Der brasilianische Traditionsklub steht mit einem Bein im Achtelfinale der Copa Sudamericana. Nach einem deutlichen 4:1-Erfolg im Hinspiel in Venezuela empfängt das Pelé-Team am Dienstag den venezolanischen Vertreter Universidad Central im heimischen Stadion. In der nächsten Runde würde mit Macará aus Ecuador die nächste Hürde warten.
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So ruhig die Reise auf internationalem Parkett verläuft, so turbulent ist die Lage in der Heimat. "Peixe" steckt im Brasileirão tief im Abstiegskampf und rangiert lediglich einen Punkt vor den Abstiegsrängen. Auch ein fulminantes Comeback von Superstar Neymar nach der WM-Pause konnte daran wenig ändern: Beim enttäuschenden 2:2 gegen Tabellenschlusslicht Chapecoense erzielte der 34-Jährige zwar beide Treffer, die Sorgen im Verein nahm das jedoch nicht.
Pokerturnier statt Sudamericana
Neymar selbst befindet sich aktuell in einer anhaltenden Welle der Kritik. Nach dem enttäuschenden Aus der Seleção im WM-Achtelfinale gegen Norwegen, bei dem der Ex-Spieler von Barcelona und PSG verletzungsbedingt nur 37 Minuten auf dem Platz stand, gewährte ihm Santos Sonderurlaub.
Während seine Teamkollegen zum Hinspiel nach Venezuela reisten, nahm Neymar in São Paulo an einem Pokerturnier teil. Bei Fans und Medien stieß dieser Ausflug auf Unverständnis. Neymar reagierte auf die Kritik auf seine eigene Art: Seinen ersten Treffer gegen Chapecoense feierte er mit einer demonstrativen Pokerkarten-Geste in Richtung der Tribüne.
Zoff in der Kabine? Neymar schlägt zurück
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte ein Bericht des brasilianischen Portals Globo Esporte. Demnach soll Neymar in der Halbzeitpause des Spiels gegen Chapecoense zwei junge Mitspieler – den 21-jährigen Gabriel Bontempo und den 19-jährigen João Ananias – wegen ihrer Leistung hart angegangen sein. Sein scharfer Ton habe bei Mannschaft, Trainerstab und Vereinsführung für erhebliche Missstimmung gesorgt.

Neymar wies die Vorwürfe umgehend auf Social Media zurück: "Ich sehe Berichte über angebliche Rügen gegenüber den jungen Spielern in der Kabine. Das sind alles Lügen", stellte der Angreifer klar. "Wir üben untereinander natürlich Kritik, weil wir ehrgeizig sind und gewinnen wollen. Aber es gab keine Rügen gegen die Jungs. Solche Falschmeldungen werde ich nicht akzeptieren."
Trainer Cuca schlägt Alarm
Trotz anhaltender körperlicher Beschwerden bleibt Neymar sportlich eine wichtige Stütze: In der laufenden Brasileirão-Saison 2026 bestritt er zwar nur 9 von 20 Partien, verzeichnete dabei jedoch sechs Tore und zwei Vorlagen. In der Sudamericana traf er in drei Einsätzen zweimal.
Dennoch wächst der Druck auf das Team. Santos-Coach Alexi Stival, genannt Cuca, räumte auf der Pressekonferenz offen ein, dass die Lage in der Liga besorgniserregend sei: "Die Abstiegsgefahr bereitet uns große Sorgen. Wir müssen dringend eine Serie von positiven Ergebnissen starten, um wieder durchatmen zu können."

Nach der Pflichtaufgabe in der Sudamericana stehen für Santos wichtige Wochen an: Anfang August wartet im Achtelfinale der Copa do Brasil das Duell gegen Remo, bevor am 9. August der Liga-Alltag gegen Athletico Paranaense weitergeht – dort allerdings ohne Neymar, der wegen einer Gelbsperre zusehen muss.
