Zum Hauptinhalt springen

UEFA will VAR reformieren: "Nur bei klaren und offensichtlichen Situationen"

Ein VAR-Monitor ohne Signal in der österreichischen Bundesliga
Ein VAR-Monitor ohne Signal in der österreichischen BundesligaČTK / imago sportfotodienst / Daniel Scharinger

Der Video-Assistent (VAR) soll reformiert werden – zumindest wenn es nach der Europäischen Fußball-Union (UEFA) geht. Die Schiedsrichter auf dem Spielfeld sollen künftig wieder in ihren Entscheidungen gestärkt werden. Der VAR hingegen soll nur in Ausnahmefällen eingreifen.

"Wir wollen zum Ursprung des VAR zurückkehren", erklärte UEFA-Schiedsrichterchef Roberto Rosetti. Er verwies auf Szenen wie Diego Maradonas Tor der Hand Gottes gegen England bei der WM 1986: "Wir sind mit dieser Art der Nutzung des VAR nicht mehr zufrieden. Wir wollen ein Stück weit zurückgehen und die Schiedsrichter wieder ins Zentrum stellen."

Der VAR soll künftig wieder "nur bei klaren und offensichtlichen Situationen" eingreifen, sagte der Italiener: "Eine Zeit lang ging die Entwicklung zu immer mehr Interventionen, aber wir haben es damit letztlich übertrieben." 

Man wolle "keine mikroskopischen Eingriffe" mehr durchführen. Auch nicht, um dem Schiedsrichter eine "zweite Chance" zu geben. Stattdessen soll der VAR ausschließlich bei "klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen" einbzeogen werden: "Es ist Fußball, nicht die Playstation. Wir müssen sehr, sehr vorsichtig sein."

Die UEFA will den VAR-Einsatz revolutionieren
Die UEFA will den VAR-Einsatz revolutionierenBRUNO DE CARVALHO / BRAZIL PHOTO PRESS / BRAZIL PHOTO PRESS VIA AFP

Die Dauer von VAR-Überprüfungen bereitet Rosetti große Sorgen. Jede Überprüfung, die länger als 90 Sekunden dauere, berge das Risiko, "an Glaubwürdigkeit zu verlieren".

Auch soll als Grundlage für eine Rote Karte die Dynamik der Situation an Bedeutung gewinnen. Sogenannte "Standbild-Entscheidungen" werden zwar weiterhin eingespielt, anschließend aber mehrere Wiederholungen in Echtzeit.

Auch der Umgang mit Roten Karten soll verändert werden
Auch der Umgang mit Roten Karten soll verändert werdenTAKUYA YOSHINO / YOMIURI / THE YOMIURI SHIMBUN VIA AFP

Neues Tool namens "Clear Line"

Das erklärte UEFA-Schiedsrichterchef Rosetti im Rahmen der Vorstellung von "Clear Line", einer neuen Online-Plattform, die klare Richtlinien für die einheitliche Anwendung der Regeln und den VAR-Einsatz in den europäischen Ligen und Europapokal-Wettbewerben bietet.

Entscheidungen der Referees sollen durch Clear Line, das für jedermann auf der UEFA-Webseite einsehbar ist und rund 150 Referenzszenen bietet, nachvollziehbarer werden.

"Die Idee ist, bei der Anwendung der Regeln für mehr Einheitlichkeit zu sorgen", sagte Rosetti bei einem Pressetermin mit wenigen ausgewählten Medien, darunter der kicker.