Zum Hauptinhalt springen

Halbfinale gegen den "Professor": Hungriger Zverev kennt die Titel-Formel

Alexander Zverev will den Titel bei den French Open auch in New York bestätigen.
Alexander Zverev will den Titel bei den French Open auch in New York bestätigen.IMAGN IMAGES via Reuters/Geoff Burke

Alexander Zverev huschte ein Lächeln über die Lippen, als er nach seinem souveränen Halbfinaleinzug in New York von seinem deutschen Rekord erfuhr. Mit dem 23. Sieg bei einem Major-Turnier in einem Jahr hatte der Hamburger soeben Ikone Boris Becker überholt - doch damit wollte sich Zverev in den Katakomben des Arthur Ashe Stadiums nicht zufriedengeben. "Er hat noch ein paar Grand-Slam-Titel mehr als ich", sagte Zverev und fügte bei Sporteurope.tv gut gelaunt an: "Ich hoffe, ich kann ihm da noch ein bisschen näher rücken." Bei den US Open ist er dieser Tage auf dem besten Weg dahin.

Sechs Majors hat die deutsche Tennis-Legende Becker gewonnen, Zverev steht nach seinem Triumph in Paris im Juni bei einem - doch schon am Sonntag will er den Rückstand mit einem Triumph in Flushing Meadows weiter verkürzen. Und der Weg zum Titel scheint nach dem spektakulären Aus von Titelverteidiger Carlos Alcaraz (Spanien) frei.

"Ich bin glücklich, hier im Halbfinale zu sein. Aber natürlich möchte ich noch weiter kommen", sagte Zverev nach dem lockeren 6:2, 7:5, 6:1-Erfolg im Viertelfinale gegen den überforderten Niederländer Botic van de Zandschulp. Gegen die Nummer 70 der Welt brauchte Zverev nicht sein bestes Tennis, eine abgeklärte Vorstellung reichte für den Einzug in sein drittes Halbfinale in New York. "Er hat das gemacht, was er machen musste. Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss", sagte Becker, Turniersieger von 1989, bei Sporteurope.tv.

Zverev mit lobenden Worten für Khachanov

Im Kampf um sein zweites Finale im Big Apple nach 2020, als er gegen Dominic Thiem nur zwei Punkte vom Titel entfernt gewesen war, bekommt es der topgesetzte Hamburger nun mit dem Russen Karen Khachanov zu tun. Den "Professor", wie der Weltranglisten-50. aufgrund seines breiten Tennis-Wissens laut Zverev genannt wird, kennt er gut. Mit einem emotionalen Sieg gegen Khachanov hatte Zverev sich 2021 in Tokio olympisches Gold gesichert.

"Er ist ein toller Kerl. Ich habe großen Respekt für ihn. Ich hoffe, es wird am Freitag ein großer Kampf", sagte Zverev, der dann nach fünf Night Sessions erstmals nachmittags (nicht vor 15.00 Uhr Ortszeit/21.00 Uhr MESZ) ranmuss. Das wiederum gefällt ihm nicht, wie er kritisch anmerkte. Andererseits: Auch das Endspiel am Sonntag ist für den Nachmittag angesetzt und so könnte sich der 29-Jährige in den Final-Rhythmus spielen.

Gegen Khachanov ist der French-Open-Sieger jedenfalls der Favorit; seine Bilanz gegen den Russen ist mit 6:3 positiv. Und bei den großen Turnieren zeigt Zverev jüngst eine beeindruckende Konstanz. Mit seinem 51. Matcherfolg 2026 (Bestwert auf der ATP-Tour) erreichte er erstmals in seiner Karriere bei jedem Grand-Slam-Turnier eines Jahres das Halbfinale. Das ist in der Ära des Profitennis (seit 1968) nur acht weiteren Männern gelungen - Becker beispielsweise nicht.

Zum Match-Center: Alexander Zverev vs. Karen Khachanov

Dieser bremste die Euphorie zumindest ein wenig. "Jetzt geht ein anderes Turnier los. Halbfinale bei einem Grand Slam ist ein anderes Tennis-Turnier", sagte Becker. Mit Alcaraz-Besieger Ben Shelton und Frances Tiafoe stehen sich im anderen Halbfinale zwei US-Amerikaner gegenüber. Gegen einen von ihnen würde Zverev am Sonntag gerne seinen 25. Grand-Slam-Sieg in diesem Jahr feiern.