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Müller und Hummels: In Amadora, um zu lernen

Thomas Müller und Mats Hummels können sich bei Amadora ausprobieren.
Thomas Müller und Mats Hummels können sich bei Amadora ausprobieren. AL BELLO / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP / Profimedia

Die Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels steigen bei Estrela Amadora ein, um den Fußball aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

CF Estrela Amadora? Vom kleinen Klub aus der Nähe von Lissabon hat bis vor kurzem kaum jemand Notiz genommen. Durch den Einstieg der Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels in der vergangenen Woche ist der Erstligist aus Portugal jedoch plötzlich in aller Munde. Die beiden Stars sind Teil einer Investorengruppe, die 90 Prozent der Klubanteile für angeblich rund 40 Millionen Euro übernommen hat.

Aber warum ausgerechnet Estrela Amadora, aktuell Achter der Primeira Liga? "Lissabon ist eine Stadt mit Fußballtradition - Portugal ein spannender Markt, der in der Vergangenheit immer wieder großartige Fußballer hervorgebracht hat", sagte Bayern-Ikone Müller auf SID-Anfrage. Der 36-Jährige, der noch bei den Vancouver Whitecaps in Kanada spielt, sieht dies für sich selbst zudem als "einen Schritt, der mir die Möglichkeit gibt, das Fußballgeschehen aus einer völlig anderen Perspektive hautnah zu erleben".

Ähnlich wie sein Kumpel äußerte sich auch Hummels (37). Es sei sein Ziel, "noch mehr kennenzulernen, wie so ein Verein funktioniert, wie dann auch Abläufe funktionieren", betonte der frühere Dortmunder in einer Prime-Video-Runde. Er wolle herausfinden, "wo meine Stärken sind für die Zeit nach der Karriere, um dann irgendwann zu wissen, welcher Job für mich im Fußball der passendste ist".

Neben Müller und Hummels gehören auch die ehemaligen Bayern Yann Sommer und Lucas Hernández dem Konsortium an. Er freue sich, so Müller, "dass absolute Fußballexpertise mit an Bord ist".

Champions League ? Warum nicht

Die prominenten Investoren sollen bei CF Estrela eine aktive Rolle einnehmen. "Wir wollen Expertisen in allen Bereichen. Deswegen auch diese Namen", sagte Vereinspräsident Johannes Mösmang dem BR: "Sie helfen primär bei der Bewertung der Spieler und potenzieller Neuzugänge", zudem "auch in Sachen Netzwerk und Außendarstellung". Selbst bei Verhandlungen sollen die Stars dabei sein. Es sei "eine erste Ebene", so Mösmang, "sich im Management wirklich austesten zu können".

Der 35-Jährige war zuvor jahrelang Mitarbeiter im Player Management des FC Bayern. In Amadora hat er nun zumindest bei der Auswahl der Spieler keine Grenzen. Es gebe in der ersten Liga in Portugal "keine Beschränkungen auf die Verpflichtung von Nicht-EU-Ausländern", erläuterte Mösmang.

Aktuell stehen 22 Legionäre im 26er Kader von CF Estrela, darunter Max Scholze, der im Januar aus Ulm gekommen war, und der Deutsch-Brasilianer Henrique Poniewas. Im Sommer wechselte zudem Lovro Zvoranek vom FC Bayern nach Amadora, einer Vorstadt von Lissabon.

Der junge Verein, der durch eine Fusion mit dem Club Sintra Football 2020 in der dritten Liga einstieg, spielt seit 2023 in der ersten Liga. Und bald Champions League? Bei dieser Frage muss Mats Hummels lachen. Dies, sagte er, "wäre natürlich hochambitioniert. Da müssen wir noch ein bisschen warten." Aber, fügte der Rio-Weltmeister schmunzelnd an: "Ich hätte auch keine Einwände."