, dass wir einen Doppelspieltag haben", so Schröder. Es sei "sehr cool, da passiert was in Deutschland."
Wie den Männern, die in den vergangenen Jahren mit drei Medaillen, darunter WM- und EM-Gold, für mächtig Furore gesorgt haben, soll nun auch den Frauen ein echter Sprung nach vorn gelingen.

Hoffnung auf neue Euphorie
In Köln soll es dafür nochmal neuen Rückenwind geben. Schließlich beginnt gut eine Woche später schon die Weltmeisterschaft (4. bis 13. September) in Berlin.
Köln ist das richtige Pflaster, genau dort nahm der Aufschwung des späteren Weltmeisters so richtig Fahrt auf. In der EM-Vorrunde 2022 feierten Schröder und Co. vier Siege in fünf Spielen, begeisterten in der Multifunktionshalle die Publikumsmassen und holten wenige Tage später Bronze – in Berlin.
"Köln liegt mir sehr am Herzen, weil diese Europameisterschaft, die wir 2022 da gespielt haben, das hat so ein bisschen diese Basketball-Euphorie in Deutschland entfacht", meint Welt- und Europameister Maodo Lo: "Hoffentlich kann die Frauen-Mannschaft auch so eine Euphorie generieren wie wir das damals geschafft haben." Er wünsche sich, "dass da so ein Momentum entsteht".

Schwierige Ausgangslage für deutsche Damen
Die Erfolgsaussichten sind allerdings nicht so gut wie damals bei den Männern. Die ersten beiden Tests gegen den WM-Auftaktgegner Spanien und Ungarn gingen verloren.
Dazu fehlt beim Turnier Starspielerin Satou Sabally (New York Liberty). Auch der Einsatz ihrer jüngeren Schwester Nyara (Toronto Tempo) ist fraglich, zumindest Leonie Fiebich (New York), eine weitere Stütze, gab rechtzeitig ihr Comeback in der WNBA.
Abgesehen von Luisa Geiselsöder (Portland Fire) ist in Köln noch kein WNBA-Profi dabei. Die Mannschaft wird beim Highlight WM also anders aussehen. Dennoch sei das Duell mit der Türkei (17 Uhr) "ein Test auf höchstem Niveau" und "kein Schaukampf", betonte Bundestrainer Olaf Lange: "Wir wollen wissen, wo wir stehen."
Schröder absolviert mit seinem Team wenige Stunden später (20 Uhr/beide MagentaTV) ein Pflichtspiel, zum Start in die zweite Gruppenphase der Qualifikation für die WM 2027 geht es gegen Außenseiter Niederlande.
