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Trainer, Abwehr, Rodri: Darum ist WM-Finalist Spanien so gut

Rodri organisierte das spanische Mittelfeld gegen Frankreich.
Rodri organisierte das spanische Mittelfeld gegen Frankreich.CHARLY TRIBALLEAU/AFP

Seit 37 Spielen ungeschlagen, bei der WM bislang 13:1 Tore: Spanien pflügt durch das Turnier wie ein heißes Muela-Messer durch Butter. Flashscore hat sechs Gründe für die Dominanz zusammengestellt.

BOLLWERK

Am spanischen Defensivverbund prallten selbst die Weltstars Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise ab. Die Folge war das sechste Zu-Null-Spiel durch ein Team bei einer einzigen WM - Rekord. Und es drängt sich die Frage auf: Wer, bitteschön, will diese perfekt eingespielte Viererkette mit ihren vorgelagerten Staubsaugern knacken? Zumal dahinter auch noch die "muro imbatible" im Tor steht, die "unüberwindbare Mauer" namens Unai Simón.

Zum Match-Center: Frankreich vs. Spanien

RESILIENZ

Erinnert sich noch jemand an den WM-Start? Nach Spaniens 0:0 gegen Kap Verde gab es Spott aus der ganzen Welt für den Europameister. Die Reaktion? Keine, das Kollektiv machte unbeirrt weiter - und profitierte sogar von seinem Fehlstart, weil die Rolle des Topfavoriten seither an Frankreich klebte wie eine Klette. Im Schatten des Nachbarn überließen die Spanier den ganz großen Rummel nur allzu gerne Mbappé und Co. Zumindest damit ist es nun aber vorbei.

TRAINER

De la wer? Seit Luis de la Fuente die Mannschaft nach der enttäuschenden WM 2022 übernahm, geht es steil bergauf, doch einer breiteren Öffentlichkeit wirklich bekannt ist der 65-Jährige noch immer nicht. Seine Spieler kennen und schätzen ihren "Mister" dagegen seit Jahren, einige gingen mit ihm gemeinsam den Weg von Spaniens U19 über die U21 bis zum A-Team. "Der Prozess fing schon vor Jahren an", sagte de la Fuente nach dem Sieg gegen Frankreich, den er überraschend unaufgeregt verfolgte. So ist er eben - noch ist die Reise schließlich nicht beendet.

FIXPUNKT

Auch ein überragendes Kollektiv braucht einen Fixpunkt, ein Genie für alle Fälle. Bei Spanien ist das nicht etwa Lamine Yamal, auch wenn der 19-Jährige langsam ins Rollen kommt, sondern Rodri. Gegen Frankreich dominierte der 30-Jährige das Mittelfeld, unterband unzählige gegnerische Angriffe und kurbelte sofort die eigene Offensive an. Nach seinem Kreuzbandriss im September 2024 ist der Motor von Manchester City längst wieder auf jenem Niveau, das ihm 2024 den Ballon d'Or eingebracht hatte. "Rodri ist unser Rückgrat", sagt de la Fuente.

Rodri zieht in Spaniens Mittelfeld die Fäden.
Rodri zieht in Spaniens Mittelfeld die Fäden.Stats Perform/Opta

KOPF

Verlieren? Wie geht das? Man muss sich das mal vorstellen: Fabian Ruiz hat in 49 Länderspielen seit seinem Debüt 2019 noch keine Niederlage erlebt - das 3:5 gegen Portugal im Elfmeterschießen des Nations-League-Endspiels 2025 wird in der Statistik als Remis geführt. Seinen Teamkollegen geht es kaum anders, Spanien ist seit dem 0:1 gegen Kolumbien im März 2024 in 37 Spielen ungeschlagen. Ein eingestellter Weltrekord, der in den Köpfen schon beim Aufwärmen ein Gefühl der Unbesiegbarkeit entstehen lässt.

UNTERBAU

Spanien räumt im U-Bereich seit Jahren ab, das Reservoir an Talenten ist schier unerschöpflich. Bei fünf der letzten acht U21-Europameisterschaften standen die Iberer im Finale, im U19-Bereich gingen drei der letzten sechs EM-Titel nach Spanien. Und ein Ende der Dominanz ist nicht in Sicht: Erst am vergangenen Samstag gewann Spanien einmal mehr den U19-Titel, diesmal mit insgesamt 19:0 Toren und einem 2:0 gegen Deutschland im Finale.