Alexander Schlager im Fokus - Der konsequente Aufstieg zu Österreichs Top-Goalie

Alex Schlager bei der WM 2026
Alex Schlager bei der WM 2026Michael Zemanek / Shutterstock Editorial / Profimedia

Vom Ersatzkeeper bei RB Salzburg über den Durchbruch beim LASK bis zum ÖFB-Goalie und nun in die deutsche Bundesliga: Alexander Schlager hat sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Flashscore beleuchtet die bisherige Karriere des Neo-Bremers sowie seine Stärken und Schwächen.

Alexander Schlager gehört nicht zu jenen Torhütern, die schon als Teenager als kommender Top-Goalie galten. Sein Weg verlief zwar geradlinig, aber vor allem sehr geduldig.

Über den Nachwuchs von Red Bull Salzburg schaffte der 1996 Geborene den Sprung in den Profibereich zunächst nicht. Stattdessen folgten Leihen zum SV Grödig und zum Floridsdorfer AC, ehe er 2017 zum LASK wechselte.

Dort gelang Schlager schließlich der große Durchbruch. Mit konstant starken Leistungen entwickelte er sich innerhalb weniger Jahre zu einem der besten Torhüter der ADMIRAL Bundesliga. 2020 wurde er erstmals als bester Torhüter der Liga ausgezeichnet, vier Jahre später erhielt er diese Ehrung erneut.

Stammspieler beim LASK, Rückkehr nach Salzburg

Für den LASK absolvierte Schlager mehr als 160 Pflichtspiele und war ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Phase der Linzer mit Europacup-Teilnahmen und regelmäßigen Spitzenplatzierungen.

 

 

Im Sommer 2023 kehrte er schließlich zu Red Bull Salzburg zurück. Ein Kindheitstraum, wie Schlager mehrfach betonte. Bei den Bullen trat er die Nachfolge von Philipp Köhn an und etablierte sich rasch als Nummer eins. Auch wenn er 113 Pflichtspiele für die Salzburger bestritt, waren es beim besten Willen nicht die rosigsten Zeiten, die Schlager in Salzburg erlebte.

Zu Beginn der Saison 2024/25 musste er Janis Blaswich im Tor weichen. Nach mehreren schweren Fehlern des Deutschen und der einhergehenden Kritik der Salzburger Fans, kehrte Schlager ins Bullen-Tor zurück. Schlager sammelte dadurch weitere wertvolle Erfahrung auf internationaler Bühne – darunter zehn Einsätze in der UEFA Champions League sowie zahlreiche Partien in der Europa League -, konnte in der Mozartstadt aber keinen einzigen Titel holen. Ein absolutes Horrorszenario, wenn man die Salzburger Erfolgsgeschichte der letzten 15 Jahre heranzieht.

Für Österreichs Nationalteam absolvierte Schlager bisher 30 Länderspiele. Für die EM 2024 in Deutschland musste er verletzungsbedingt absagen, bei der Weltmeisterschaft 2026 stand er jedoch als Nummer 1 zwischen den Pfosten und überzeugte in allen vier Spielen mit ausgezeichneten Leistungen. Vor allem seine Paraden gegen Lionel Messi und Lamine Yamal schafften es in die Highlight-Reels der WM.

Seine größten Stärken

Schlagers größte Qualität ist seine Konstanz. Der 30-Jährige gehört nicht zu den spektakulärsten Torhütern Europas, macht aber nur selten gravierende Fehler.

Besonders stark ist er im Eins-gegen-Eins. Dank seiner schnellen Reaktionen und seines guten Timings entscheidet er viele direkte Duelle mit Angreifern für sich. Auch auf der Linie zählt er seit Jahren zu den stärksten Torhütern der österreichischen Bundesliga.

 

Einsatzstatistik: Alexander Schlager
Einsatzstatistik: Alexander SchlagerFlashscore

 

Hinzu kommt seine Ruhe im Spielaufbau. Schlager sucht meist die saubere Lösung und vermeidet unnötige Risiken. Gerade in Mannschaften, die kontrollierten Ballbesitz bevorzugen, kommt Schlager in der Spieleröffnung gut zur Geltung.

Ein weiterer Pluspunkt ist seine Erfahrung. Mehr als 240 Bundesliga-Spiele in Österreich, Einsätze in Champions League, Europa League und auf höchster internationaler Ebene für das Nationalteam machen ihn zu einem sehr kompletten Torhüter.

Wo noch Potenzial besteht

Wie viele Torhüter mit einer Körpergröße von 1,84 Metern verfügt Schlager nicht über dieselbe Reichweite wie einige internationale Top-Keeper. Vor allem bei hohen Hereingaben muss er sein Stellungsspiel perfekt timen.

 

 

Auch im modernen Torwartspiel mit sehr hohen Ausgangspositionen agiert er eher kontrolliert als risikofreudig. Er ist kein klassischer "Sweeper Keeper", der regelmäßig weit vor seinem Strafraum klärt. Seine Stärken liegen vielmehr in der Strafraumbeherrschung, auf der Linie und in seiner Entscheidungsfindung.

Der nächste Karriereschritt

Mit dem Wechsel zu Werder Bremen erfüllt sich Schlager nun den Traum von der deutschen Bundesliga. Nach mehreren Jahren als Leistungsträger in Österreich wagt er erstmals den Schritt ins Ausland.

Für Werder bedeutet der Transfer vor allem eines: Der Klub erhält einen international erfahrenen Torhüter, der reichlich Erfahrung mitbringt. Für knifflige Phasen in der Saison, die Bremen bekanntlich regelmäßig durchmacht, sicher kein schlechtes Paket.

Für Schlager bietet sich gleichzeitig die Chance, sich auch in einer der stärksten Ligen Europas zu beweisen – ein Schritt, der auf seiner geradlinigen Karriereleiter nur allzu logisch und überfällig erscheint.