Für das österreichische Frauen-Nationalteam steht am Freitag ein Spiel mit mehrfacher Bedeutung auf dem Programm. Gegen Slowenien bestreiten die ÖFB-Frauen nicht nur ihr 250. Länderspiel, sondern feiern auch die Premiere von Teamchef Lars Søndergaard an der Seitenlinie. Zudem gastiert die Auswahl erstmals am Wiener Sport-Club-Platz.
Nach dem Abschlusstraining zeigte sich der Däne voller Vorfreude auf seinen ersten Auftritt als Teamchef. „Ich freue mich sehr auf das Spiel. Das Ambiente beim Sport-Club-Platz ist sehr gut. Natürlich ist eine positive Nervosität dabei, das gehört dazu“, sagte Søndergaard. Gleichzeitig warnte er vor dem Gegner: „Wir gehen mit viel Respekt vor Slowenien in die Partie und kennen ihre Stärken.“
Mit mindestens 2.500 erwarteten Fans hoffen die Österreicherinnen auf ähnliche Unterstützung wie zuletzt beim historischen Heimspiel gegen Deutschland in Ried, als 4.300 Zuschauer für eine ausverkaufte Kulisse sorgten.
Revanche für die Hinspiel-Niederlage
Sportlich bietet die Partie die Chance auf Wiedergutmachung. Im Februar mussten sich die Österreicherinnen in Koper knapp mit 0:1 geschlagen geben und verloren damit wichtige Punkte im Rennen um eine gute Ausgangsposition in der WM-Qualifikation.
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Vor allem Bayern-Legionärin Katharina Naschenweng erinnert sich noch gut an die Enttäuschung. „Ich glaube schon, dass wir uns sehr geärgert haben, wie wir in Slowenien aufgetreten sind und über Dinge, die wir nicht umsetzen konnten“, erklärte die 27-Jährige. Gleichzeitig wolle das Team den Blick nach vorne richten: „Es ist wichtig, das abzuhaken und morgen von Neuem zu beginnen.“
Auch Austria-Doublesiegerin Virginia Kirchberger blickt dem Spiel mit besonderen Gefühlen entgegen. Erst vor wenigen Wochen gewann sie an gleicher Stelle mit Austria Wien den ÖFB-Cup. „Ich freue mich riesig, das Stadion ist für uns perfekt. Es war schon beim Cup eine tolle Atmosphäre“, sagte die Innenverteidigerin.
Wichtige Punkte, wichtige Fans
Die Ausgangslage in der Qualifikationsgruppe verspricht Spannung. Nach vier von sechs Spielen liegt Österreich zwei Punkte hinter Slowenien auf Rang vier der Gruppe 4 in Liga A. Unabhängig davon, ob die ÖFB-Auswahl die Gruppe als Dritter oder Vierter beendet, lebt der Traum von der ersten WM-Teilnahme weiter. Im Herbst bietet sich über die Play-offs weiterhin die Chance auf ein Ticket für die WM 2027 in Brasilien.
Kapitänin Sarah Puntigam, die mit 164 Einsätzen den Großteil der bisherigen Teamgeschichte selbst mitgeschrieben hat, setzt dabei auf die Unterstützung von den Rängen. „Wenn viele Fans kommen, kann da eine richtig gute Atmosphäre entstehen. Das Spiel gegen Deutschland in Ried hat die Rolle und Bedeutung der Zuschauerinnen und Zuschauer unterstrichen“, betonte die Rekordteamspielerin.
Auch Søndergaard sieht die Fans als wichtigen Faktor. „Wenn die Zuschauer lautstark da sind, kann das den Spielerinnen Selbstvertrauen geben und ein Vorteil für uns sein“, erklärte der neue Teamchef.
Personell kann Österreich nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Sarah Gutmann fehlt aufgrund einer Gelbsperre. Damit stehen alle Voraussetzungen bereit, um das Jubiläumsspiel zu einem erfolgreichen Neustart unter Søndergaard zu machen.
