Frühe Rote Karte ebnet den Weg: Freiburg zittert sich in historisches Europa-Finale

Aktualisiert
Freiburg steht erstmals in einem europäischen Finale
Freiburg steht erstmals in einem europäischen FinaleREUTERS/Kai Pfaffenbach // Opta by StatsPerform

Das Traumziel Istanbul ist erreicht – der SC Freiburg steht kurz vor der Vollendung seiner europäischen Märchenreise! Die Breisgauer besiegten Sporting Braga im Halbfinal-Rückspiel der Europa League mit 3:1 (2:0), machten somit das 1:2 aus dem Hinspiel wett und bestreiten nun am 20. Mai in der türkischen Metropole das erste Europacup-Endspiel der Vereinsgeschichte. Dem angestrebten historischen Titelgewinn steht dann nur noch Aston Villa oder Nottingham Forest im Weg.

Lukas Kübler (19., 72.) und Johan Manzambi (41.) sorgten mit ihren Treffern für unbändigen Jubel auf Seiten der Freiburger. Pau Victor traf für Braga (79.), das nach der frühen Roten Karte für Mario Dorgeles (6.) fast das komplette Spiel in Unterzahl bestreiten musste. Das Team von Trainer Julian Schuster konnte sich auf seine geballte Heimstärke verlassen, der Sport-Club hat in dieser Europa-League-Saison jedes seiner sieben Partien im eigenen Stadion gewonnen.

Zum Match-Center: SC Freiburg vs. Sporting Braga

"Ich habe gar keine Stimme mehr vom ganzen Rumschreien", sagte Matthias Ginter bei RTL. "Wir müssen den letzten Schritt einfach noch gehen. Wir haben jetzt das wichtigste Spiel in der Vereinsgeschichte. Für Freiburg ist das einmalig."

Der SC musste vor dem Spiel auf Yuito Suzuki verzichten. Der Japaner hatte sich am Sonntag beim 1:1 in der Bundesliga gegen Wolfsburg eine Fraktur des rechten Schlüsselbeins zugezogen. Anstelle des quirligen Unterschiedsspielers bot Schuster Routinier Nicolas Höfler in der Anfangsformation auf.

Frühe Rote Karte ebnet den Weg

Angepeitscht von lautstarken Wechselgesängen der eigenen Fans übernahm Freiburg auch auf dem Rasen sofort das Kommando - und war nach sechs Minuten in Überzahl: Dorgeles, der im Hinspiel in der Nachspielzeit zum Sieg für Braga getroffen hatte, brachte den allein aufs Tor zulaufenden Jan-Niklas Beste zu Fall und sah für die Notbremse von Schiedsrichter Davide Massa die Rote Karte.

Die Stats zum Spiel
Die Stats zum SpielOpta by StatsPerform

Braga fiel in der Folge statt mit Offensivaktionen durch frühes Zeitspiel auf, der Druck der Freiburger nahm weiter zu - die Führung war folgerichtig: Kübler beförderte eine zu kurz abgewehrte Flanke in Richtung Tor der Portugiesen, der Ball flipperte zwischen dem Rechtsverteidiger und einem Gegenspieler hin und her und fand schließlich den Weg ins Netz.

Auch danach ließ Freiburg dem Gegner keine Luft zum Atmen, agierte im Aufbauspiel überlegt und geduldig - und erhöhte: Manzambi zog von der linken Seite nach innen und setzte den Ball aus rund 20 Metern ins rechte Eck. Der Rückstand nach dem Hinspiel war damit gedreht, allerdings hatte Freiburg kurz vor dem Pausenpfiff beim Pfostentreffer von Victor Gomez (45.+1) auch Glück.

Braga schlägt zurück, Freiburg zittert sich ins Finale

Mit Beginn des zweiten Abschnitts drängte der Sport-Club auf die Entscheidung: Vincenzo Grifo traf den Außenpfosten (47.), der Flachschuss von Matthias Ginter ging nur knapp am Tor vorbei (49.), den Schuss von Manzambi kratzte Bragas Keeper Lukas Hornicek aus dem Eck (53.).

Die Noten zum Spiel
Die Noten zum SpielFLashscore

Vor den Augen von 33.700 Zuschauern, darunter der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw, steckte Braga jedoch nicht auf: Jean-Baptiste Gorby (58.) und Joao Moutinho verpassten den Anschluss (69.). Kübler erhöhte per Kopfball, ehe es Braga doch noch einmal spannend machte.