Die nächste Weltmeisterschaft könnte die bisherigen Dimensionen des Fußballs erneut deutlich übertreffen. Nach der XXL-WM 2026 mit 48 Mannschaften steht bereits die nächste Ausweitung im Raum: Bei der WM 2030 könnte das Teilnehmerfeld auf 64 Teams wachsen.
Infantino kündigt Prüfung auf 64 Teams an
FIFA-Präsident Gianni Infantino kündigte an, dass eine weitere Aufstockung nach dem aktuellen Turnier geprüft werden soll. "Auf jeden Fall ein Thema, das man nach dieser WM anschauen und in den Gremien diskutieren wird", sagte der Schweizer.
Das Turnier soll in sechs Ländern auf drei Kontinenten stattfinden. Die Hauptausrichter sind Spanien, Portugal und Marokko. Zusätzlich sind jeweils eine Partie in Uruguay, Argentinien und Paraguay geplant – als Erinnerung an die erste Weltmeisterschaft vor 100 Jahren in Uruguay.
Messi mit 43 Jahren noch einmal bei der WM?
Die mögliche Mega-WM könnte auch ein besonderes Kapitel für Lionel Messi bereithalten. Sollte der Argentinier 2030 erneut teilnehmen, wäre es seine siebte Weltmeisterschaft.
Mit dann 43 Jahren wäre ein Einsatz bei einem Heimspiel in Südamerika ein außergewöhnliches Szenario. Ob Messi tatsächlich noch einmal für Argentinien aufläuft, ist offen – die Spekulationen rund um den Superstar reißen jedoch nicht ab.
Auch auf der deutschen Trainerbank könnte es eine prominente Personalie geben. Voraussichtlich soll Jürgen Klopp bis dahin die deutsche Nationalmannschaft übernehmen.
128 Spiele und ein noch längeres Turnier
Bei einer Erweiterung auf 64 Teilnehmer würde die WM noch einmal deutlich größer werden. Statt der 104 Spiele bei der aktuellen Endrunde wären 128 Partien notwendig.
Geplant wäre ein Format mit 16 Vierergruppen. Die besten beiden Mannschaften jeder Gruppe würden ins Sechzehntelfinale einziehen. Der komplizierte Modus mit den besten Drittplatzierten, der bei der 48er-WM notwendig ist, würde damit wieder entfallen.
Allerdings würde das Turnier dadurch weiter wachsen. Eine Weltmeisterschaft mit 64 Teams wäre kaum innerhalb von weniger als sechs Wochen durchzuführen.
Klopp und Ceferin kritisieren den Gigantismus
Nicht alle Beteiligten stehen der möglichen Erweiterung positiv gegenüber. Jürgen Klopp hatte bereits Zweifel geäußert, als er erstmals von den Plänen hörte: "Ehrlich gesagt, ich habe es nur gesehen und dachte: Oh nein, darauf lasse ich mich nicht ein", sagte der designierte Bundestrainer im Gespräch mit The Athletic.
Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf sieht die Idee kritisch. Der Verband halte eine solche Aufstockung "aus sportlicher und organisatorischer Sicht für nicht umsetzbar". UEFA-Präsident Aleksander Ceferin warnte ebenfalls vor negativen Folgen. "Erstens wäre das Turnier zu lang. Zweitens würden unsere Qualifikationsspiele bedeutungslos. Für die Qualität des Fußballs wäre es lächerlich", sagte Ceferin dem kicker.
Infantino sieht Chancen für kleinere Nationen
Infantino verteidigt die Erweiterung dagegen mit dem Argument, dass mehr Nationen eine Chance auf eine WM-Teilnahme erhalten würden: "Jede Nation soll davon träumen dürfen, bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein", sagte der FIFA-Präsident. Der Erfolg kleinerer Teams wie Kap Verde bei der aktuellen WM sei für ihn ein Beleg dafür, dass eine größere Endrunde nicht automatisch zu weniger Qualität führe.
Finanziell könnte sich der Kurs für die FIFA erneut auszahlen. Die WM 2026 soll dem Weltverband laut Medienberichten Rekordeinnahmen von rund 15 Milliarden US-Dollar bescheren und damit Infantinos Position stärken.
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