Felix Gall hat auf der vierten Etappe der Vuelta a España ein kräftiges Lebenszeichen abgegeben. Der Osttiroler belegte auf dem anspruchsvollen Teilstück rund um Andorra la Vella den dritten Platz und unterstrich damit seine Ambitionen für die Gesamtwertung. Auch Gregor Mühlberger überzeugte als Zehnter.
Nicht zu schlagen war einmal mehr Tadej Pogacar. Der Slowene setzte sich rund 50 Kilometer vor dem Ziel ab und feierte nach 105 Kilometern und mehr als 3.000 Höhenmetern einen überlegenen Solosieg.
Gall erreichte das Ziel 2:39 Minuten hinter Pogacar. Dazwischen schob sich lediglich der 20-jährige Belgier Jarno Widar, der den Österreicher im Sprint um Rang zwei bezwang. Mühlberger komplettierte als Zehnter mit 3:17 Minuten Rückstand einen starken österreichischen Tag.
Gall meldet Ansprüche an
Auch in der Gesamtwertung machte Gall einen Sprung nach vorne. Der 28-Jährige liegt nun auf Rang sieben und hat 3:57 Minuten Rückstand auf Pogacar. Mühlberger folgt mit 4:34 Minuten Rückstand auf Position elf.
Für Gall war der Auftritt ein wichtiges Signal. Nachdem er zu Beginn der Rundfahrt noch nicht bei 100 Prozent gewesen war, präsentierte sich der Giro-Zweite des heurigen Jahres beim ersten großen Bergtest wieder auf hohem Niveau.
„Ich habe einiges probiert, kann mir nichts vorwerfen. Ich habe viel investiert und habe auch gelitten. Im Zielsprint habe ich das Maximum herausgeholt“, bilanzierte Gall. Besonders zufrieden war er mit der Unterstützung seiner Mannschaft und hob dabei Mühlberger hervor: „Es war beeindruckend, wie stark die Kollegen waren, vor allem Gregor war extrem stark.“
Pogacar setzt nächstes Ausrufezeichen
In einer eigenen Liga fuhr allerdings Pogacar. Der fünffache Tour-de-France-Sieger attackierte bereits am zweiten von vier Anstiegen und nahm die verbleibenden 50 Kilometer alleine in Angriff. Kein Konkurrent konnte dem Gesamtführenden folgen.
„Die Geschwindigkeit war schon sehr hoch, wir sind Vollgas gefahren. Ich hatte keine Teamkollegen mehr. Vermutlich hätten alle gegen mich gespielt, also habe ich attackiert“, erklärte Pogacar. Danach sei es nur noch darum gegangen, den Vorsprung ins Ziel zu bringen: „Ich habe einfach gehofft, dass ich das überlebe. Das war sehr hart.“
Mit seinem bislang längsten erfolgreichen Solo bei einer Grand Tour baute der Slowene auch seine Führung im Gesamtklassement aus. Primoz Roglic liegt als erster Verfolger bereits 3:21 Minuten zurück.
