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"Kriminelle Misswirtschaft": UEFA möchte FIFA-Präsident Infantino anzeigen

Nächste Etappe im FIFA-Machtkampf
Nächste Etappe im FIFA-MachtkampfNHAC NGUYEN / AFP

Inmitten des Machtkampfes mit Gianni Infantino erhöht die Europäische Fußball-Union (UEFA) den Druck massiv und bereitet im Zusammenhang mit dem inzwischen verworfenen Investorenplan eine Strafanzeige gegen den FIFA-Chef vor. Dies geht aus einem 60-seitigen Dokument hervor, über das britische Medien am Donnerstag zuerst berichteten und das dem SID vorliegt.

Darin heißt es: Die UEFA und andere interessierte Parteien bereiteten derzeit "die Einleitung eines Strafverfahrens in der Schweiz gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre und -Berater wegen krimineller Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches" vor.

In dem Schreiben an US-Gerichte beantragt die UEFA die Herausgabe von relevanten Unterlagen unter anderem durch den Weltverband sowie die Investmentgesellschaft Thrive Capital, die als Hauptinvestor eine wichtige Rolle in Infantinos Plan gespielt hatte. Diese sollen später in einem möglichen Strafverfahren als Beweismittel in der Schweiz verwendet werden.

UEFA-Präsident Ceferin lässt nicht locker
UEFA-Präsident Ceferin lässt nicht lockerKERSTIN JOENSSON / AFP

Vorwurf: Infantino wollte sich bereichern

In dem Antrag kritisiert die UEFA beispielsweise den "absurd niedrig" angesetzten Unternehmenswert von rund 20 Milliarden US-Dollar.

Der Plan sei dazu gedacht gewesen, Infantino und einem kleinen Kreis "eine dauerhafte Beteiligung an den wertvollsten Vermögenswerten der FIFA zu verschaffen und ihnen anderweitig Gewinne daraus zu ermöglichen – zum Nachteil der FIFA, ihrer Mitglieder und anderer Akteure innerhalb der Fußballfamilie", hieß es.

UEFA-Boykott wohl vom Tisch

Der europäische Verband fordert nach wie vor Infantinos Rückzug. Über weitere Schritte beriet die UEFA am Donnerstag. Rund um die Auslosung zur Champions League in Monaco trafen sich die 55 nationalen Verbandsbosse um DFB-Präsident Bernd Neuendorf und das Exekutivkomitee um Hans-Joachim Watzke.

Die DFB-Spitze um Watzke und Neuendorf trägt den Kurs der UEFA mit
Die DFB-Spitze um Watzke und Neuendorf trägt den Kurs der UEFA mitFLORIAN WIEGAND / DPA / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Die Boykott-Drohung der UEFA ist dagegen wohl vom Tisch. Hintergrund ist die angebliche Zusage der FIFA, wonach etwas Vergleichbares wie der Investorenplan von Infantino nie mehr auf den Tisch kommen werde. Nach SID-Informationen könnte der europäische Verband seine Drohung daher zeitnah zurücknehmen.