GOATwatch: CR7 feiert 35. Karriere-Titel – Messi und Ronaldo vereint in Wales?

GOATwatch: Der wöchentliche Vergleich zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
GOATwatch: Der wöchentliche Vergleich zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel MessiFlashscore // Sam Navarro-Imagn Images via REUTERS & REUTERS/Hamad I Mohammed

GOATwatch – Wer ist der "Greatest of all time"? Zwischen Rekordjagden, Glanzleistungen und Schlagzeilen abseits des Platzes liefern uns Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auch nach 20 Karrierejahren noch immer Geschichten für die Ewigkeit, die wir wöchentlich begleiten. Bühne frei für GOATwatch.

Sportlich: Tränen des Titelträgers und der verflixte Oberschenkel

Cristiano Ronaldo hat es tatsächlich geschafft: Mit satten 41 Jahren stemmte er nach einem packenden Saisonfinale endlich seine erste saudi-arabische Meisterschaft mit Al-Nassr in den Nachthimmel von Riad. Beim entscheidenden 4:1-Erfolg gegen den Damac Club steuerte CR7 standesgemäß einen Doppelpack bei, schraubte sein Saisonkonto auf 28 Treffer hoch und weinte nach einem verwandelten Freistück bittere Freudentränen.

Zwar gab es am Tag darauf einen kleinen Dämpfer, als nicht er, sondern sein 26-jähriger Teamkollege João Félix zum Spieler der Saison gewählt wurde, doch das dürfte Ronaldo verschmerzen. Viel wichtiger für sein Ego: Mit nun 973 offiziellen Karrieretoren rückt die magische 1000-er Marke in unaufhaltsame Nähe.

Auf der anderen Seite des Atlantiks erlebte Lionel Messi ein Wechselbad der Gefühle mit einem brutalen sportlichen Dämpfer am Ende. Beim vogelwilden 6:4-Sieg von Inter Miami gegen Philadelphia Union – bei dem zur Halbzeit mit 4:4 ein historischer MLS-Torrekord aufgestellt wurde – zauberte "La Pulga" in den ersten 45 Minuten gewohnt genial und steuerte zwei Assists bei.

Doch in der 73. Minute stockte der Fußballwelt der Atem: Messi signalisierte, dass es nicht mehr weitergeht, fasste sich an den linken Oberschenkel und verließ im strömenden Regen sichtlich gezeichnet das Feld. Die Diagnose am Montag brachte zumindest Teil-Entwarnung: Eine Muskelüberlastung aufgrund von Müdigkeit in der linken Kniesehne. Miami schont seinen Superstar nun verständlicherweise, doch die Sorgenfalten in Argentinien so kurz vor der Titelverteidigung sind riesig.

Im teaminternen Wichtigkeits-Ranking der beiden alternden Könige zeigte sich am Wochenende ein paradoxes Bild. Während Inter Miami Messis verfrühten Abgang dank eines späten Treffers von Luis Suárez auffangen konnte, stand Al-Nassr voll und ganz im Zeichen des Feier-Marathons für CR7.

In der ewigen Historie musste Ronaldo derweil eine bittere Pille schlucken: In einer aktuellen britischen Rangliste der 50 besten WM-Spieler aller Zeiten taucht sein Name gar nicht auf – mit dem brutalen Verweis darauf, dass er noch nie ein Tor in einer WM-K.-o.-Runde erzielt hat. Messi hingegen reist als amtierender Weltmeister und zweifacher Gewinner des Goldenen Balls an.

Das dieswöchige GOAT-o-Meter zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
Das dieswöchige GOAT-o-Meter zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel MessiFlashscore // Sam Navarro-Imagn Images via REUTERS & REUTERS/Hamad I Mohammed

Das GOAT-o-Meter in dieser Woche schlägt in Richtung Ronaldo aus. Trotz der verpassten Einzelauszeichnung in Saudi-Arabien feiert CR7 seinen 35. offiziellen Karrieretitel, liefert Tore am Fließband und strotzt vor Fitness, während Messi von seinem eigenen Körper ausgebremst wird und um seine WM-Form bangen muss.

Boulevard: Goldene Becher, Pop-Ikonen und Hollywood-Fantasie

Abseits des grünen Rasens füttern die beiden Giganten die Medienmaschinerie wie eh und je – und untermauern ihren Status als absolute Cashcows. Cristiano Ronaldo untermauerte laut dem neuesten Forbes-Report seine finanzielle Vormachtstellung im Weltsport: Zum vierten Mal in Folge (und zum sechsten Mal insgesamt) thront er mit astronomischen 300 Millionen Dollar Jahreseinkommen auf Platz eins der bestbezahlten Athleten der Welt – Messi folgt abgeschlagen auf Rang drei mit "schmalen" 140 Millionen Dollar.

Passend dazu expandiert Ronaldo fleißig in Los Angeles: Er wurde offiziell als neuer globaler Botschafter für die Smart-Home-Tech-Marke Dreame Technology vorgestellt. Als wäre das nicht genug, schwärmte Tennis-Oldie Gaël Monfils bei seinem emotionalen Abschied von den French Open öffentlich von Ronaldo und bezeichnete ihn neben LeBron James als DIE Inspiration, um als Profi bis zum 40. Lebensjahr durchzuhalten.

Lionel Messi lässt sich in Sachen Kommerz natürlich auch nicht lumpen, geht die Sache aber eine Spur bodenständiger an: Er setzt auf das Trend-Thema Hydrierung und brachte pünktlich zum Start der Woche seine vierte Kollektion in Zusammenarbeit mit der US-Kultmarke Stanley heraus. Unter dem passenden Namen "The Legacy Collection" können Fans nun goldene Thermo-Becher und Strohhalm-Flaschen erwerben – das Design spiegelt Messis einziges Ziel für den Sommer wider: erneutes WM-Gold.

Musikalisch stahl Messi seinem Dauerrivalen in den letzten Tagen ebenfalls die Show. Im offiziellen Musikvideo zum WM-Song "Dai Dai" von Popikone Shakira und Burna Boy jongliert der Argentinier lässig im Clip, während Kollegen wie Kylian Mbappé und Jamal Musiala dazu tanzen.

Für die absolute Kuriosität der Woche sorgte derweil der ehemalige Premier-League-Manager Tony Pulis. Angesichts des märchenhaften Aufstiegs des walisischen Klubs AFC Wrexham unter den Hollywood-Besitzern Ryan Reynolds und Rob McElhenney forderte Pulis die Eigentümer ernsthaft auf, das Unmögliche zu versuchen und sowohl Messi als auch Ronaldo nach Nordwales zu lotsen.

Sein unschlagbares Argument, um die Weltstars vom dörflichen Charme zu überzeugen? "Erzählt ihnen einfach, dass die Sonne hier nie aufhört zu scheinen und das Essen absolut fantastisch ist. Selbst wenn es regnet, findet man nirgendwo herzlichere Menschen als die Waliser." Ob die beiden Superstars ihre Luxusdomizile in Miami und Riad bald gegen walisischen Regen eintauschen, darf jedoch stark bezweifelt werden.

Ausblick: Das historische Wettrennen um die magische Sechs

Der Blick auf die kommenden Wochen elektrisiert die Fußballwelt, denn der Countdown zum absoluten Showdown läuft: Am 11. Juni öffnet die XXL-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ihre Tore. Sowohl Messi als auch Ronaldo stehen vor einem historischen Meilenstein: Sie werden die ersten Spieler der Fußballgeschichte sein, die bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften auflaufen.

Dabei kommt es zu einem kuriosen, zeitlichen Duell um den Rekord: Da Argentinien am 16. Juni in Kansas City gegen Algerien spielt, Portugal aber erst wenige Stunden später am 17. Juni gegen die DR Kongo ins Turnier eingreift, wird Messi seinem ewigen Rivalen den Titel "Erster Spieler mit sechs WM-Teilnahmen" hauchdünn vor der Nase wegschnappen.

Während Ronaldo nach dem Rücktritt seines Meistertrainers Jorge Jesus bei Al-Nassr spekuliert, ob er in Saudi-Arabien bald unter Star-Coach Pep Guardiola trainieren könnte – dessen Berater bestätigte zumindest lose Kontakte –, gilt seine volle Konzentration der portugiesischen Nationalelf.

Unterstützt von Edelhelfern wie Bruno Fernandes, der mit 21 Assists einen neuen Premier-League-Rekord aufstellte, will Ronaldo endlich sein allererstes WM-Tor in einer K.-o.-Runde erzielen und schielt insgeheim auf den Rekord von Dino Zoff, um mit über 41 Jahren der älteste Weltmeister aller Zeiten zu werden. Unterstützung bekommt er dabei von Ferrari-Pilot Charles Leclerc, der Portugal laut eigenen Angaben ganz fest die Daumen drückt.

Messi hingegen muss in den kommenden Tagen im argentinischen Trainingslager in Kansas City vor allem die medizinischen Protokolle durchlaufen. Die alles entscheidende Frage lautet: Hält die linke Kniesehne? Messi hatte in der Vergangenheit betont, nur bei absoluter Fitness spielen zu wollen. Sollte der Körper mitspielen, jagt er den historischen WM-Torrekord von Miroslav Klose (16 Tore) – Messi steht aktuell bei 13 Treffern.

Sollten beide Nationen ihre Gruppen wie erwartet gewinnen, droht der absolute Popkultur-Vulkan: Ein direktes Duell zwischen Argentinien und Portugal im Viertelfinale. Es wäre der ultimative, monumentale Schlusspunkt unter die wohl größte Rivalität der Sportgeschichte.