Die große Sensation ist ausgeblieben. Österreich verabschiedet sich nach der 0:3-Niederlage im Sechzehntelfinale von der Weltmeisterschaft. Mikel Oyarazabal (36.) brachte die Iberer in der ersten Halbzeit in Führung, Pedro Porro (66.) erhöhte nach einer guten Stunde und Oyarzabal (88.) schnürte kurz vor Schluss den Doppelpack zum Endstand. Österreich hielt gegen überlegene Spanier wacker dagegen, den Burschen fehlte aber offensiv komplett die Durchschlagskraft.
Die Spanier übernahmen von Beginn an die Spielkontrolle. Österreich versteckte sich zwar nicht, eröffnete so nach eigenen Fehlern Spanien aussichtsreiche Kontergelegenheiten, die sie allerdings ungenutzt ließen. Die erste große Chance hatte Dani Olmo (8.), bei dessem Abschluss stand aber ausgerechnet Oyarzabal im Weg.
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Die Burschen wurden nach knapp 20 Minuten erstmals selbst gefährlich. Eine Hereingabe von Marcel Sabitzer (18.) verpasste Michael Gregoritsch am Fünfmeterraum nur knapp.
Spanien nutzt Dominanz nach Trinkpause
Spanien erhöhte die Schlagzahl nach der Trinkpause. In der 30. Minute jubelten Marc Cucurella sogar schon, doch der schwedische Schiedsrichter Glenn entschied bei einem Zweikampf im Fünfmeterraum auf ein Foulspiel an Alexander Schlager, der infolge einer Ecke von Pau Cubarsi unfair angegangen wurde. Nur wenige Minuten später kam Oyarzabal (33.) zu einer guten Gelegenheit, seinen strammen Schuss wehrte Schlager aber stark zur Seite ab.
Aber drei Minuten später war es dann geschehen: Cucurella legte den Ball nach einem Lochpass perfekt in den Rückraum, wo Oyarzabal die Kugel mit viel Übersicht ins lange Eck legte. Österreich konnte sich in dieser Phase kaum befreien und hatte Glück, dass es zur Pause nur mit 0:1 zurücklag. Erst landete Alex Baenas Freistoß an der Querlatte, dann scheiterte Lamine Yamal an Schlager, der schon bei Baenas Versuch die Finger im Spiel hatte.
Sasa Kalajdzic bringt frischen Wind
Auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten wackelte das ÖFB-Team ordentlich. Immer wieder luden die Österreicher Spanien mit einfachen Ballverlusten zu Kontern ein, die Iberer schlugen daraus aber zu wenig Kapital. Die beste Chance hatte noch Rodri (54.), doch dessen Abschluss flog knapp neben Schlagers Tor.
Nach 60 Minuten setzte Ralf Rangnick alles auf eine Karte und stellte mit Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic auf ein System mit zwei Stürmern um. Keine 60 Sekunden später wurde Kalajdzic, der schon gegen Algerien nur 23 Sekunden nach seiner Einwechslung das alles entscheidende Tor zum Weiterkommen erzielte, im Strafraum per Flanke freigespielt, dieses Mal setzte er seinen Kopfball aber über den Kasten.
Spanien lässt nichts anbrennen
Doch nur wenige Minuten später nahm Pedro Porro (66.) dem ÖFB-Team den Wind aus den Segeln. Nach einer scharfen Hereingabe von Baena köpfte der Außenverteidiger aus kurzer Distanz locker ein, Schlager war wie beim ersten Tor chancenlos.

In der Schlussphase war ein Kopfball von Posch (82.) noch die gefährlichste Aktion der Burschen, doch der Versuch segelte klar am Tor vorbei. Spanien hatte auch in den finalen Minuten sichtlich Spaß am Fußball und spielte auf das dritte Tor. Yamal scheiterte noch an David Alaba (85.), der für den geschlagenen Schlager auf der Linie rettete, aber Oyarzabal traf letztlich doch kurz vor Schluss zum 3:0, nachdem Cucurella ihn im Strafraum freispielte. Der Stürmer blieb ohne Gegenspieler cool und vollendete sicher zum Endstand.
Die erste K.o.-Phase nach 72 Jahren kann das ÖFB-Team definitiv als Erfolg verbuchen, das Ausscheiden hat aber auch offenbart, dass Top-Nationen wie Spanien noch mindestens eine Nummer zu groß für Österreich sind.

