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"Privilegierte Situation"? Leon Goretzka auf schwieriger Jobsuche

Leon Goretzka bei der Niederlage gegen Paraguay.
Leon Goretzka bei der Niederlage gegen Paraguay. ČTK / imago sportfotodienst / Moritz Muelle

Leon Goretzka hat auch Wochen nach seinem Abschied vom FC Bayern immer noch keinen neuen Verein.

Um Leon Goretzka ist es still geworden. In den letzten Tagen gab es nicht einmal mehr Wechselgerüchte um den Nationalspieler. Auch das Getöse um seine Rolle beim deutschen WM-Desaster hat sich längst gelegt. Zuletzt war Goretzka vor gut einer Woche gesichtet worden, als er beim FC Bayern seinen Dienstwagen abgab.

Und sonst? Ende Juli hieß es, dass sein Münchner Ex-Trainer Hansi Flick und der FC Barcelona vages Interesse am Mittelfeldspieler als Ersatz für den verletzten Frenkie de Jong haben. Barca-Sportdirektor Deco soll aber letztendlich abgeblockt haben.

So scheint ein neuer Klub für den 31-Jährigen auch Wochen nach seinem Abschied aus München nicht in Sicht zu sein. Dabei sah es zunächst so aus, als ob Goretzka alle Türen offen stünden. Namhafte Klubs wie eben Barca, der FC Arsenal, Juventus Turin, der AC Mailand, die SSC Neapel oder Atlético Madrid wurden mit dem 73-maligen Nationalspieler in Verbindung gebracht. Noch im Mai sprach Goretzka entspannt von einer "privilegierten Situation", er wolle auf ein neues Projekt "100 Prozent Bock haben".

Doch ganz so privilegiert scheint die Lage inzwischen nicht mehr zu sein. Bei allen Spekulationen werden immer wieder zu hohe Forderungen der Spielerseite als Problem genannt. Dem Vernehmen nach stellt sich der ablösefreie Profi ein Jahresgehalt von sieben Millionen Euro netto sowie ein Handgeld um die zehn Millionen Euro vor. Bei den Bayern soll Goretzka zuletzt 13 Millionen Euro brutto verdient haben.

Am 30. Juni war der Vertrag des gebürtigen Bochumers nach acht Jahren beim Rekordmeister mit 15 Titeln, inklusive des Triples 2020, ausgelaufen. Bei der Weltmeisterschaft wollte sich Goretzka noch einmal ins Schaufenster stellen - doch das misslang gehörig.

Lob vom Kompany - Absage an die USA

Hatte ihm Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann im März noch eine Führungsrolle im DFB-Team versprochen, so kam Goretzka beim Turnier in Nordamerika auf drei mickrige Kurzeinsätze. Die plötzliche Degradierung soll Goretzka gar nicht gepasst haben. Die Sport Bild berichtete unter Berufung auf Mannschaftskreise, dass sich der 31-Jährige abgekapselt habe und häufig schlecht gelaunt gewesen sei. Zudem, so hieß es, habe der erfahrene Profi beim entscheidenden Elfmeterschießen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay frustriert abgewunken.

Dabei galt Goretzka beim FC Bayern immer als Musterprofi. Auch in seiner letzten Saison in München hatte er seine Rolle als Backup hinter Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic akzeptiert. "Leon war immer ein wichtiger Spieler bei Bayern und hat immer wieder gezeigt, was es heißt, ein absoluter Profi zu sein und zu kämpfen", betonte Trainer Vincent Kompany bei dessen Abschied im Mai.

Vorzüge, die bisher noch nicht zu einem neuen Verein geführt haben. Dabei war Goretzka noch vor der WM zuversichtlich gewesen. Er wolle "schon nochmal richtig kompetitiven Fußball im Ausland spielen". Ein Angebot von Chicago Fire aus der MLS blockte er deshalb ab. Er werde, sagte er vielmehr, "schon etwas Schönes finden, denke ich".

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