10 Tage spurlos verschwunden: Vermisster England-Fan taucht in Bar in Barcelona auf

Die englischen Fans haben während der WM eine ungewöhnliche Geschichte geschrieben.
Die englischen Fans haben während der WM eine ungewöhnliche Geschichte geschrieben.Action Images via Reuters

Es klingt wie das Drehbuch einer Hollywood-Komödie, ist aber die reale Geschichte von Michael Hewitt – in seinem Umfeld besser bekannt als "Little Mick". Der 65-jährige Brite wollte eigentlich in die USA reisen, um die englische Nationalmannschaft bei der WM zu unterstützen. Doch stattdessen verschwand er für zehn Tage spurlos von der Bildfläche.

Alles begann am 21. Juni: Auf seinem Weg nach Boston, wo er das WM-Gruppenspiel zwischen England und Ghana live im Stadion verfolgen wollte, legte Hewitt einen Zwischenstopp in Barcelona ein. Danach riss der Kontakt zu seiner Familie komplett ab. Die Sorge war riesig, und da tagelang jedes Lebenszeichen fehlte, meldeten die Angehörigen ihn als vermisst.

In ihrer Verzweiflung schaltete die Familie sowohl die spanische Polizei als auch Interpol ein. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Behörden bereits, dass Hewitt die USA nie erreicht hatte, da sein Reisepass an keinem amerikanischen Flughafen gescannt worden war. Auch eine Durchsuchung seiner Wohnung durch die Polizei von West Yorkshire bestätigte, dass er nicht heimlich nach Leeds zurückgekehrt war.

In Barcelona gestrandet

Die unerwartete Wende in dem Vermisstenfall brachte schließlich der Zufall – und ein aufmerksamer Landsmann. Wie die BBC berichtet, entdeckte ein englischer Polizist, der privat im Urlaub in der katalanischen Hauptstadt war, den 65-Jährigen in einer Bar. Hewitt trug sein markantes Leeds-Trikot, weshalb der Beamte ihn sofort erkannte und identifizieren konnte.

Wie sich herausstellte, war der Grund für das plötzliche Verschwinden ein klassisches Missgeschick: "Little Mick" hatte bei seinem Zwischenstopp in Barcelona sein Smartphone verloren. Dadurch hatte er weder Zugriff auf seine digitalen Flugtickets nach Boston noch die Möglichkeit, seine Familie zu kontaktieren. So nahm das Chaos seinen Lauf, und der Fußballfan strandete unfreiwillig in Spanien.

Sein Bruder Gary feierte das glückliche Ende der Zitterpartie auf Facebook mit typisch britischem, trockenem Humor: „Als Familie haben wir uns verzweifelt ein peinlich einfaches, aber glückliches Ende für dieses schreckliche Kapitel gewünscht – und genau das haben wir bekommen.“