"Es war wirklich toll, wieder in Wimbledon zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier sein würde", teilte Williams lediglich in einem kurzen Statement des Veranstalters mit, nachdem sie beim 3:6, 7:6 (8:6), 3:6 gegen die 24 Jahre jüngere Australierin Maya Joint noch einmal die Sportwelt in ihren Bann gezogen hatte. Die Atmosphäre sei "unglaublich", der Einlauf "fantastisch" gewesen. Sie habe "es vermisst und den Moment mehr als alles andere genossen".
Zum Match-Center: Serena Williams vs. Maya Joint
Die Zweifel, dass Williams auf dem Platz nur noch ein Schatten ihrer selbst sein würde, die von ihr angenommene Wildcard einer anderen Spielerin hätte angeboten werden sollen, wischte sie schnell beiseite. Die Fans waren begeistert, quittierten jeden gewonnenen Punkt mit Jubelstürmen.

Das Comeback an der Church Road habe "zwar nicht mit dem märchenhaften Sieg begonnen", titelte die New York Times, "doch war dies dennoch einer der bemerkenswertesten Abende in der Geschichte des Turniers".
Der britische Guardian nannte es einen "beispiellosen Anlass unter dem Dach des Centre Court", bei dem die 44-Jährige "an ihren legendären Kampfgeist erinnerte". Und auch "Partycrasherin" Joint spürte die Magie auf der anderen Seite des Netzes. "Sie hat so eine Aura", sagte die Australierin: "Sie ist so eine Legende."
"Du bist eine Inspiration"
Ein möglicher achter Titel für Williams in Wimbledon war seit ihrer Comeback-Ankündigung kein realistisches Szenario. Doch darum ging es der früheren Ausnahmespielerin auch nicht. Hauptantrieb waren vielmehr ihre beiden Töchter, vor denen sie unbedingt noch einmal ihre Klasse zeigen wollte.
"Unsere kleine Familie ist so stolz auf dich. Auch wenn es nicht der Ausgang war, den du dir gewünscht hattest, bist du eine Inspiration. Wir lieben dich", schrieb Ehemann Alexis Ohanian bei Instagram: "Alexis Olympia und Adira sind auch glücklich, dass sie ein bisschen nach ihrer Schlafenszeit aufbleiben durften."
Wie geht es weiter?
Zumindest einen Auftritt ihrer Mama werden die beiden beim Rasenklassiker noch sehen, im Doppel startet Williams an der Seite ihrer zwei Jahre älteren Schwester Venus. Und auch dann wird sie das Publikum im Londoner Südwesten nach vorne peitschen. Aber wie geht es danach weiter? Verschwindet Williams wieder von der Bildfläche?
All diese Fragen ließ sie (vorerst) unbeantwortet. Doch dass Williams im vergangenen Jahr extra wieder in den Anti-Doping-Testpool, dessen derzeitige Vorgaben sie laut eigener Aussage "hasst", eingetreten ist, nur um sich nach Wimbledon wieder zu verabschieden, wirkt unwahrscheinlich.
Er glaube nicht, "dass es nur eine kurzfristige Sache ist", sagte der siebenmalige Grand-Slam-Gewinner Mats Wilander bei TNT Sports: "Ich gehe nicht davon aus, dass sie in Wimbledon im Einzel antritt und dann die US Open auslässt." Ende August geht es in Flushing Meadows weiter – wo Williams 2022 ihre Karriere eigentlich beendet hatte.
