Erst posierte Niko Kovac für das gemeinsame Gruppenfoto mit dem Gegner, dann verließ Borussia Dortmunds Trainer mit einem zufriedenen Lächeln den Hamburger Volkspark. "Ich freue mich wirklich. Das war ein gelungener Tag. Wir sind weiter, und das Drumherum war so schön", sagte Kovac nach dem lockeren 5:0 (4:0)-Erfolg in der stimmungsvollen Erstrundenpartie des DFB-Pokals beim Oberligisten HEBC aus Hamburg.
Match-Center: HEBC vs. Borussia Dortmund
Mit "Drumherum" meinte der Coach sicherlich das nette Ambiente mit einem herzlichen Gastgeber und gut gelaunten 46.000 Partygästen. Der Pokal-Ausflug in die Hansestadt diente nach dem Schock der schweren Verletzung von Giannis Konstantelias (Kreuzbandriss) für die BVB-Entourage ganz offensichtlich als Stimmungsaufheller und Energiequelle, da passten die Vollzugsnachrichten aus der Personalabteilung bestens ins Bild.
"Er ist ein Spieler, der mit dem linken Fuß vieles kann", sagte Kovac über Ethan Nwaneri, die Last-Minute-Leihgabe vom FC Arsenal. Der 19 Jahre alte Offensivspieler, der mithelfen soll, den Ausfall von Konstantelias zu kompensieren, sei "sehr schnell" und "sehr trickreich", so Kovac: "Ich bin mir sicher, dass wir mit ihm noch mal eine richtig gute Verstärkung dazu geholt haben."
Einsatz von Nwaneri noch offen
Nwaneri kommt mit der Empfehlung, der bis dato jüngste Spieler der Premier-League-Geschichte zu sein. 15 Jahre und 181 Tage war er, als er vor vier Jahren für die Gunners debütierte. Zwölf Torbeteiligungen in 51 Pflichtspielen stehen seitdem zu Buche. In Dortmund soll Nwaneri nun der Durchbruch gelingen.
Ob der Neuzugang bereits im Ligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG Hoffenheim auflaufen wird, ließ Kovac offen. "Das werden wir sehen. Ich habe ihn noch gar nicht gesehen, er hatte heute seine ganzen Tests", sagte der Coach am Dienstagabend bei Sport1.
In Hamburg lief auch ohne Verstärkung alles nach Plan. Obwohl Kovac sein Team gegenüber dem Ligastart gegen den Hamburger SV (2:0) auf sieben Positionen verändert hatte, erfüllte die hoch talentierte BVB-Rasselbande locker ihre Pflicht. "Es geht auch darum, den Jungs die Minuten zu geben. Das ist Pokal vor 45.000 Zuschauern, das ist für die jungen Spieler schon was Besonderes", sagte Kovac.
Für die Dortmunder gehen die Blicke nun auf das Hoffenheim-Spiel - und auf die Auslosung der 2. Pokalrunde am Samstagabend in der ARD-Sportschau. Einen Wunschgegner? Den hat der BVB nicht. "Wenn es ein Heimspiel ist, wäre das schon ein Vorteil, aber ein Wunschlos habe ich nicht", sagte Keeper Alexander Meyer, der in Hamburg anstelle von Stammkraft Gregor Kobel das BVB-Tor hütete. Und Felix Nmecha stellte bei Sky klar: "Man geht nicht in den Pokal, ohne ihn gewinnen zu wollen. Das ist unser Ziel."
