Maria macht immer weiter: Traum vom Doppel mit der eigenen Tochter

Tatjana Maria
Tatjana MariaČTK / DPA / Frank Molter

Das Markenzeichen ihrer Mama hat Charlotte längst drauf. "Sie kann natürlich einen Slice spielen", sagt Tatjana Maria schmunzelnd über die Fähigkeiten ihrer zwölfjährigen Tochter, "wäre ja auch traurig, wenn nicht." Mächtig stolz ist sie auf ihren talentierten Nachwuchs, der hart für eine eigene Karriere im Tenniszirkus schuftet – und irgendwann die Courts dieser Welt mit ihrer Mutter teilen will.

Ihr Sprössling sei der Grund, warum Maria "noch nie wirklich daran gedacht" habe, ihre Karriere zu beenden. Charlotte ist der Antrieb der Maschine, die nötige Motivation für die 38-Jährige, immer wieder weiterzumachen. Auch im Jahr 2026, in dem die Rasenspezialistin pünktlich zum Höhepunkt Wimbledon stark aufspielt.

"Für mich ist wirklich mein Ziel, dass ich hier noch bleibe, bis Charlotte auf der Tour anfängt", erklärte Maria nach ihrem 6:4, 6:4 zum Auftakt im All England Club gegen die Kasachin Yulia Putintseva.

"Unbedingt" wolle die ältere ihrer beiden Töchter mit ihrer Mutter auf dem Platz stehen. Die versuche deshalb "alles", um Charlottes großen Traum zu erfüllen. "Ich spiele sehr gerne Tennis. Aber ich bin eine Mama an erster Stelle", sagt Maria: "Meine Kinder sind mir wichtiger."

Und so findet Maria auch während eines Grand Slams die Zeit, um mit Charlotte auf den Trainingsplatz zu gehen – wie am Tag vor ihrem Zweitrundenduell am Mittwoch gegen die US-Amerikanerin Iva Jovic.

"Für uns ist wirklich das Ziel, dass sie bereit ist, mit 14 auf der Tour anzufangen", sagte Maria. Dann wolle sich das Mutter-Tochter-Duo einige Turniere aussuchen "und auch Doppel spielen. Der Plan läuft."

Zum Match-Center: Tatjana Maria vs. Iva Jovic

Training mit Sabalenka und Co.

In der Szene ist Charlotte bereits ein Name, trainiert mit Größen wie der Weltranglistenersten Aryna Sabalenka. "Sie ist ja auch ein nettes Mädchen. Deswegen lieben sie alle und fragen Charlotte: 'Bist du gerade frei? Komm mit mir und wir trainieren.'" In all dem Trubel sei es aber "das Wichtigste", dass Charlotte das Tennis "Spaß" mache.

Solange das der Fall ist, hält Maria ihren Schläger fest in der Hand. Durch ihre Finalteilnahme in Eastbourne kehrte sie jüngst in die Top 100 zurück. Mit einem Siegeszug an der Church Road wie vor vier Jahren – als es sensationell bis ins Halbfinale ging – würde sie auf ihrem Lieblingsbelag weitere wichtige Punkte sammeln, ihren Platz in den Hauptfeldern der kommenden Grand Slams sichern – und die Chancen auf ein zukünftiges Doppel mit Charlotte erhöhen.

Die Zukunft wird zeigen, ob der Plan aufgeht. Ziemlich sicher scheint aber, dass es keinen gemeinsamen Auftritt für Deutschland geben wird. "Ich glaube, dass Charlotte für Frankreich spielen wird", sagte Maria, deren Ehemann Charles-Édouard Franzose ist: "Und ich glaube, das wird auch so bleiben."