Hoch über den Wolken schien die schlechte Laune von George Russell für einen kurzen Moment wie verflogen. Im Flieger Richtung Budapest nahm der zuletzt so geknickte Engländer neben seinem größten Titelrivalen Kimi Antonelli Platz.
Für das gemeinsame Selfie des Mercedes-Duos kehrte tatsächlich ein zartes Lächeln in sein Gesicht zurück. Doch während Russell zumindest äußerlich den Frust beiseite schob, offenbart seine Gefühlswelt dieser Tage ein gänzlich anderes Bild.
Frust und Resignation
"Ich bin mittlerweile taub gegenüber der Enttäuschung", sagte der 28-Jährige zuletzt voller Resignation, "wenn so etwas so oft passiert, gewöhnt man sich einfach daran."
Als Titelkandidat Nummer eins war Russell in die Saison gegangen, derzeit liegt er 50 Punkte hinter seinem Teamkollegen Antonelli zurück.
Im Gegensatz zum italienischen Teenager – der nach seinem sechsten Sieg des Jahres nun beim Großen Preis von Ungarn (Sonntag, 15Uhr MESZ/Sky) mit einer riesigen Portion Selbstvertrauen an den Start geht – ist Russell nach seinem nächsten bitteren Dämpfer in Spa am emotionalen Tiefpunkt angekommen.
Er benötigt unmittelbar vor der Sommerpause der Formel 1 dringend ein Erfolgserlebnis. "Ich weiß, dass ich grundsätzlich alles habe, um den maximalen Erfolg zu haben", sagte Russell der Sport Bild: "Aber dafür muss halt wirklich alles passen. Die Formel 1 verzeiht keine Fehler."
Wolff steht hinter Russell
Mercedes-Cheff Toto Wolff hofft, "dass dieses Gefühl der Taubheit bald vergeht". Mit Blick auf sein Sorgenkind sagte der Österreicher: "Wir werden versuchen, wieder Optimismus und positive Stimmung zu schaffen." Er "verstehe die Frustrationen" Russells, und das Team stehe "zu 100 Prozent hinter ihm".
