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Neue Fußball-Regeln: Was sich bei VAR, Einwurf und Wechseln verändert

Felix Zwayer war der einzige deutsche Schiri bei der WM
Felix Zwayer war der einzige deutsche Schiri bei der WMLars Baron / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP / Profimedia

Am Freitag startet die 64. Saison der Fußball-Bundesliga. Spieler, Trainer und Fans müssen sich an neue Regeln gewöhnen. Doch im deutschen Profifußball wird nicht alles zur Anwendung kommen, was bei der zurückliegenden WM-Endrunde als Neuerung zu sehen war.

Abstoß und Einwurf: Fünf-Sekunden-Regel 

Zur Zeitspiel-Vermeidung kommen bei Abstößen und Einwürfen die Fünf-Sekunden-Countdowns zur Anwendung. Bei Überschreitung wird aus dem Abstoß eine Ecke für das gegnerische Team–- und das Einwurfrecht wechselt.

Wechsel müssen schnell erfolgen

Um die Nettospielzeit zu erhöhen, müssen Spieler, die ausgewechselt werden, innerhalb von zehn Sekunden vom Platz. Halten sie sich nicht daran, darf der Einwechselspieler den Platz erst bei der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute betreten. 

Zeitschinden bei der Einwechslung? Ist nicht mehr
Zeitschinden bei der Einwechslung? Ist nicht mehrREUTERS/Dylan Martinez

Behandlungspause

Spieler, die auf dem Platz behandelt werden oder eine verletzungsbedingte Unterbrechung der Partie verursachen, müssen das Feld verlassen und nach Wiederanpfiff eine Minute lang draußen warten. Eine Ausnahme bildet der Torwart.

Vorteil laufen lassen

Wenn sich der Schiedsrichter dazu entscheidet, das Spiel aufgrund eines Vorteils weiterlaufen zu lassen und daraus ein Tor entsteht, fallen Bestrafungen wie Gelbe oder Rote Karten zur Vereitelung dieses Tores weg.

Zudem kann die Vorteilsregelung auch bei einer nicht korrekten Spielfortsetzung (falscher Einwurf, falscher Freistoßort) angewandt werden.

VAR: Auch Gelb-Rot wird überprüft

Wie schon bei der WM gesehen, werden die Kompetenzen des Video-Assistenten auf die Überprüfung der zweiten Gelben Karte bei Gelb-Rot ausgeweitet.

Dabei geht es allerdings "nur" um ungerechtfertigt verhängte Gelb-Rote Karten, weil die zweite Gelbe Karte eindeutig falsch war oder es sich um eine Spielerverwechslung handelt. Wenn der Schiedsrichter keine Gelbe gezeigt hat, obwohl sie richtig gewesen wäre, bleibt der Video-Assistent still.

Führt eine Gelbe Karte zum Platzverweis, darf der VAR eingreifen
Führt eine Gelbe Karte zum Platzverweis, darf der VAR eingreifenStephen Brashear-Imagn Images via Reuters Connect

VAR soll zurückhaltender agieren

Die von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angekündigte Zurückhaltung beim Einsatz des VAR wird umgesetzt. Laut Jochen Drees, dem Video-Chef beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), soll der Video-Assistent ganz im Sinne der UEFA "stärker im Hintergrund" gelassen werden.

Das verdeutlichte auch Benjamin Schmedes. "Für den Eingriff des Video-Assistenten soll es eine höhere Schwelle geben. Es soll um klare und offensichtliche Fehlentscheidungen gehen. Wir wollen die Zeit am Bildschirm minimieren", sagte der Bundesliga-Sportdirektor: "Trotz allem werden wir Diskussionen nicht vollends vermeiden können."

Grundsätzlich soll der VAR seltener eingreifen
Grundsätzlich soll der VAR seltener eingreifenREUTERS/Russell Cheyne

Welche WM-Regeln werden nicht übernommen?

Eckstöße werden im Gegensatz zur Endrunde nicht vom Video-Assistenten überprüft, zudem wird keine Rote Karte für das Zuhalten des Mundes mit der Hand oder das Verlassen des Feldes aus Protest gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung gegeben.

Zudem wird der Torwart nicht so extrem geschützt wie bei der WM. Das Blocken des Keepers ohne aktive Bewegung in ihn hinein ist erlaubt. Das nicht gegebene Tor von Jonathan Tah beim deutschen WM-Aus gegen Paraguay hätte in Bundesliga gezählt.