Auf Startelf-Veränderungen im Vergleich zum Hinspiel (2:2) verzichtete Cheftrainer Johannes Hoff Thorup, der SK Rapid legte wieder mit einer Doppelspitze aus Ercan Kara und Tonni Adamsen los.
Im fast ausverkauften Allianz Stadion bekamen die rund 26.000 Fans von Beginn weg ein hitziges Spiel zu sehen. Enge Zweikämpfe und kurze Ballbesitzphasen prägten die Anfangsphase.

In Minute 23 erzeugten die Hausherren dann zum ersten Mal echte Torgefahr. Nach einem schönen Steilpass von Matthias Seidl brachte der aufgerückte Rechtsverteidiger Bendeguz Bolla den Ball zur Mitte.
Nach einem wilden Gestocher unmittelbar vor dem schottischen Strafraum sprang das Spielgerät an den Arm von Adamsen, der Spielzug wurde vom aserbaidschanischen Schiedsrichter Elcin Masiyev abgepfiffen.
Kara sorgt für ersten Jubel
Bis zur Halbzeitpause blieb Rapid das spielbestimmende Team. Gegen den tiefstehenden Abwehrblock von Hearts of Midlothian hatten die Wiener zunächst Schwierigkeiten, ein Durchkommen zu finden.
Doch in Minute 35 war es soweit: Nach einer Kombination von Romeo Amane und Yusuf Demir landete die Kugel am langen Eck, Ercan Kara hatte leichtes Spiel.

Der Torjäger erzielte seinen sechsten Saisontreffer und brachte den österreichischen Rekordmeister mit 1:0 in Führung.
Kurz danach ging ein Fernschuss von Demir nur knapp daneben, in der 40. Minute kam auch Torschütze erneut in eine gefährliche Abschlussposition.
Match-Center: Rapid vs. Hearts
Hearts lassen nicht locker
Nach dem Seitenwechsel schalteten die Hearts einen Gang höher. Ein Konter über James Wilson mündete in einen Eckball für die Gäste. Dieser landete vor den Füßen von Claudio Braga, dessen brandgefährlicher Abschluss durch den aufmerksamen Kara von der Linie gekratzt wurde.
In der Folge verbarrikadierte sich Rapid zunehmend am eigenen Strafraum. Mit den vielen langen Bällen der Schotten hatten die Hütteldorfer sichtlich Schwierigkeiten. Einzig ein Schuss vom Strafraumrand von Petter Dahl sorgte für ein Raunen im Zuschauertrakt (62. Minute).
Trainer Thorup reagierte und setzte in Minute 66 mithilfe der Einwechslungen von Nikolaus Wurmbrand und Nico Bajlicz für Dahl und Adamsen neue Impulse.

Platzverweis und Ausgleich
Dennoch wurde die Schlussphase von hektischen Szenen dominiert, die Hearts versuchten mit allen Mitteln zurück ins Spiel zu kommen.
Kurzzeitig gebremst wurden die schottischen Ambitionen in Minute 76 als der eingewechselte Tomas Magnusson einen Vorstoß von Wurmbrand mit einem Foul stoppte, wofür der Isländer völlig zurecht die Gelb-Rote Karte kassierte.
Trotz numerischer Überzahl hatte der SCR weiterhin Probleme. Insbesondere das Verteidigen von Standardsituationen fiel den Gastgebern schwer. So auch vor dem 1:1-Ausgleich: Nach einem Eckball bugsierte Joker Pierre Kabore (79.) den Ball über die Linie.

Rapid setzte nun alles daran, den Gang in die Verlängerung zu verhindern. Doch ohne Erfolg: Serge-Philippe Raux-Yao traf in der 87. Minute aus kurzer Distanz nur den Pfosten.
Dramatische Verlängerung
Der große Schock folgte schließlich in der 100. Minute – Calvin Miller wurde von der grün-weißen Defensive komplett aus den Augen verloren. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte das Spielgerät artistisch im Netz.
Kurios: Der Torschütze verletzte sich bei seiner Aktion am Oberschenkel, das ausgeschöpfte Wechselkontingent zwang ihn aber zum Weitermachen.

Rapid sah sich nun gezwungen, alles in die Waagschale zu werfen. Die offensiven Bemühungen wurden in der 119. Minute tatsächlich belohnt, Nenad Cvetkovic schoss die Wiener nach einer scharfen Hereingabe von Moulaye Haidara ins Elfmeterschießen.

In diesem mutierte Edinburgs Keeper Beau Reus parierte die Versuche vom Haidara und Marco Tilio, während Rapids Torhüter Niklas Hedl nur einen der fünf gegnerischen Elfmeter vereiteln konnte.
