Die Löwen sind jetzt nicht mehr die Löwen Also irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Denn als Löwe zu erkennen geben – das darf der TSV 1860 München nicht mehr.
Nach chaotischen Wochen startet der Regionallligist am Samstag einen Neuanfang in der vierthöchsten Spielklasse. Auf den Trikots wird das traditionelle Wappen mit dem Löwen und der Zahl 1860 darunter fehlen.
Es ist das wohl absurdeste Detail einer absurden Situation.

Massive Geldprobleme
Zunächst verweigerte Investor Hasan Ismaik die Zahlung von 2,7 Millionen Euro, die zum Erhalt der Lizenz für die 3. Liga erforderlich gewesen wäre.
Die GmbH und Co. KGaA – in die 2002 die Profifußballer ausgegliedert wurden – ist mittlerweile insolvent. Die Namens- und Logo-Rechte liegen weiter beim e.V, eine Nutzung für kommerzielle Zwecke ist ihm aber untersagt.
Warum? Ismaik hält weiter die Rechte am Merchandising.
Neue Trikots als Sinnbild
Am Samstagnachmittag startet 1860 nach dem Zwangsabstieg mit einer Woche Verspätung in die neue Saison der Regionalliga Bayern.
In Trikots eines Münchner Unternehmens und mit einem Wappen auf dem die Buchstaben "F" und "A" (für Fußball-Abteilung) stehen sowie die Zahl 1860.
Im Anfang Juni eröffneten Fanshop "LöwenWelt" am Münchner Flughafen hängen dafür die zunächst bestellten Trikots des nunmehr alten Ausrüsters herum – zu Preisnachlässen von 30 Prozent. Das Geld ginge an Ismaik.

Titelfavorit?
Eine Mannschaft haben die Löwen rechtzeitig zusammengebracht. Nach wie vor zum Kader gehören Florian Niederlechner und Noah Klose, der Sohn von Miroslav Klose – und, erst mal auf Probe, Matthew Collins, der Sohn von Musik-Legende Phil Collins.

Das erste Pflichtspiel ist bereits absolviert, in der ersten Runde des bayerischen Landespokals gab es ein 5:0 bei Eintracht Berglern, einem Neuntklassisten. Trainer ist Alper Kayabunar, der zuvor die zweite Mannschaft anleitete.
Am Samstag geht's nun zum ersten Punktspiel zu Schweinfurt 05 – die Erwartungen sind hoch. Zumindest bei der Konkurrenz. Immerhin 15 der insgesamt 19 Trainer haben 1860 als Top-Favoriten auf den Meistertitel auf dem Zettel.
Überbewerten will Coach Kayabunar das nicht, auch nicht die Siege in Testspielen und im Pokal. Viele Gegner seien unterklassig gewesen. "Da wird", mahnte er, "etwas ganz anderes auf uns zukommen."

