Zum Hauptinhalt springen

Bestes WM-Ergebnis seit 1966: Tuchel lobt "brillante" Mentalität Englands

Aktualisiert
Tuchel (l.) vor dem Erhalt seiner Medaille
Tuchel (l.) vor dem Erhalt seiner MedailleREUTERS/Carlos Barria

Beim Jubelfoto versteckte sich Thomas Tuchel mit der Bronzemedaille um den Hals in der Ecke hinter Jude Bellingham. Doch als der deutsche Trainer an der Seite seiner Spieler nach einem aberwitzigen Spiel mit zehn Toren stolz durch das Stadion in Miami schritt und den Jubel der Fans genoss, wurde ihm dieser historische Erfolg bewusst: Platz drei bedeutete das beste WM-Ergebnis Englands seit 1966 - und war für Tuchel mehr als nur ein Trostpreis.

"Es ist die erste Medaille seit 60 Jahren, die beste WM auf fremden Boden", sagte Tuchel nach dem 6:4 (4:0) gegen Frankreich: "Ich hoffe, dass die Spieler darauf stolz sind. Vor 18 Monaten haben wir das größte Ziel ausgerufen, wir waren sehr, sehr ambitioniert."

Zum Match-Center: Frankreich vs. England

Dass es nicht für den Titel gereicht habe, sei "sehr schmerzhaft", der Schmerz werde "vergehen, aber die Narbe bleibt". Tuchel lobte seine Mannschaft, die "etwas ganz Besonderes geschaffen und das erneut gezeigt hat". Er richtete ein "massives Kompliment für die Mentalität" an sein Team. "Das", fügte Tuchel an, "war absolut brillant."

Tuchel in der Kritik

Das Spektakel beim Abschied von Frankreichs Erfolgstrainer Didier Deschamps hatte ihm nochmal alles abverlangt. "Es ist schwierig, das reicht für vier Spiele", sagte Tuchel. Das Happy End war auch für ihn eine Genugtuung nach der heftigen Kritik der vergangenen Tage.

FIFA WM 2026

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko. 

Aktuelle News zum Turnier | WM SpielplanAlle WM-KaderWo du die WM LIVE schauen kannst

Die WM-Trophäe
Die WM-TrophäeEyepix/ABACA / Abaca Press / Profimedia

Dennoch blieb das Gefühl, dass für diese starke Mannschaft mit den Superstars Harry Kane und Bellingham mit besseren Trainerentscheidungen und etwas Glück noch mehr möglich gewesen wäre. Tatsächlich hatte ja nicht viel gefehlt, um erstmals seit 1966 wieder ins WM-Endspiel einzuziehen, im Halbfinale gegen Argentinien brach England ganz spät ein. Das bittere 1:2 gegen Lionel Messi, das Experten, Fans und Medien Tuchel ankreideten, kostete dem 52-Jährigen eine Menge Kredit.

Bronze als versöhnlicher Abschluss einer starken WM

Das spürte Tuchel auch am Abend vor dem Duell mit Frankreich. Die Pressekonferenz, die er dort geben musste, "hat sich angefühlt, als wären wir in der Gruppenphase ohne Sieg rausgeflogen", sagte er: "24 Stunden später haben wir den größten Erfolg seit 60 Jahren." Es helfe also, alles immer in Relation zu setzen.

Tuchel (r.) nach dem Spiel mit Bellingham
Tuchel (r.) nach dem Spiel mit BellinghamREUTERS/Paul Childs

Umso wichtiger war dieser Erfolg im kleinen Finale gegen Frankreich. "Es war die perfekte Gelegenheit zu sehen, ob Tuchel aus der Niederlage in Atlanta gelernt hatte", schrieb der Telegraph: "Diesmal beendete England die Partie mit genauso vielen Angreifern wie Verteidigern auf dem Platz. Sie retteten sich gerade noch so auf den dritten Platz. Ein kleiner Fortschritt."

"Das war der erste Schritt"

Tuchel hob derweil erneut die Leistung der Mannschaft hervor. "Vor acht Jahren waren die Franzosen Weltmeister. Vor vier Jahren standen sie im Finale. Es gibt einen kleinen Rückstand, aber das ist kein Problem", sagte Tuchel: "Wir wollen ihn aufholen. Wir haben sie geschlagen, das war der erste Schritt."

Weitere müssen folgen, schließlich ist nach der WM vor der Heim-EM: 2028 soll es in England endlich klappen mit dem ersten großen Titel für das Mutterland des Fußballs seit dem WM-Triumph 1966. Auch dann wird Tuchel wieder das größte Ziel ausrufen. Wenn er darf.