Mirra Andreeva sank auf die Knie und schlug die Hände vor das Gesicht. Die russische Teenagerin hat der märchenhaften Reise von Maja Chwalinska ein Ende gesetzt und die French Open gewonnen. Die Favoritin ließ der polnischen Qualifikantin im Finale von Roland Garros keine Chance.
Die 19-jährige Andreeva ist die jüngste Gewinnerin in Paris seit Monica Seles 1992 Als erste nach 2005 geborene Spielerin stand die Weltranglistenachte in einem Grand-Slam-Finale, bei den Männern gelang dieses Kunststück noch niemandem.
Mit dem Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere sicherte sich Andreeva neben dem Coupe Suzanne Lenglen ein stolzes Preisgeld in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Im WTA-Ranking klettert sie am Montag auf Rang sechs.
Chwalinska macht gigantischen Sprung in der Weltrangliste
Durch die Niederlage verpasste Chwalinska den zweiten Grand-Slam-Triumph einer Qualifikantin nach der Britin Emma Raducanu bei den US Open 2021.
Die Teilnahme am Endspiel war dennoch ein unglaublicher Erfolg. Die Polin hatte sich zunächst mit drei Siegen erstmals überhaupt in das Hauptfeld des Sandplatz-Highlights gespielt, nach neun Erfolgen am Bois de Boulogne streicht sie nun ein üppiges Preisgeld von 1,4 Millionen Euro ein.

Als Nummer 114 der Welt war Chwalinska als am niedrigsten platzierte Spielerin seit der Einführung des Rankings in das Finale gegangen. Sie löste somit ihre Landsfrau und die viermalige Turniersiegerin Iga Swiatek ab, die 2020 bei ihrem ersten Triumph in Paris 54. war. Im Ranking springt Chwalinska nun bis auf Platz 21.
Andreeva übernimmt rasch das Kommando
Chwalinska zeigte schnell ihr ganzes Repertoire, setzte dabei immer wieder auf ihren ungewohnten Mix aus Slice-Schlägen, Stopps und Mondbällen. Bei windigen Bedingungen war es aber Andreeva, die sich nach sieben Minuten das erste Break schnappte.
Doch Chwalinska brachte das nicht aus dem Konzept, sie holte direkt das Rebreak. Der Trend setzte sich zunächst fort, im fünften Spiel brachte die Polin erstmals in diesem Finale ein Aufschlagspiel durch.
Doch plötzlich drückte Andreeva, die über deutlich mehr Kraft in ihrem Spiel verfügt als ihre nur 1,64 m große Gegnerin, dem Duell ihren Stempel auf. Die Russin fand nun die passenden Antworten, mit vier Spielen in Folge sicherte sie sich Satz eins.

Im zweiten Durchgang blieb Andreeva obenauf. Chwalinska stemmte sich gegen die drohende Niederlage, doch auch die Anfeuerungen des Publikums halfen nicht mehr.
Match-Center: Chwalinska vs. Andreeva
