GOATwatch: Ronaldo vor Meister-Matchball – Messi als Sticker und Gartenzwerg begehrt

GOATwatch: Der wöchentliche Vergleich zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
GOATwatch: Der wöchentliche Vergleich zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel MessiFlashscore // REUTERS/Hamad I Mohammed & Sam Navarro-Imagn Images via REUTERS

GOATwatch – Wer ist der "Greatest of all time"? Zwischen Rekordjagden, Glanzleistungen und Schlagzeilen abseits des Platzes liefern uns Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auch nach 20 Karrierejahren noch immer Geschichten für die Ewigkeit, die wir wöchentlich begleiten. Bühne frei für GOATwatch.

Sportlich: Messi bricht Heim-Bann – Ronaldo zittert um Titel

Lionel Messi zaubert in der Major League Soccer weiter, als gäbe es keine Alterungsgesetze. Am Sonntagabend drehte der argentinische Maestro im Rampenlicht des Sunday Night Soccer völlig auf. Beim 2:0-Erfolg von Inter Miami gegen die Portland Timbers führte er die "Herons" zu ihrem allerersten Dreier im neuen Nu Stadium. 

Messi glänzte dabei gleichermaßen als Torschütze und Vorbereiter: Erst besorgte er mit einem seiner typischen Abschlüsse die Führung, ehe er durch die gegnerischen Verteidiger tanzte und den Ball maßgeschneidert für Germán Berterame auflegte. Mit nunmehr 12 Toren und 6 Assists auf dem Konto steht er bei ligaweit unübertroffenen 18 Scorerpunkten.

Unter Interimscoach Guillermo Hoyos hat Miami pünktlich vor der anstehenden WM-Pause nach vier sieglosen Spielen den Heim-Fluch gebrochen und rangiert mit 28 Punkten auf Platz zwei der Eastern Conference.

Am anderen Ende der Welt, in Saudi-Arabien, durchlebt Cristiano Ronaldo dagegen ein Drama im Kampf um seinen ersten großen Titel mit Al-Nassr. Erst patzte sein Keeper Bento im hitzigen Stadtderby gegen Al-Hilal tief in der Nachspielzeit folgenschwer bei einem weiten Einwurf, was Al-Nassr den sicher geglaubten Sieg kostete (1:1).

Nur vier Tage später platzte nun auch der Traum vom kontinentalen Titel, als man das Finale der AFC Champions League Two im heimischen Riad mit 0:1 gegen den japanischen Klub Gamba Osaka verlor.

Doch vorbei ist die Saison noch nicht: Das große Ligafinale am Donnerstag gegen Damac (20 Uhr/Sportdigital Fussball) wird zum Nervenkrimi. Mit 83 Punkten steht Al-Nassr zwei Zähler vor Al-Hilal an der Tabellenspitze und hält das Titel-Schicksal in der eigenen Hand. Ein Sieg garantiert die elfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Das Problem: CR7 zittert um seinen kongenialen Mittelfeldpartner Marcelo Brozovic, der nach einer Muskelverletzung aus dem Al-Hilal-Spiel für das Finale auszufallen droht. Immerhin meldete sich Offensivstar Kingsley Coman rechtzeitig fit.

Trotz des aktuellen Vereinsdramas verbindet beide Legenden seit dieser Woche ein weiterer Meilenstein: Sollten beide Superstars offiziell für die Weltmeisterschaft 2026 nominiert werden (Portugals Nationaltrainer Roberto Martínez berief den 41-jährigen Ronaldo am Dienstag in sein endgültiges Aufgebot, während der 38-jährige Messi auf Argentiniens vorläufiger Liste steht), würde es für beide die sechste Weltmeisterschaft sein – ein einsamer Rekord in der Fußballgeschichte.

Zugleich geht die Jagd nach unfassbaren Karrieremarken weiter: CR7 reist mit 971 Toren an (nur noch 29 bis zur 1.000er-Marke), Messi steht aktuell bei 910 Toren. Während der Argentinier in den letzten vier Spielen mit fünf Toren und sechs Assists in absoluter WM-Form glänzte, will Ronaldo mit 226 Länderspielen und 143 Toren im Gepäck seine Rekorde ausbauen.

Der Ausschlag beim GOAT-o-Meter dieser Woche geht einmal mehr nach Florida! Messi thront in MVP-Form an der Spitze der MLS-Scorerliste, während CR7 nach dem bitteren AFC-Final-Kollaps am Donnerstag das alles entscheidende Meisterschafts-Endspiel bestreiten muss.

Das dieswöchige GOAT-o-Meter zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
Das dieswöchige GOAT-o-Meter zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel MessiFlashscore // REUTERS/Hamad I Mohammed & Sam Navarro-Imagn Images via REUTERS

Boulevard: Messi-Gartenfigur und CR7-Lobeshymnen

Abseits des Rasens dominieren vor allem emotionale Töne die Schlagzeilen rund um den amtierenden Weltmeister Lionel Messi. Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni rührte die Fußballwelt in einem CONMEBOL-Interview zu Tränen, als er öffentlich darum flehte, dass "La Pulga" seine Karriere bloß noch nicht beenden möge. Scaloni zog dabei traurige Vergleiche zum schmerzhaften Abschied vom legendären Diego Maradona. Er betonte, dass der Gedanke an ein Nationalteam ohne die Nummer 10 ihn nicht zur Ruhe kommen lasse.

Wer sich den Weltmeister lieber in den eigenen Garten stellen will, kann das ab sofort tun: Die US-Baumarktkette Lowe's hat pünktlich zur WM eine exklusive, zehn Fuß (rund drei Meter) große, beleuchtbare Lionel-Messi-Garten-Figur auf den Markt gebracht, die für 99 Dollar reißenden Absatz findet. Für betuchtere Sammler gab es ebenfalls Rekorde: Eine ultra-rare, signierte Messi-Sammelkarte von Panini aus dem Triple-Jahr 2015 brachte bei einer Heritage-Auktion die astronomische Summe von 551.093 Dollar ein.

Cristiano Ronaldo sorgt unterdessen für ganz andere Schlagzeilen. Portugals Nationalmannschaft gab eine zukunftsträchtige Technologie-Partnerschaft mit der Consumer-Tech-Marke TORRAS bekannt. Die High-Tech-Tools sollen den Spielern dabei helfen, Trainingsdaten und visuelle Analysen bis ins kleinste Detail auszuwerten. Dass CR7 mit 41 Jahren physisch überhaupt noch auf diesem Niveau agiert, wundert seinen ehemaligen Co-Trainer Dan Gaspar überhaupt nicht: "Seine Größe liegt in seiner Disziplin und seiner Besessenheit, sich jeden Tag zu verbessern. Er bringt Körper, Geist und Herz mit zur Arbeit", adelte Gaspar den Angreifer in einem exklusiven Interview.

Auch im Team genießt CR7 trotz veränderter Rolle höchsten Respekt. PSGs Mittelfeldmotor Vitinha schwärmte: "Es ist fantastisch, sein Teamkollege zu sein. Wir wollen die WM mit ihm und für ihn gewinnen. Er überlässt absolut nichts dem Zufall."

Zusätzlichen emotionalen Rückenwind zieht das portugiesische Team aus einem traurigen Gedenken: Nationaltrainer Roberto Martínez betonte bei der Kaderbekanntgabe, dass die Mannschaft für den im Juli 2025 bei einem Autounfall tragisch verstorbenen Ex-Liverpool-Profi Diogo Jota spielen wird, der als "Plus-One"-Spieler im WM-Kader für immer im Herzen des Teams bleibt.

Ausblick: Meister-Matchball und die Jagd nach dem sechsten Stern

Die beiden Altmeister blicken gebannt auf das größte Event des Jahres. Für Lionel Messi steht das letzte große MLS-Match vor der wohlverdienten Nationalmannschafts-Pause an: Inter Miami empfängt in der Nacht zu Montag (1 Uhr/AppleTV+)zu Hause im Nu Stadium die Philadelphia Union, um mit maximalem Momentum in die Pause zu gehen.

Danach schaltet der Zauberfloh direkt in den WM-Modus der Albiceleste. Bevor Argentinien am 17. Juni die Mission Titelverteidigung in der Gruppe J gegen Algerien startet, stehen für Messi noch zwei Testspiele auf US-Boden an – am 7. Juni gegen Honduras und am 10. Juni gegen Island.

Für Cristiano Ronaldo entscheidet sich Wohl und Wehe der Ligasaison am morgigen Donnerstag um 20:00 Uhr im ultimativen Showdown gegen Damac. Mit einem Sieg krönt sich Al-Nassr zum Champion.

Direkt im Anschluss geht es für den Stürmer schnurstracks in die USA. Roberto Martínez versammelt den portugiesischen Luxuskader, zu dem neben CR7 auch Stars wie Bruno Fernandes, Vitinha und Rafael Leão gehören, im WM-Trainingslager.

Bevor der 41-Jährige am 17. Juni im NRG Stadium in Houston gegen die Demokratische Republik Kongo seine historische sechste WM eröffnet (weitere Gruppengegner in Gruppe K sind Usbekistan und Kolumbien), stehen auch für Portugal die finalen Härtetests gegen Chile und Nigeria auf dem Programm.