Die neue Saison in der ADMIRAL Bundesliga beginnt nicht nur mit neuen Kadern, neuen Hoffnungen und neuen Zielen. Auch auf den Trikots der zwölf Klubs wird sichtbar, wie sich Vereine selbst erzählen wollen: über Farben, Geschichte, Heimat, Kultur oder bewusst moderne Designelemente. Während einige Klubs bereits ihren kompletten Trikotsatz für 2026/27 präsentiert haben, sind bei anderen noch nicht alle Details offiziell bekannt.
Auffällig ist dabei ein klarer Trend: Die Klubs der ADMIRAL Bundesliga setzen in der kommenden Saison stark auf Identität. Der SK Rapid greift Wiener Jugendstil auf, Red Bull Salzburg verbindet Fußball mit Mozart, Sturm Graz stellt die Steiermark in den Mittelpunkt, Altach trägt die eigene Postleitzahl auf der Brust. Das Trikot wird damit einmal mehr zur Projektionsfläche für weit mehr als nur Vereinsfarben.
LASK kehrt zu mehr Schwarz-Weiß zurück
Beim LASK fällt die Rückbesinnung auf klassische Elemente besonders deutlich aus. Die Linzer präsentierten ihre neuen Dressen im Rahmen eines Partner-Abends und setzen beim Heimtrikot wieder stärker auf das traditionelle Schwarz-Weiß. Statt eines einzelnen schwarzen Längsstreifens prägen nun vier schwarze Streifen den weißen Grund. Neu ist, dass auch Rot als Akzentfarbe im Heimdress auftaucht.
Das Auswärtstrikot bleibt grundsätzlich schwarz, wird aber durch rote Elemente ergänzt. Beim dritten Trikot wagen die Athletiker einen etwas anderen Look: Das Jersey bleibt rot, erhält aber dünne schwarze und weiße Längsstreifen in Nadelstreifen-Optik. Ausrüster bleibt Adidas, auch bei den Sponsorenlogos waren im Zuge der Präsentation keine gravierenden Änderungen erkennbar.
Sturm Graz setzt auf Tradition, Streifen und Steiermark
Beim SK Sturm Graz steht der neue Trikotsatz unter dem Motto, Schwarz-Weiß nicht nur zu tragen, sondern zu leben. Das Heimtrikot greift die Historie schwarzer Sturm-Trikots auf und interpretiert sie modern. Es soll die Entwicklung des Vereins widerspiegeln: traditionsbewusst, aber mit Blick nach vorne.
Das Auswärtstrikot bringt ein klassisches Streifendesign zurück, das viele Fans unmittelbar mit Sturm verbinden. Das dritte Trikot ist dagegen das emotionalste Stück des neuen Satzes. Es rückt den regionalen Bezug zur Steiermark in den Mittelpunkt und arbeitet mit dem steirischen Wappen sowie dem Steiermark-Herz.
Geschäftsführer Wirtschaft Thomas Tebbich erklärte, bei der Gestaltung sei es jedes Jahr wichtig, „die Identität des SK Sturm sichtbar zu machen“ – von den Vereinsfarben über die Geschichte bis zur Verbindung mit Graz und der Steiermark. Gemeinsam mit Nike konnte Sturm auf individuellere Trikots setzen.
Salzburg verneigt sich vor Mozart
Red Bull Salzburg verbindet beim neuen Auswärtstrikot Fußball und Kultur. Anlass ist das Mozart-Jubiläum: 270 Jahre Wolfgang Amadeus Mozart werden in Salzburg gefeiert, und der Klub greift diese Verbindung im neuen Puma-Auswärtsdress auf. Das Design ist schlicht und edel gehalten, silberne Akzente sollen an Mozarts barocke Robe erinnern.
Auch die Präsentation passte zum Thema. Das Trikot wurde im Mozart-Wohnhaus im Rahmen eines Business-Events vorgestellt, begleitet von einem Streichtrio des Mozarteumorchesters Salzburg. Das Fotoshooting fand im historischen Tanzmeistersaal statt, als Requisite kam unter anderem Mozarts originaler Hammerflügel zum Einsatz. Damit setzt Salzburg auf eine klare Botschaft: Der Klub will das neue Dress nicht nur als Auswärtstrikot verstanden wissen, sondern als kulturelle Hommage an die Stadt.
Rapid startet im Jugendstil in die Mizuno-Ära
Beim SK Rapid beginnt 2026/27 auch optisch ein neuer Abschnitt. Nach dem Ausrüsterwechsel zu Mizuno präsentierten die Hütteldorfer ihre neuen Trikots unter dem Motto „Im Stil der Jugend“. Die Verbindung zur Heimatstadt Wien steht dabei im Zentrum.
Das grüne Heimtrikot ist vom Otto-Wagner-Pavillon inspiriert und arbeitet mit fein eingearbeiteten Ton-in-Ton-Prägungen. Das Auswärtstrikot greift die blau-roten Gründungsfarben Rapids auf und nimmt gestalterisch Bezug auf das Wiener Secessionsgebäude. Damit verbindet Rapid zwei Institutionen, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und Wien auf unterschiedliche Weise geprägt haben: den Fußballklub aus Hütteldorf und den Jugendstil.
Auch die Details sind stark auf Vereinsidentität ausgerichtet. Die Initialen „SCR“ finden sich an Ärmel- und Kragenbund, am unteren Saum verweist ein eingewebtes Label mit Hütteldorfer Wappen und der Aufschrift „Wien. West. Hütteldorf.“ auf die Herkunft des Vereins. Geschäftsführer Steffen Hofmann sprach von „sehr individuellen Designs“, mit denen Rapid „neue Wege in der Trikot-Geschichte“ beschreite.
WAC kombiniert Weiß, Schwarz und kräftige Akzente
Der Wolfsberger AC präsentierte seinen neuen „WÖLFE-LOOK“ für die kommende Saison. Das Heimtrikot bleibt der traditionellen Linie treu und kommt in Weiß mit grauem Muster. Auswärts wird es deutlich auffälliger: Auf schwarzem Grund setzen pinke Highlights einen kräftigen Akzent.
Ergänzt wird der Trikotsatz durch orange und violette Torhütertrikots. Präsentiert wurde der neue Look im Umfeld des Hauptsponsors RZ Pellets – das erste Fotoshooting fand im Pelletswerk in Wiesenau statt. Der WAC bleibt damit bei einer Mischung aus klassischer Vereinsoptik und modernen Farbakzenten.
Altach trägt die Postleitzahl auf der Brust
Der SCR Altach setzt bei seinem Heimtrikot auf Heimatverbundenheit und Zurückhaltung. Wie schon in der Vorsaison läuft die Mannschaft zuhause in Weiß auf. Die Besonderheit liegt im Detail: Auf der Vorderseite ist die Altacher Postleitzahl 6844 fein in den Stoff geprägt. Aus der Distanz ist das kaum zu erkennen, aus der Nähe aber ein klares Bekenntnis zur Herkunft.
Auch im Kragen auf der Rückseite findet sich die Zahl eingestickt. Darunter ist das Gemeindewappen von Altach platziert. Die Präsentation selbst passte zur Botschaft: Fans durften das Trikot bereits vor der offiziellen Enthüllung tragen und standen im Präsentationsvideo im Mittelpunkt. Damit übersetzt Altach den eigenen Heimatbezug nicht nur ins Design, sondern auch in die Inszenierung.
GAK erinnert an Europacup-Nächte und Vereinswurzeln
Der GAK stellte seine neuen Trikots im Schubert Kino unter dem Motto „Der Stoff, aus dem Träume sind“ vor. Gemeinsam mit Ausrüster Macron entstanden zwei Custom-Designs: ein Heimtrikot und ein Ausweichtrikot.
Das Heimtrikot ist eine Hommage an die legendären Europacup-Nächte gegen Inter Mailand. Es ist längs in Rot und Weiß geteilt, dazu kommen ein moderner V-Ausschnitt und Ärmel mit rotem Strich. Quer über die Brust verläuft das weiße Band mit dem MAPEI-Logo in Rot. Im Nacken ist der Schriftzug „Alles für Rot-Weiß“ eingearbeitet.
Das dritte Trikot kommt in Royalblau und setzt auf Retro-Elemente: Polokragen mit Knopf, Bündchen in Rot-Weiß-Blau und ein ins Gewebe eingearbeitetes Gründungsmonogramm verweisen auf die Wurzeln des Vereins. Präsident René Ziesler bezeichnete die neuen Trikots als Designs, die „die Geschichte dieses Vereins“ erzählen und große Meilensteine mit der Gegenwart verbinden.
Austria Lustenau startet mit neuem Ausrüster
Beim Bundesliga-Rückkehrer SC Austria Lustenau ist vor allem der Ausrüsterwechsel eine wichtige Neuerung. Ab der Saison 2026/27 arbeitet der Klub mit Erreà zusammen. Der italienische Sportartikelhersteller stattet künftig sämtliche Mannschaften des Vereins aus und begleitet die Grün-Weißen auch mit Off-Pitch-Kollektionen.
Das finale Trikotdesign für die Bundesliga-Saison bleibt einer der noch offenen Punkte im Liga-Überblick. Klar ist aber schon jetzt: Für Lustenau markiert die neue Saison auch optisch einen Neustart.
Noch nicht präsentiert: Austria Wien, Ried, WSG Tirol und Hartberg
Abgesehen vom Aufsteiger haben vier weitere Bundesliga-Klubs ihre neuen Trikots für 2026/27 noch nicht präsentiert - jene der Wiener Austria, SV Ried, WSG Tirol sowie vom TSV Hartberg folgen wohl in Bälde. Vor allem die neue Wäsch der Hartberger wird mit Spannung erwartet. In den vergangenen Jahren sorgten die Oststeirer vor allem mit der Sponsoren-Vielfalt auf ihren Trikots für internationales Aufsehen.
