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Eishockey: Neuanfang mit Eisbären-Legende Rankel – Der "beste Mann" für den DEB

Andre Rankel (r.) arbeitete zuletzt an der Seite von Serge Aubin.
Andre Rankel (r.) arbeitete zuletzt an der Seite von Serge Aubin.ČTK / imago sportfotodienst / O.Behrendt

In Berlin hatten sie damals einen Song über ihren ewigen Kapitän, einfach zwar, aber ziemlich eingängig. "André Rankel, du bist der beste Mann", davon waren sie überzeugt in der Arena am Ostbahnhof. Und dieser Gedanke hat sich nun auch beim Deutschen Eishockey Bund durchgesetzt: Rankel soll die Nationalmannschaft nach SID-Informationen als neuer Bundestrainer zur Heim-WM im kommenden Jahr führen. Am Donnerstag (15.00 Uhr), seinem 41. Geburtstag, wird Rankel im Münchner SAP Garden offiziell vorgestellt.

Es ist eine überraschende Wahl, verbunden durchaus mit einem gewissen Risiko. Drei Monate lang hatte der DEB einen Nachfolger für den zuletzt so glücklosen Harold Kreis gesucht, und Rankel ist nun quasi ein Berufseinsteiger: Nach der langen aktiven Karriere war er zuletzt drei Jahre lang Assistenzcoach bei seinen Eisbären, als Chef stand er allerdings noch nie hinter der Bande.

Rankels Referenzen überzeugten den DEB dennoch. 17 Jahre lang, seine gesamte Laufbahn, stand er für Berlin auf dem Eis, war lange Zeit Kapitän und sieben Mal deutscher Meister, als Co wirkte er zuletzt an drei weiteren Titeln mit. Ein "Urvertrauen in unsere Stärke" habe die Eisbären dabei stets ausgezeichnet, sagte Rankel einmal der Zeit, und diese Siegermentalität aus der Hauptstadt soll er nun auch in den Kreis der Nationalmannschaft tragen. Gelernt hat er zudem von echten Erfolgstrainern: Als Spieler von Don Jackson, als Assistent von Serge Aubin.

Eishockey-Hype in Deutschland gedämpft

Und Rankel gilt vor allem als einer, der sich selbst und seine Nebenleute nicht schont. "Ich habe immer gerne hart gearbeitet", sagt er, "Eishockey war für mich nicht nur ein Spiel gegen eine andere Mannschaft, sondern auch immer gegen mich selbst." Dies sei die Grundlage für Erfolg - "und wenn du Erfolg hast, dann machen selbst die Schmerzen Spaß."

Arbeit steht ohne Zweifel an in den kommenden Wochen und Monaten. Zwei enttäuschende Weltmeisterschaften und ein Olympia-Debakel mit den NHL-Stars haben den Aufschwung des deutschen Eishockeys zuletzt doch arg gebremst, der Abgang von Kreis im Frühsommer wirkte unvermeidlich. Der Deutsch-Kanadier selbst hatte das DEB-Team kurz nach seinem Amtsantritt 2023 noch zu WM-Silber geführt und damit gezeigt, was möglich ist.

Rankel, selbst langjähriger Nationalspieler, wird nun schnell ankommen müssen in der neuen Position. Schon im November stehen beim Deutschland Cup in Düsseldorf seine ersten Spiele als Bundestrainer an. Gegen Lettland, Österreich und die Slowakei geht es dann, es werden die einzigen Probeläufe sein, bevor schon die WM-Vorbereitung beginnt. Das Heimturnier steigt im Mai in Düsseldorf, Gelsenkirchen und Mannheim.

Es ist das erste und wichtigste Ziel für den neuen Mann, der Verband fährt dabei wohl bewusst auf Sicht: Rankels erster Vertrag soll nur für ein Jahr gelten. Dass sich Risikofreude durchaus auszahlen kann, hat der DEB indes im vergangenen Jahrzehnt selbst erlebt. NHL-Star Marco Sturm ging seine ersten Schritte als Trainer überhaupt ab 2015 bei der Nationalmannschaft - und führte das Team 2018 zu Olympia-Silber.