"Jetzt wollen wir auch den Titel", betonte Erfolgstrainer Luis de la Fuente. Der Gegner fürs Endspiel am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in der Glitzer-Metropole war ihm und seinen Spielern erstmal ziemlich egal. Die Marschroute, mit der La Roja den Franzosen um Superstürmer Kylian Mbappé eine schmerzhafte Lehrstunde erteilte, gilt auch für den finalen Akt: "Wir treffen auf eines der besten Teams der Welt - sie treffen auf das beste."
Zum Match-Center: Frankreich vs. Spanien
Ja, was die Iberer der Fußball-Welt da im Halbfinale von Dallas präsentierten, war tatsächlich nahe der Perfektion. Die Leistungssteigerung im Turnierverlauf erinnert stark an den bislang einzigen spanischen WM-Triumph. Die Seleccion spielt wie 2010. Nur besser. Wie damals könnte nun auch das Double aus EM- und WM-Titel gelingen. Yamal kann sich im Finale von New York mit dann 19 Jahren und sechs Tagen zum jüngsten Spieler krönen, der den Europa- und Weltmeistertitel vereinigt.
Auch Tuchel ist beeindruckt
"Danke, dass wir diese Reise miterleben dürfen", schrieb das spanische Königshaus bei X. König Felipe, der zusammen mit Königin Letizia und den gemeinsamen Töchtern Leonor und Sofía am Dienstagabend vor dem Fernseher die Daumen drückte, gratulierte persönlich. "Wir sehen, dass das gesamte Land mit uns fiebert", sagte de la Fuente und betonte: "Wir haben noch einen Schritt vor uns." Seine Mannschaft ließ den Abend mit einer kleinen Kabinenparty bei Pizza und Musik ausklingen.
Die internationale Presse sah Spanien nach der "unvergesslichen Vorstellung" (Marca) im "Triumphrausch" (Gazzetta dello Sport) und überschlug sich mit Lobeshymnen für den Europameister. Und das völlig zurecht. Hinten ließ die spanische Defensive um den erst 19 Jahre alten Pau Cubarsí (ein Gegentor in sieben Turnierspielen) gegen den französischen Super-Dreizack mit Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise über 90 Minuten überhaupt nichts anbrennen. Vorne schlug die Offensive mit Mikel Oyarzabal und Pedro Porro zwei Mal eiskalt zu. "Je größer die Bühne ist, desto ruhiger spielen sie", schwärmte Englands Trainer Thomas Tuchel: "Das ist sehr, sehr beeindruckend."
Yamal, und das ist das Verrückte, spielt bei dieser WM bislang nicht mal am Limit. Gerade einmal ein Tor steht in der Statistik des Angreifers vom FC Barcelona. Gegen Frankreich war es ein an ihm verursachter Foulelfmeter, der zur Führung durch Oyarzabal (22.) führte. "Wir 26 sind eine Einheit, der ganze Kader", erklärte Torschütze Porro (58.). Cubarsí sprach von einer "großen Familie". Und de la Fuente meinte: "Der Raum für Verbesserungen ist unendlich." Es klingt wie eine Drohung.
Finals, das gehört zum spanischen Selbstverständnis, werden nicht bloß gespielt, sondern gewonnen. Das war im bislang einzigen WM-Endspiel vor 16 Jahren so. Auch aus den fünf EM-Finals ging Spanien viermal als Sieger hervor. Das Endspiel am Sonntag, so de la Fuente, sei "eine große Verantwortung, die wir für das ganze Land haben. Das ist etwas ganz Besonderes für uns." Jetzt, gestand der Vater des Erfolgs mit einem erschöpften Lächeln im Gesicht, "muss ich aber erst einmal runterkommen und das verarbeiten".
Verfolge die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™ mit ZDF bei Prime Video – LIVE-Übertragungen, Highlights und Analysen

