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Die Zahlen vor dem wichtigen London-Derby zwischen Chelsea und Tottenham Hotspur

Chelseas Cole Palmer im Duell mit Tottenhams Sandro Tonali
Chelseas Cole Palmer im Duell mit Tottenhams Sandro TonaliPeter Dovgan / Shutterstock Editorial / Profimedia

Am Samstagabend steigt an der Stamford Bridge das nächste Kapitel der traditionsreichen Rivalität zwischen Chelsea und Tottenham Hotspur. Nach dem ersten Premier-League-Sieg der Saison 2026/27 gegen Coventry reisen Roberto De Zerbi und sein teuer zusammengestellter Kader zumindest mit etwas von dem Selbstvertrauen an, das ihnen in den ersten Wochen der Spielzeit abhandengekommen war.

Auch Chelsea ist unter Xabi Alonso noch auf der Suche nach der eigenen Identität. Zwar stellen die Blues mit bislang 17 Treffern den drittstärksten Angriff der Liga, kassierten im Gegenzug allerdings auch schon 13 Gegentore – der zweitschlechteste Wert unter allen Teams der oberen Tabellenhälfte.

Bei keinem anderen Premier-League-Klub fallen in dieser Saison so viele Tore wie bei den Westlondonern. Insgesamt 25 Treffer in neun Liga- und Pokalspielen bedeuten für Chelsea die beste Offensivbilanz zu diesem Saisonzeitpunkt seit der Spielzeit 2010/11 unter Carlo Ancelotti (damals 29 Tore).

Zudem hat sich die Stamford Bridge für Chelsea gerade in Londoner Derbys wieder als Festung etabliert: Seit der 1:2-Niederlage gegen Fulham am Boxing Day 2024 sind die Blues in acht regionalen Duellen ungeschlagen. Diese Pleite war gleichzeitig die einzige Heimniederlage in den letzten 16 London-Derbys an der Bridge (11 Siege, 4 Unentschieden).

Für Tottenham wird es folglich eine Mammutaufgabe. Sollten die Lilywhites im Abschluss jedoch die nötige Präzision an den Tag legen, könnten sie dem Gastgeber durchaus gefährlich werden und eine historische Negativserie abwenden – aktuell droht Tottenham die achte Pleite in Folge in einem London-Derby.

Jüngere Vergangenheit spricht klar für die Blues

Blickt man auf die Bilanz der jüngeren Geschichte, hängen die Trauben für Tottenham extrem hoch: Seit 1990 konnte Chelsea 41 Heimspiele gegen die Spurs bestreiten und verlor dabei lediglich ein einziges Mal (im April 2018). Von den übrigen 40 Partien an der Stamford Bridge gewannen die Blues 27, während 13 unentschieden endeten.

Zwar gelang Tottenham im Februar 2023 ein Sieg gegen den Erzrivalen, dieser glückte jedoch im eigenen Stadion in N17. Es blieb der einzige Erfolg der Spurs in den vergangenen 15 Premier-League-Duellen gegen Chelsea (12 Niederlagen, 2 Remis).

Chelsea vs Tottenham - Recent head-to-head results
Chelsea vs Tottenham - Recent head-to-head resultsFlashscore

Weitere Mutmacher für den Gastgeber: Chelsea hat keines der letzten zehn Premier-League-Spiele gegen Tottenham verloren, in denen man das 1:0 erzielte (9 Siege, 1 Unentschieden). In vier der letzten fünf Heimspiele gegen die Spurs trafen die Blues mindestens doppelt. Und gegen keinen anderen Klub hat Chelsea in der Premier League mehr Tore erzielt (124) oder wettbewerbsübergreifend mehr Siege gefeiert (83).

Zum Match-Center: FC Chelsea vs. Tottenham Hotspur

Bis zu 11 Tottenham-Stars könnten fehlen

Personell muss Chelsea im Tor voraussichtlich erneut auf den jungen Mike Penders setzen, nachdem sich Emi Martínez im Spiel gegen Everton schwer verletzt hat. Auch Reece James, Jamie Gittens und Emmanuel Emegha stehen nicht zur Verfügung. Hinter den Einsätzen von Malo Gusto (der sein 100. Pflichtspiel für Chelsea absolvieren könnte) und Pep Chavarría stehen noch Fragezeichen.

Chelsea's predicted line-up vs Tottenham
Chelsea's predicted line-up vs TottenhamFlashscore

Bei Tottenham schienen sich die Personalsorgen zuletzt leicht zu entspannen: James Maddison stand gegen Coventry erstmals seit April 2025 wieder in der Startelf, und Dejan Kulusevski feierte nach 526 Tagen Verletzungspause sein Comeback. Dennoch drohen den Spurs zum Derby bis zu elf Ausfälle.

Tottenham's predicted line-up vs Chelsea
Tottenham's predicted line-up vs ChelseaFlashscore

Definitiv fehlen werden Xavi Simons, Sávio, Wilson Odobert, Lucas Bergvall, Mykhailo Mudryk sowie Rodrigo Bentancur (Rot-Sperre nach dem Spiel gegen Manchester United). Ob Andrew Robertson, Destiny Udogie, Pedro Porro, Omar Marmoush und Tosin Adarabioyo auflaufen können, entscheidet sich erst kurzfristig nach späten Fitnesstests.

Henderson gibt die Richtung vor

Bei allen Personalsorgen wird die individuelle Tagesform der verfügbaren Stars den Ausschlag geben. Bei Chelsea stehen vor allem Cole Palmer und Routinier Jordan Henderson im Fokus. Palmer hofft, seine starke Bilanz gegen Tottenham (5 Scorerpunkte in 5 Spielen) auszubauen – trifft er erneut, markiert das gleichzeitig seinen 50. Treffer im Chelsea-Trikot.

Der erfahrene Henderson wiederum überraschte zuletzt mit beeindruckenden Laufwerten: Sowohl gegen Bournemouth (11,9 km) als auch gegen Everton (12 km) spulte er die größte Laufdistanz aller Chelsea-Spieler ab. Ob das als Kompliment an seine Fitness oder als Kritik an der Laufbereitschaft seiner jüngeren Mitspieler zu verstehen ist, bleibt Ansichtssache.

Spurs-Coach Roberto De Zerbi wird von seiner Mannschaft in jedem Fall eine Leistungssteigerung fordern. Immerhin: Auswärts präsentierten sich die Spurs zuletzt ordentlich und verloren in dieser Saison auf fremdem Platz bisher nur beim FC Newcastle, während man bei Nottingham Forest und Manchester United jeweils einen Punkt entführen konnte.

Chelsea vs Tottenham - Win probability
Chelsea vs Tottenham - Win probabilityFlashscore

Ein interessantes Detail am Rande: Die Hälfte aller Spurs-Tore in dieser Saison (drei von sechs) erzielte das Team aus der Distanz – alle drei beim Erfolg gegen Coventry. Das ist der absolute Spitzenwert der Premier League 2026/27.

Ein Warnsignal für die Gäste bleibt jedoch ihre Anfälligkeit nach Rückständen: In 48 aufeinanderfolgenden Premier-League-Spielen, in denen Tottenham das erste Gegentor kassierte, gelang kein einziger Sieg mehr. Umso wichtiger wird es sein, dass Schlüsselspieler wie Maddison, Mohammed Kudus und Dominic Solanke vom Anpfiff weg die Initiative übernehmen.

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