Peter Schöttel hat sich erstmals ausführlicher zu seinem überraschenden Aus als Sportdirektor des Österreichischen Fußball-Bundes geäußert. Der ÖFB hatte am Freitag die Trennung nach neun Jahren im Amt bekannt gegeben. Schöttel selbst hatte damit nicht gerechnet.
„In den letzten Wochen gab es das eine oder andere Thema, wo man unterschiedlicher Meinung war. Aber darauf war ich nicht vorbereitet“, sagte der 59-Jährige im ORF. Besonders überraschend: Als am Donnerstagabend erste Medienberichte über seine bevorstehende Ablöse auftauchten, wusste Schöttel nach eigenen Angaben noch nichts davon. Erst vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag habe es ein Gespräch unter anderem mit ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll gegeben.
„Ich bin seit 40 Jahren im Fußballgeschäft und weiß, dass solche Dinge rasch passieren können“, erklärte Schöttel.
Schöttel nimmt Rangnick aus der Schuld
Die Entscheidung des Aufsichtsrats akzeptiert Schöttel. „Wenn sie meinen, es mit einem anderen besser fortführen zu können, dann ist es ihre Sache“, sagte der Wiener. Gleichzeitig verteidigte er seine Arbeit der vergangenen Jahre: „Ich finde aber, dass wir es in den letzten neun Jahren gut gemacht haben.“
Über die konkreten Hintergründe seines Aus wollte Schöttel nicht sprechen. Eine vielsagende Aussage ließ er dennoch fallen: „Ich weiß, aus welcher Richtung es kommt.“ Wen er damit meinte, ließ der ehemalige Rapid-Trainer offen. Einen möglichen Konflikt mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick schloss er allerdings ausdrücklich aus. „Der Grund, dass ich nicht mehr beim ÖFB bin, liegt definitiv nicht bei Ralf Rangnick.“
Schöttel verwies zudem nicht nur auf die sportliche Entwicklung während seiner Amtszeit. Er sei auch auf die Veränderungen innerhalb der Sportabteilung stolz: „Welche Kultur wir ins Unternehmen gebracht haben, wie wir miteinander umgehen und wie mutig Themen angegriffen haben.“
